Viele Versicherungsmanager für schnellere Digitalisierung

8.2.2024 – Digitalisierung beschleunigen, mehr Budget für Cybersicherheit und künstliche Intelligenz – das sind laut einer Umfrage unter Verantwortungsträgern aus der Versicherungsbranche bestimmende Faktoren der nächsten Jahre. Kundenservice und Vertrieb, Bezahlkanäle und Augmented/Virtual Reality zählen zu wichtigen Investitionsfeldern.

270 Manager und IT-Führungskräfte aus der europäischen Versicherungswirtschaft, darunter auch aus Österreich, haben für die Analyse „Pulse Check – State of European Insurance Industry 2024“ Stellung genommen.

Die Ergebnisse der vom Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Information Services Group (ISG) im vierten Quartal 2023 durchgeführten Erhebung sind diese Woche veröffentlicht worden.

Beschleunigung der Digitalisierungsprogramme

Aus ihnen geht hervor: Zwei Drittel planen, ihre Digitalisierungsprogramme zu beschleunigen und in den kommenden beiden Jahren ihre Investitionen in digitale Technologien zu erhöhen.

„Die Bereiche Bezahlkanäle (68 Prozent), Cybersicherheit (63 Prozent), Augmented/Virtual Reality (63 Prozent) und Künstliche Intelligenz (59 Prozent) führen die Liste der wichtigsten Investitionsfelder an“, so ISG.

Verstärkte Investitionen in digitale Angebote und personalisierte Dienstleistungen, berichtet ISG weiter, sollen dazu beitragen, den aktuellen Kundenstamm zu erhalten und schrittweise weiter auszubauen.

Kundendaten effizient managen, mehr Geld für Cybersicherheit

Pulse Check – State of the European Insurance Industry (Cover; Quelle: ISG)
„Pulse Check – State of the European Insurance
Industry“ (Cover; Quelle: ISG)

Für 91 Prozent haben Effizienzsteigerungen im Bereich Kundendatenmanagement hohe Investitionspriorität.

„Aus Beratungsprojekten weiß ISG, dass nur etwa ein Fünftel der vorhandenen Kundendaten effektiv genutzt wird.“ Das „Aufbrechen der Datensilos“ stelle somit nach wie vor eine große Herausforderung dar.

Einen weiteren Schwerpunkt bildet das Thema Cybersicherheit: 63 Prozent gehen davon aus, dass die Budgets dafür 2024 und 2025 steigen werden, „um den wachsenden Risiken und regulatorischen Anforderungen gerecht zu werden“.

Investitionen in „künstliche Intelligenz“

13 Prozent der Befragten gaben an, dass ihr Jahresbudget für künstliche Intelligenz (KI) bereits mehr als eine Million Euro beträgt. „Sechs von zehn Experten erwarten eine weitere Steigerung der Investitionsmittel im laufenden Jahr.“

Neben etablierten KI-Methoden wie der Verarbeitung natürlicher Sprache und maschinellem Lernen werden den Umfrageergebnissen zufolge zunehmend auch große Sprachmodelle eingesetzt.

Die KI-Entwicklung stehe bei vielen noch am Anfang: 50 Prozent der Unternehmen experimentieren mit Prototypen, sechs Prozent entwickeln unternehmensweite KI-Lösungen.

Im Bereich „Augmented Reality“ (AR) und „Virtual Reality“ (VR) liegt der Vergleichswert bei 18 Prozent. Dabei spiele vor allem der Geschäftskundenbereich eine Rolle. „Hier eröffnen AR-/VR-Tools neue Möglichkeiten, um Schadensfälle durch vorbeugende Wartung zu minimieren.“

Einfluss von KI auf die Wertschöpfungskette

Auch ein Thema war „generative künstliche Intelligenz“, also KI, mit der man Texte oder audiovisuelle Inhalte produzieren kann. Hier konnten die Teilnehmer angeben, mit welchen Auswirkungen sie für welche Teile der Wertschöpfungskette rechnen.

Die größten Effekte werden für die Entwicklung neuer Produkte erwartet: 44 Prozent tippen auf der fünfstufigen Skala auf sehr große („very high impact“), weitere 40 auf große Auswirkungen („high impact“), und 11 Prozent immerhin auf merkliche Auswirkungen („notable impact“), die dritthöchste Stufe.

Danach folgen Vertriebsmaßnahmen (35 Prozent „sehr große“, 37 Prozent „große“ Auswirkungen) und Kundenservice (30 bzw. 47 Prozent).

Vergleichsweise geringe 19 Prozent erwarten für das Schadenmanagement „sehr große“, immerhin 55 Prozent „große“ Auswirkungen. Der geringste Einfluss ist laut dem Stimmungsbild im Underwriting zu erwarten. Hier rechnen nur 4 Prozent mit sehr großen und 29 Prozent mit großen Auswirkungen.

Zum Herunterladen

Die Analyse „Pulse Check – State of European Insurance Industry 2024“ kann von der ISG-Webseite heruntergeladen werden.

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Digitalisierung · Marktforschung
 
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