Zwei von drei Unternehmen „innovationsaktiv“

25.6.2020 – Rund zwei Drittel der Unternehmen haben im Zeitraum 2016 bis 2018 Innovationen in Bezug auf Produkte, Dienstleistungen oder Geschäftsprozesse eingeführt. Im Sektor Finanz- und Versicherungsdienstleistungen war dieser Wert ähnlich hoch. Mit Produktinnovationen sei etwas mehr als ein Zehntel der Umsätze generiert worden.

62,2 Prozent der österreichischen Unternehmen sind nach am Mittwoch veröffentlichten Angaben der Statistik Austria „innovationsaktiv“, soll heißen: Sie haben von 2016 bis 2018 Innovationsaktivitäten gesetzt. Der Anteil innovationsaktiver Unternehmen sei damit seit dem Zeitraum 2014 bis 2016 (62,0 Prozent) stabil geblieben.

Als „Innovationen“ gelten neue oder verbesserte Produkte, Dienstleistungen oder Geschäftsprozesse, die sich merklich von den bisherigen Produkten, Dienstleistungen und Geschäftsprozessen des Unternehmens unterscheiden und die auf dem Markt oder im Unternehmen eingeführt worden sind.

Zur Methodik

Die Daten stammen aus hochgerechneten Ergebnissen der Europäischen Innovationserhebung. Grundlage ist eine Stichprobenerhebung mit freiwilliger Beteiligung, bei der Daten von rund 2.800 Unternehmen ab zehn Beschäftigten erhoben wurden.

Einbezogen waren dabei die Sektoren Bergbau, Herstellung von Waren, Energieversorgung, Wasserversorgung und Abfallentsorgung, Großhandel, Verkehr und Lagerei, Information und Kommunikation, Finanz- und Versicherungsdienstleistungen, Architektur- und Ingenieurbüros, Forschung und Entwicklung sowie Werbung und Marktforschung.

Ein Drittel führte neue Angebote ein, die Hälfte neue Geschäftsprozesse

34,6 Prozent der Unternehmen haben im Zeitraum 2016 bis 2018 neue oder verbesserte Produkte oder Dienstleistungen eingeführt (Zeitraum 2014 bis 2016: 34,4 Prozent). Im Detail haben 23,0 Prozent Marktneuheiten eingeführt, die übrigen 11,4 Prozent lediglich Angebote, die zwar neu für das eigene Unternehmen, aber nicht neu für ihren Markt waren.

55,2 Prozent haben neue oder verbesserte Geschäftsprozesse eingeführt. „Die häufigste Geschäftsprozessinnovation war dabei die Einführung von neuen oder verbesserten Methoden der Informationsverarbeitung oder Kommunikation.“

Geschätzte 14,9 Prozent aller Umsätze 2018 wurden mit Produktinnovationen erzielt, berichtet die Statistik Austria (2016: 12,6 Prozent) weiter. Die Innovationsausgaben betrugen 2,1 Prozent der Umsätze (2016: 2,2 Prozent).

Innovation im Sektor Finanz- und Versicherungsdienstleistungen

Im Sektor Finanz- und Versicherungsdienstleistungen (Klassen 64 bis 66 nach ÖNACE 2008) liegt die Anzahl der innovationsaktiven Unternehmen für den Zeitraum 2016 bis 2018 mit 64,1 Prozent knapp über dem Gesamtschnitt.

Etwas geringer war in diesem Sektor 2018 der Anteil, den Produktinnovationen am Umsatz hatten, er betrug 11,6 Prozent. Deutlich geringer war der Anteil der Innovationsausgaben am Umsatz (0,4 Prozent).

Anteil der innovationsaktiven Unternehmen

Kennzahl

Gesamt

Finanz- und Versicherungs-dienstleistungen

Unternehmen mit Innovationsaktivitäten

– Produktinnovation

– – Erstanbieter von Marktneuheiten*

– Geschäftsprozessinnovationen

– andere Innovationsaktivitäten**

62,6 %

34,6 %

23,0 %

55,2 %

31,9 %

64,1 %

35,9 %

15,7 %

58,1 %

27,1 %

Umsätze mit Produktinnovationen (2018)

– Marktneuheiten

– für das Unternehmen neue Produkte

14,9 %

6,3 %

8,6 %

11,6 %

2,9 %

8,7 %

Anteil der Innovationsausgaben am Umsatz (2018)

2,1 %

0,4 %

Innovationshemmnisse

Was steht der Innovation im Weg? Alle Branchen zusammengenommen, wird Mangel an qualifizierten Mitarbeitern (20,1 Prozent) am häufigsten als Hemmnis von „großer Wichtigkeit“ angeführt.

Im Sektor Finanz- und Versicherungsdienstleistungen wird dieser Aspekt deutlich seltener genannt. Hier stehen schlicht andere Prioritäten (19,5 Prozent) im Vordergrund und bremsen damit Innovationen aus.

Innovationshemmnisse von „großer Wichtigkeit“

Hemmnis

Gesamt

Finanz- und Versicherungs-dienstleistungen

Andere Prioritäten innerhalb des Unternehmens

18,6 %

19,5 %

Zu hoher Wettbewerb im Markt

12,6 %

8,0 %

Mangel an qualifizierten Mitarbeitern

20,1 %

7,2 %

Innovationskosten zu hoch

14,3 %

6,6 %

Fehlende Geldmittel im eigenen Unternehmen

10,1 %

2,9 %

Unsichere Marktnachfrage für die Ideen für Innovationen

8,8 %

2,8 %

Schwierigkeiten, staatliche Zuschüsse für Innovationen zu bekommen

11,5 %

2,3 %

Mangel an Partnern für die Zusammenarbeit

4,5 %

2,4 %

Mangelnder Zugang zu externem Wissen

2,7 %

2,1 %

Mangelnde Kreditfinanzierung

5,0 %

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