Zuversicht, Sorgen, Risiken – die Stimmung in Österreich

10.1.2022 – Gut zwei Drittel der Menschen in Österreicher blicken eher oder sehr zuversichtlich auf die kommenden Jahre – fast genauso viele wie vor fünf Jahren. Das ist ein Ergebnis aus der neuesten Generali-„Zukunftsstudie“. Mehr als drei Viertel zeigen sich mit ihrer Lebenssituation zufrieden. Meistgenannte Sorgen sind Teuerung, Lebenshaltungskosten und Inflation. Auf den vorderen Rängen finden sich unter anderem auch die Sorge vor Kürzungen bei gesetzlichen Pensionen oder staatlichen Gesundheitsleistungen.

Trotz Corona, trotz der widrigen Umstände seit zwei Jahren: Der Großteil der Österreicher zeigt sich in der elften Auflage der „Zukunftsstudie“ der Generali Versicherung AG grundsätzlich positiv gestimmt – zumindest offenbar, was die langfristige Perspektive angeht.

Das Marktforschungsinstitut Mindtake Research hat im Auftrag des Versicherers im November 2021 österreichweit 2.015 Personen im Alter von 15 bis 69 Jahren befragt.

Überwiegend Zuversicht für die kommenden Jahre

„Wenn Sie an Ihre Zukunft denken – mit welcher Zuversicht blicken Sie auf die kommenden Jahre?“

18,7 Prozent antworteten auf diese Frage, sie seien „sehr zuversichtlich“, weitere 50,3 immerhin „eher zuversichtlich“. 25,6 Prozent sind „weniger“, 5,4 Prozent „nicht“ zuversichtlich.

Zusammengenommen unterscheiden sich die Anteile der Zuversichtlichen (69,0 Prozent) und der wenig bis nicht Zuversichtlichen (31,0) aktuell kaum von jenen aus der Umfrage von vor fünf Jahren: Damals war die Verteilung 71,4 zu 28,6.

Männer und Frauen unterscheiden sich in ihren Einstellungen kaum. Jüngere Jahrgänge und Berufstätige neigen dagegen eher zur Zuversicht als ältere Jahrgänge und Nicht-Berufstätige.

Zuversicht für die kommenden Jahre (Grafik: Generali)
Zuversicht für die kommenden Jahre (Grafik: Generali). Zum Vergrößern Grafik anklicken.

Zufriedenheit mit der aktuellen Lebenssituation

„Wie zufrieden sind Sie persönlich mit Ihrer aktuellen Lebenssituation?“ Auch bei dieser Frage überwiegt der Anteil der positiven Antworten deutlich. Der Unterschied im Fünfjahresvergleich ist hingegen etwas ausgeprägter.

77,3 Prozent (2016: 84,7) sind aktuell sehr (23,5) oder eher (53,8) zufrieden. 22,7 Prozent (2016: 15,3) sind derzeit weniger (18,3) oder nicht (4,5) zufrieden.

Nach Altersgruppen ist der Anteil der Zufriedenen bei den 60- bis 69-Jährigen am höchsten (82,3 Prozent), bei den 40- bis 49-Jährigen am niedrigsten (72,6). Die 15- bis 29-Jähriegen (77,4 Prozent) liegen im Mittelfeld.

Persönliche Zufriedenheit mit der aktuellen Lebenssituation (Grafik: Generali)
Persönliche Zufriedenheit mit der aktuellen Lebenssituation (Grafik: Generali). Zum Vergrößern Grafik anklicken.

Risiken und Sorgen

Aus einer langen Liste „möglicher Entwicklungen und Risiken des Alltags“ konnten die Befragten auch angeben, welche davon ihnen Sorgen bereiten.

Klar an der Spitze steht „Teuerung/Anstieg der Lebenshaltungskosten“ (65,8 Prozent), an zweiter Stelle „Inflation/Geldentwertung“ (49,1). Unmittelbar dahinter: Klimawandel (47,1) und „weitere/erneute Pandemie oder Epidemie“ (45,6).

Einige Aspekte, die mit Versicherung und Vorsorge zu tun haben, kommen ebenfalls auf vergleichsweise hohe Werte.

Darunter finden sich eine Kürzung der gesetzlichen Pension (42,4 Prozent) oder der staatlichen Gesundheitsleistungen (38,5), Naturkatastrophen (36,6), Lebensstandard im Alter/niedrige Pension (36,5), schwere Krankheit (31,9) oder psychische oder seelische Erkrankung (29,0).

Auffallende Veränderungen

„Gegenüber der letzten Erhebung im Jahr 2016 fällt die größte Zunahme der Sorgen bei der Teuerung mit 6 Prozentpunkten auf, gefolgt von der Sorge um den Klimawandel, Naturkatastrophen und Cyberkriminalität mit einer Zunahme von jeweils 5 Prozentpunkten“, hebt die Generali hervor.

„Im Vergleich zu 2016 haben die Bereiche Terror und Krieg mit einer Reduktion um 20 bzw. 17 Prozentpunkte am deutlichsten verloren und finden sich 2021 nicht mehr im Top-Ten-Ranking der Zukunftssorgen.“

Sorgen vor möglichen Entwicklungen und Risiken des Alltags (Grafik: Generali)
Sorgen vor möglichen Entwicklungen und Risiken des Alltags (Grafik: Generali). Zum Vergrößern Grafik anklicken.

Persönliche „Glücksmomente“

Abseits von Ängsten und Sorgen: „Was sind die größten ‚Glücksbringer‘ in Ihrem Leben?“

Für drei Viertel (74,9 Prozent) ist es die Familie: Lebenspartner, Kinder, Enkelkinder. Das ist ein um fast acht Punkte höherer Wert als fünf Jahre zuvor.

Freundschaften haben ebenfalls dazugewonnen (60,4 Prozent; 2016: 57,2). Etwas höher als vor fünf Jahren rangiert auch die Natur (55,7 Prozent; 2016: 53,3) – sie verdrängt damit Freizeitaktivitäten wie Musik und Kultur (40,8 Prozent; 2016: 56,7) vom dritten Platz in der Liste.

„Einzig für die 15- bis 29-Jährigen liegen die Freizeitaktivitäten mit 51 Prozent nach der Familie (72 Prozent) und den Freunden (65 Prozent) auf Rang 3“, so die Generali.

Die größten Glücksmomente (Grafik: Generali)
Die größten Glücksmomente (Grafik: Generali). Zum Vergrößern Grafik anklicken.
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Gesundheitsreform · Marktforschung · Pension  · Ranking · Unwetter
 
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