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Wo die größten Unternehmensrisiken vermutet werden

15.1.2020 – Cybervorfälle und Betriebsunterbrechung stehen an der Spitze einer Liste von Risiken, die als besonders bedrohlich eingeschätzt werden. Dies besagt das neue internationale „Allianz Risk Barometer“, das auf Aussagen von Unternehmen und Allianz-Experten basiert. In Österreich ist dieses Stimmungsbild überdurchschnittlich ausgeprägt, an dritter Stelle steht das Risiko rechtlicher Veränderungen. Das Bewusstsein für das Klimarisiko sieht die Allianz steigen.

Welche Risiken für Unternehmen werden für die nähere Zukunft als die größten eingeschätzt? Das hat der Industrieversicherer Allianz Global Corporate & Specialty (AGCS) untersucht und die Erkenntnisse im „Allianz Risk Barometer 2020“ veröffentlicht.

Das Ergebnis der neunten Auflage der jährlich durchgeführten Studie fußt auf Antworten von 2.718 Teilnehmern aus 102 Ländern.

Severein Gettinger, AGCS Österreich (Bild: Allianz)
Severein Gettinger,
AGCS Österreich
(Bild: Allianz)

Im Oktober und November wurden hierfür Allianz-Kunden aus der Industrie und dem KMU-Bereich, Makler sowie Industriehandelsorganisationen befragt. Auch Stellungnahmen von Allianz-eigenen Fachleuten sind eingeflossen.

Vorweg: Dass die Anteile in den nachfolgenden Rankings in Summe mehr als 100 Prozent ergeben, liegt daran, dass die Befragten pro Branche bis zu drei Risiken nennen konnten.

Cyberrisiko führt vor Betriebsunterbrechungsrisiko die Liste an

Global betrachtet, hat sich gegenüber den Resultaten des Vorjahrs an der Spitze wenig verändert.

Einziger Unterschied: Nachdem sich Cybervorfälle und Betriebsunterbrechung vor einem Jahr noch mit je 37 Prozent den ersten Platz geteilt hatten, hat das Cyberrisiko um zwei Prozentpunkte zugelegt und rangiert nun vor der Betriebsunterbrechung, die stabil bei 37 Prozent bleibt, auf Platz eins der Risikoliste.

Vor fünf Jahren ging es um einige zehntausend Euro, heute fordern Cyberkriminelle immer öfter Millionenbeträge.

Severin Gettiner, AGCS Österreich

„Cyberattacken verursachen immer größere Schäden. Ransomware-Angriffe richten sich zunehmend gegen große Unternehmen, und die Erpressungsforderungen steigen. Vor fünf Jahren ging es um einige zehntausend Euro, heute fordern Cyberkriminelle immer öfter Millionenbeträge“, sagt AGCS-Österreich-Experte Severin Gettinger.

Das Risiko rechtlicher und regulatorischer Veränderungen liegt mit unveränderten 27 Prozent auf Platz drei vor Naturkatastrophen (21 Prozent). Letztere scheinen in der aktuellen Umfrage weniger im Fokus zu stehen als noch vor einem Jahr (28 Prozent).

Welche Risiken werden als besonders bedrohlich eingestuft? (Global)

Risiko

2020

2019

Cybervorfälle (Cybercrime, IT-Problem/Ausfälle, Datenlecks, …)

39 %

37 %

Betriebsunterbrechung (einschließlich Lieferkettenunterbrechung)

37 %

37 %

Rechtliche und regulatorische Veränderungen (Gesetzgebung, Brexit, Protektionismus, Sanktionen, Handelskriege, …)

27 %

27 %

Naturkatastrophen

21 %

28 %

Marktentwicklungen (Volatilität, verstärkter Wettbewerb, …)

21 %

23 %

Feuer, Explosion

20 %

19 %

Klimawandel, steigende Volatilität des Wetters

17 %

13 %

Top drei der Welt sind auch Top drei in Europa

Stefanie Thiem, CEO der AGCS in Österreich (Bild: Allianz)
Stefanie Thiem, CEO
der AGCS in Österreich
(Bild: Allianz)

In Europa sind die Top drei dieselben wie weltweit. Cybervorfälle werden hier aber noch häufiger als ernsthafte Bedrohung betrachtet, sowohl im Vergleich mit dem globalen Ergebnis als auch im Vergleich zum Vorjahr (45 Prozent).

Dasselbe gilt für Risiko Nummer zwei, die Betriebsunterbrechung (42 Prozent), deren Ursachen beispielsweise Brände, Explosionen, Naturkatastrophen, Ausfälle in digitalen Lieferketten oder politische Gewalt sein können, so die Allianz.

Ein Brand in einem Rechenzentrum, eine technische Panne oder ein Hackerangriff können „teure Ausfälle für mehrere Unternehmen gleichzeitig verursachen, die alle dasselbe System nutzen und nicht schnell zu manuellen Prozessen zurückwechseln können“, gibt Stefanie Thiem, CEO der AGCS in Österreich, zu bedenken.

Etwas unter dem Vorjahreswert bleibt das Risiko rechtlicher Veränderungen, kommt aber mit deutlichen 33 Prozent dennoch weiterhin auf Platz drei.

Welche Risiken werden als besonders bedrohlich eingestuft? (Europa)

Risiko

2020

2019

Cybervorfälle

45 %

38 %

Betriebsunterbrechung

42 %

38 %

Rechtliche und regulatorische Veränderungen

33 %

36 %

Marktentwicklungen

22 %

22 %

Feuer, Explosion

20 %

20 %

Naturkatastrophen

19 %

26 %

Verlust von Reputation oder Markenwert

16 %

12 %

Österreich: Cyber und Betriebsunterbrechung noch mehr im Vordergrund

Das Sample für Österreich ist mit 41 Teilnehmern eher gering. Die Ergebnisse spiegeln aber im Großen und Ganzen die „allgemeine Stimmungslage“ wider.

So werden auch hierzulande Cybervorfälle und Betriebsunterbrechung am häufigsten als Top-Risiken angeführt, nämlich jeweils von der Hälfte der Befragten. Im Jahresvergleich stagniert ersteres Risiko, letzteres wird demgegenüber deutlich öfter genannt.

Das Risiko von Veränderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen folgt knapp dahinter mit 46 Prozent.

Top-10-Risiken, Befragte in Österreich (Daten: AGCS, Grafik: Lampert)
Das Allianz Risk Barometer 2020 (Cover; Quelle: AGCS)
Das Allianz Risk Barometer 2020
(Cover; Quelle: AGCS)

Allianz drängt zur Beschäftigung mit Klimarisiko

Der Klimawandel scheint als eigenständiges Risiko nicht auf den vordersten Plätzen auf. Er wird aber nach Einschätzung der Allianz neben Cybergefahren „zur großen Herausforderung“ für Unternehmen in der 20er-Jahren.

Eine unzureichende Auseinandersetzung mit diesen beiden Risiken könne operative Leistung, Finanzergebnisse und Reputation maßgeblich beeinträchtigen.

Und, so die AGCS: „Werden seitens eines Unternehmens keine Maßnahmen für eine klimafreundliche Ausrichtung des Geschäfts ergriffen, ist künftig mit regulatorischen Eingriffen, aber auch mit entsprechenden Reaktionen von Kunden, Aktionären und Geschäftspartnern zu rechnen.“

Steigendes Bewusstsein für Klimarisiko

Immerhin steige das Bewusstsein für die Klimabedrohung in den Unternehmen, „diese liegt mittlerweile auf Rang sieben im internationalen Allianz Risk Barometer und auf Platz zehn in Österreich“, berichtet die Allianz.

Zwölf Prozent der in Österreich befragten Experten zählen den Klimawandel bereits zu den drei größten Risiken für die Wirtschaft.

Befürchtet würden vor allem Sachschäden infolge längerer Dürrephasen, heftiger Stürme und massiver Überschwemmungen. Gefährdet seien Fabriken ebenso wie weltweite Transport- und Lieferketten und Energienetzwerke.

Zum Herunterladen

Das Allianz Risk Barometer 2020 und der Appendix mit detaillierten Länder- und Branchendaten können von einer Webseite der AGCS als PDF-Dokumente heruntergeladen werden.

Schlagwörter zu diesem Artikel
Elementarschaden · Marktforschung · Ranking · Unwetter
 
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