Wie oft und warum Krankenstände anfallen

1.7.2026 – Sieben von zehn Beschäftigten in Österreich waren 2025 laut dem neuen „Fehlzeitenreport“ mindestens einmal im Krankenstand, im Schnitt insgesamt 14,7 Kalendertage. Die häufigsten Gründe waren Erkrankungen des Atmungssystems sowie des Muskel-Skelett-Systems und des Bindegewebes. Psychische Erkrankungen machten einen kleineren Anteil der Krankenstandsfälle, aber einen vergleichsweise großen Anteil der Krankenstandstage aus.

Kranker Mann im Bett (Bild: Getty Images/Unsplash)
Bild: Getty Images/Unsplash

2025 verbrachten unselbstständig Beschäftigte durchschnittlich 14,7 Kalendertage im Krankenstand. Das ist ein um 2,7 Prozent niedrigerer Wert als 2024 (15,1 Kalendertage).

Dies geht aus der am Dienstag veröffentlichten neuesten Ausgabe des „Fehlzeitenreports“ hervor.

Der Bericht wird jährlich vom Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung (Wifo) im Auftrag des Dachverbandes der Sozialversicherungsträger (DVSV), der Arbeiterkammer (AK) und der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) erstellt.

Sieben von zehn Versicherten mindestens einmal im Krankenstand

Der Anteil der Versicherten, die mindestens einmal im Krankenstand waren, sank gegenüber 2024 um einen Prozentpunkt und belief sich auf 69,1 Prozent. Als ein Krankenstandsfall gilt jede Arbeitsunfähigkeitsmeldung, die nicht die Verlängerung einer vorangegangenen Meldung ist.

Setzt man die Anzahl der Krankenstandstage in Relation zum gesamten Arbeitsvolumen, so ergibt sich daraus die Krankenstandsquote. Sie betrug 4,0 Prozent und lag damit geringfügig unter dem Wert von 2024 (4,1 Prozent).

Mehr kurze Krankenstände

Einen großen Teil der erfassten Krankenstandsfälle bilden Kurzkrankenstände mit einer Dauer von ein bis drei Tagen.

Da nicht alle Betriebe eine Arbeitsunfähigkeitsmeldung ab dem ersten Fehltag verlangen, gibt es eine meldetechnische Untererfassung kurzer Krankenstandsepisoden, wird im Bericht erläutert. „Die tatsächliche Krankenstandsquote sollte etwas höher liegen, als aus der Statistik hervorgeht.“

Auch ohne eine vollständige Erfassung seien Kurzkrankenstände aber sehr häufig: 44,7 Prozent (2024: 43,2 Prozent) aller erfassten Krankenstandsfälle dauerten weniger als vier Tage.

Gemessen an der Summe der Krankenstandstage, hatten Kurzkrankenstände indes nur einen kleinen Anteil (10,0 Prozent; 2024: 9,5 Prozent).

Jeder zehnte Krankenstand dauerte länger als 14 Tage

Längere Krankenstandsepisoden waren selten. Nur 10,0 Prozent aller Fälle dauerten 2025 länger als zwei Wochen. 2,9 Prozent aller Fälle dauerten länger als sechs Wochen.

„Dennoch verursachte diese vergleichsweise geringe Anzahl an Krankenstandsepisoden einen erheblichen Teil der Fehlzeiten von 58,3 % bzw. von 40,2 %“, ist dem Bericht zu entnehmen.

Bei Frauen im Schnitt um ein Zehntel mehr Krankenstandstage

Der Bericht zeigt auch Unterschiede nach Geschlecht und Alter auf:

  • Frauen verbrachten durchschnittlich 15,5 Tage im Krankenstand, um 9,9 Prozent mehr als Männer (14,1 Tage).
  • Bei Frauen wie Männern nehmen Dauer und Häufigkeit der Krankenstände ab dem 50. Lebensjahr zu. Bei 60- bis 64-Jährigen erreichen sie ihren Höchstwert.
  • Die Krankenstandsstatistik hat hinsichtlich der Altersverteilung der Versicherten insgesamt eine U-förmige Kurve: Unter 20-Jährige sind vergleichsweise häufig krankgemeldet; die Gruppe der 25- bis 49-Jährigen weist die niedrigsten Werte auf; ab 50 Jahren steigt die Quote wieder.

Gründe für Fehlzeiten

Die Gründe für Fehlzeiten liegen vor allem in zwei Krankheitsgruppen:

  • Krankheiten des Atmungssystems verursachen 43,3 Prozent aller Krankenstandsfälle und 24,3 Prozent aller Krankenstandstage;
  • Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems und des Bindegewebes sind für 11,3 Prozent aller Fälle und 19,1 Prozent aller Krankenstandstage verantwortlich.

Auf psychische Erkrankungen gehen zwar nur 2,9 Prozent aller Krankenstandsfälle zurück, sie machen aber aufgrund der Dauer der Krankenstände 11,8 Prozent aller Krankenstandstage aus. Nach einer Phase der Stagnation bis 2018 sei hier wieder ein steigender Trend erkennbar.

Links

Schlagwörter zu diesem Artikel
Sozialversicherung
 
Ihr Wissen und Ihre Meinung sind gefragt

Ihre Leserbriefe können für andere Leser eine wesentliche Ergänzung zu unserer Berichterstattung sein. Bitte schreiben Sie Ihre Kommentare unter den Artikel in das dafür vorgesehene Eingabefeld.

Die Redaktion freut sich auch über Hintergrund- und Insiderinformationen, wenn sie nicht zur Veröffentlichung unter dem Namen des Informanten bestimmt ist. Wir sichern unseren Lesern absolute Vertraulichkeit zu! Schreiben Sie bitte an redaktion@versicherungsjournal.at.

Allgemeine Pressemitteilungen erbitten wir an meldungen@versicherungsjournal.at.

Täglich bestens informiert!

Der VersicherungsJournal Newsletter informiert Sie von montags - freitags über alle wichtigen Themen der Branche.

Ihre Vorteile

  • Alle Artikel stammen aus unserer unabhängigen Redaktion
  • Die neuesten Stellenangebote
  • Interessante Leserbriefe

Jetzt kostenlos anmelden!

VersicherungsJournal in Social Media

Besuchen Sie das VersicherungsJournal auch in den sozialen Medien:

  • Facebook – Ausgewähltes für den Vertrieb
  • Twitter – alle Nachrichten von VersicherungsJournal.at
  • Xing News – Ausgewähltes zu Karriere und Unternehmen
Diese Artikel könnten Sie noch interessieren
29.6.2026 – Der RH hat den Bundesrechnungsabschluss 2025 vorgelegt – und mahnt aus diesem Anlass zu Reformen an mehreren Stellen. Das Zeitfenster dafür sei knapp. (Bild: Achim Bieniek) mehr ...
 
26.6.2026 – Was wären die Österreicher persönlich bereit zu tun, um die Tragfähigkeit des Pensionssystems langfristig zu sichern? Dem ging die Allianz in einer Umfrage nach. Auch Erwartungen an die erste Säule und Anlageprioritäten wurden thematisiert. (Bild: Allianz) mehr ...
 
25.6.2026 – Welche Vorschläge in Deutschland nun auf dem Tisch liegen und wie viel das mit der Debatte um eine Pensionsreform in Österreich zu tun hat. (Bild: Getty Images/Unsplash) mehr ...
WERBUNG