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Wie sich das Gesundheitsbewusstsein in Corona-Zeiten ändert

15.10.2020 – Die Pandemie hat zwar zu mehr Hygienemaßnahmen und zur Einhaltung von größeren Abständen zu den Mitmenschen geführt, das Lebenswertgefühl der Österreicher ist aber sogar gestiegen, ergab eine aktuelle Studie im Auftrag der Allianz. Weitere Ergebnisse: Die Stressbelastung hat in den vergangenen fünf Jahren abgenommen, drei von vier Österreichern fühlen sich weitgehend gesund, zwei Drittel haben aber zumindest manchmal psychische Probleme.

Allianz-Vorstand Christoph Marek (Bild: Allianz)
Allianz-Vorstand Christoph
Marek (Bild: Allianz)

Die Allianz Elementar Versicherungs-AG hat ihr „Gesundheitsbarometer 2020“ veröffentlicht. Zentrales Ergebnis: Corona verändert das Gesundheitsbewusstsein unserer Landsleute.

Die Allianz merke, dass das Gesundheitsbewusstsein in den letzten Monaten gestiegen und eine neue Sensibilität für das Thema Gesundheit entstanden ist; dies werde durch die Umfrage bestätigt, so Allianz-Vorstand Christoph Marek.

Für die Untersuchung hat das Linzer Market-Institut im August 1.000 Personen online befragt. Die Ergebnisse seien repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 14 Jahren, die Schwankungsbreite liegt bei +/–3,16 Prozent, erklären die Marktforscher.

Was durch die Pandemie anders geworden ist

Zumindest bei einem Teil der Bevölkerung dürften die Warnungen und Ratschläge angekommen sein: So achten nunmehr 63 Prozent der Österreicher mehr als früher auf die Einhaltung von Hygienemaßnahmen, so die Studie. Dies treffe insbesondere auf Frauen und Menschen über 50 Jahren zu.

40 Prozent der Befragten erklärten, nun mehr Abstand zu anderen Menschen zu halten, 36 Prozent achten mehr auf die Gesundheit der Menschen in ihrer Umgebung und 34 Prozent beobachten jetzt ihre eigene Gesundheit intensiver.

Aus Angst vor einer möglichen Ansteckung versuchen 26 Prozent Arztbesuche zu vermeiden; nur jeder Fünfzigste geht nun häufiger zum Arzt.

Trotz Corona: Das Leben ist lebenswert

Auf einer zehnteiligen Skala, bei der eins „überhaupt nicht“ und zehn „sehr“ lebenswert bedeutet, haben die Studienteilnehmer ihr allgemeines Lebenswertgefühlt im Durchschnitt mit 8,26 bewertet. Höhere Werte gaben Personen, die mit niedrigem Stress konfrontiert sind, sowie über 50-Jährige an.

Nicht zuletzt durch die „teilweise entstandene Entschleunigung“ sei dieser Wert in erstaunliche Höhen gestiegen, so die Allianz. 2014 lag der Lebenswertindex noch bei 7,84.

Zur Frage, was das Leben besonders lebenswert macht, gaben 37 Prozent die Familie, 36 Prozent Gesundheit und 28 Prozent Geld bzw. finanzielle Sicherheit an (Mehrfachantworten waren möglich). Dahinter rangieren Freunde und soziale Kontakte, Karriere und Job sowie Partnerschaft.

Jüngere würden ihren Lebenswert eher über Familie, Freunde und Karriere definieren, für Ältere stünden Gesundheit, finanzielle Sicherheit und Lebensstandard im Vordergrund, heißt es dazu in der Studie.

Jeder Vierte fühlt sich nicht gesund

Während 14 Prozent der Befragten angeben, überhaupt keine gesundheitlichen Probleme zu haben und sich 58 Prozent abgesehen von gelegentlichen kleinen Beschwerden gut fühlen, beschreiben 19 Prozent ihren Gesundheitszustand mit „teils-teils“.

Sieben Prozent sagen, dass sie „einige“ Gesundheitsprobleme haben, zwei Prozent fühlen sich aufgrund ernster Probleme „nicht gut“. Menschen mit weniger privatem Stress und hohem Lebenswert fühlen sich allgemein gesünder, so die Studie.

Psychische Probleme würden aber mehr als zwei Drittel der Österreicher zumindest fallweise belasten: Keine psychischen oder mentalen Beschwerden haben nur 32 Prozent der Befragten.

Unter Energielosigkeit leiden dabei 32 Prozent der Befragten, von Schlaflosigkeit sind 28 Prozent betroffen und von anhaltender Müdigkeit 19 Prozent. Über Konzentrationsstörungen, Depressionen oder Angststörungen klagt allerdings jeweils „nur“ jeder Zehnte.

Stress und Burnout

Im Vergleich zu 2015 ist die Stressbelastung laut Studie deutlich zurückgegangen: Als stark oder sehr stark stressbelastet bezeichneten sich nun 14 Prozent, vor fünf Jahren waren es noch 25 Prozent. Und die Zahl der beruflich stark oder sehr stark Stressbelasteten ist von 39 auf 30 Prozent gesunken.

Im privaten Bereich sind es vor allem der Freizeit-Stress (für 28 Prozent), Gesundheitsprobleme von Familienmitgliedern und Freunden (für 26 Prozent) und eigene Gesundheitsprobleme (für 23 Prozent), die Stress verursachen.

Im beruflichen Leben dominieren Zeitdruck (für 25 Prozent), Leistungsdruck (für 24 Prozent) sowie die ständige Erreichbarkeit (für 18 Prozent) als Stressverursacher. Männer würden dabei häufiger über Überstunden, Frauen über ein schlechtes Betriebsklima klagen.

Als sehr stark oder stark Burnout-gefährdet bezeichnen sich elf Prozent der Befragten. Dabei führe privater Stress häufiger zu einer Burnout-Gefahr als beruflicher Stress. Auffällig sei, dass die Burnout-Gefahr ab 50 Jahren deutlich abnehme, nachdem sie unmittelbar davor am höchsten gewesen ist.

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Gesundheitsreform · Marktforschung
 
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