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Was Versicherungsvorstände derzeit beschäftigt

24.3.2026 – Sorgen bereiten den Versicherungsvorständen am Podium des Insurance Forums Austria unter anderem die Geschwindigkeit, mit der sich Unsicherheiten global entwickeln, ebenso wie Vorsorge- und Gesundheitsthemen, Naturkatastrophen und Herausforderungen durch die Regulierung.

Vorstandspanel beim 14. Insurance Forum Austria (Bild: Thomas Magyar)
Vorstandspanel beim 14. Insurance Forum Austria (v.l.n.r.): Moderator Reinhold Baudisch, Kurt Svoboda (Uniqa), Sonja Brandtmayer (Wiener Städtische), Stephen Voss (Neodigital) und Philipp Wassenberg (Ergo). (Bild: Thomas Magyar)

Am meisten bewege ihn die Geschwindigkeit der Unsicherheiten und die Sorge, dass aufgrund der Ankündigungen von US-Präsident Donald Trump das Größte vielleicht noch kommt.

Das sagte Kurt Svoboda, Chief Financial and Risk Officer der Uniqa Insurance Group, beim Vorstandspanel des 14. Insurance Forums Austria, das Business Circle in der Vorwoche im burgenländischen Stegersbach veranstaltet hat.

Auch Sonja Brandtmayer, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Wiener Städtischen, beschäftigt die derzeitige Geschwindigkeit der globalen Entwicklungen, aber auch, wie nahe die Konflikte gekommen und wie wenig beherrschbar sie sind.

Schwierige globale Lage

Vor allem Russlands Präsident Wladimir Putin profitiere von der aktuellen Lage; das bereite ihm Sorgen, so Stephen Voss, Mitgründer und Vorstandsvorsitzender der Neodigital Versicherung. „Wir verlieren den Blick auf die Ukraine“, es sei mehr Fokus auf die Situation „vor unserer Haustür“ nötig.

„Fassungslos“ zeigt sich Philipp Wassenberg, Vorstandsvorsitzender der Ergo Versicherung in Österreich, was die Diskrepanzen bei der Strategie betrifft. Während der Iran und China über eine starke Strategie verfügen, hätten Putin und Trump derzeit eine „schlechte Strategie“.

Dennoch ist Wassenberg optimistisch: Die Welt sei in den letzten 100 Jahren friedlicher geworden und er hofft darauf, dass sich das fortsetzt. Durch die von China, Russland und den USA getriebene Schwächung der UNO werde dies aber schwieriger.

Den Blick auf Europa lenkte Svoboda: Lange habe man sich hier in einer „Wohlfühloase“ befunden und Verteidigung, Technologie und Finanzmarkt an die USA ausgelagert. Um in Europa wieder Wachstum zu generieren, sei mehr Kapitalmarktorientierung nötig.

Gesundheit und Vorsorge im Fokus

Angesichts von Budgetlage und Altersstruktur werde es wichtiger, über Vorsorge nachzudenken. Und die Unsicherheiten, die die Menschen im Gesundheitssystem spüren, würden die Gesundheitsversicherung „notgedrungen vom Luxus zum Mainstream“ machen, so Brandtmayer.

Gerade für Frauen sei angesichts des Gender-Gap bei Vorsorge und Pension Financial Literacy wichtig: Frauen müssten sich mehr für Pensionsthemen interessieren, denn Nichtwissen bedeute Unsicherheit. „Dem müssen wir entgegentreten“, so Brandtmayer.

Svoboda befürchtet auch, dass der Staat das bestehende System die nächsten zwei, drei Generationen nicht werde durchfinanzieren können. Es brauche einen europäischen Kapitalmarkt und Financial Literacy in der Ausbildung der Gesamtbevölkerung.

Eine Vielzahl von Unsicherheiten

Herausforderungen für Versicherungen sieht Brandtmayer darin, nachhaltig und ertragreich zu wachsen; im Bereich der Industrieversicherung sei zu merken, dass die Industrie Probleme hat. Und in Richtung Naturkatastrophen: Außergewöhnliche Schadenjahre würden immer wieder auftreten.

Flexibilität und Agilität stehen für Voss im Vordergrund: Es gehe darum, die eigene Strategie immer wieder zu hinterfragen, denn: „Der Markt ändert sich fast schon wöchentlich.“ Und Wassenberg betonte die Bedeutung von Exzellenz und Resilienz als Antwort auf die Unsicherheiten.

Der heimische Markt sei weit davon entfernt, Naturkatastrophen eingepreist zu haben, warnt Wassenberg: 2024 hätten die Rückversicherer bezahlt, 2025 gab es wenige Schäden. „Eigentlich“ bestehe dringender Handlungsbedarf.

Positiv für Österreichs Versicherer wirke sich allerdings aus, dass sie in den Wachstumsmärkten Osteuropas tätig sind, ihre Besonnenheit (man habe Kunden erzogen, dass nicht alles zu jedem Preis versicherbar ist) sowie das Ökosystem Gesundheit, das die Menschen bewegt, so Svoboda.

Regulierung fordert Versicherer heraus

Auch durch „FIDA“ (EU-Regulierung über einen Rahmen für den Zugang zu Finanzdaten) sieht Voss Herausforderungen auf Versicherer zukommen. Besonders Versicherer mit großen Beständen hätten viel zu verlieren. Es werde eine Dynamik in den Markt kommen, „da müssen wir uns anschnallen“.

„Natürlich“ kommt FIDA, so Brandtmayer. Bestände könne man aber sichern, wenn die Kunden zufrieden sind; das entscheide darüber, ob Kunden ihre Daten weitergeben oder nicht.

Den Versicherungsvertrieb mittels „Künstlicher Intelligenz“ sprach Voss an: Datensysteme und Strukturen seien vorhanden, DSGVO und IDD würden aber Herausforderungen darstellen. Es müsse geklärt werden, was mit den Daten passiert und welche Konsequenzen es für Kunden gibt.

Schlagwörter zu diesem Artikel
Ausbildung · Gesundheitsreform · IDD · Pension  · Strategie · Unwetter · Vermittlerrichtlinie · Versicherungsvertrieb
 
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