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2021 für Natkat-Versicherer eines der teuersten Jahre

12.1.2022 – Munich Re geht nach vorläufigen Daten von Naturkatastrophen-Schäden im Ausmaß von 280 Milliarden US-Dollar im Jahr 2021 aus, wovon weniger als die Hälfte versichert war. Für Versicherer sei es „in etwa gemeinsam mit 2011 und 2005 das zweitteuerste Naturkatastrophenjahr bisher“ gewesen. Die Versicherungslücke sei selbst in Industrieländern groß.

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Rückversicherer Swiss Re hatte im Dezember bereits erste Schätzungen zum Katastrophengeschehen abgegeben. Damals war von wirtschaftlichen Schäden in Höhe von 250 Milliarden Euro weltweit in Folge von Naturkatastrophen die Rede (VersicherungsJournal 15.12.2021).

280 Milliarden Dollar

Nun hat Munich Re vorläufige Zahlen zu den Naturkatastrophen des vergangenen Jahres veröffentlicht und kommt dabei noch auf eine etwas höhere Zahl: Demnach wäre von Gesamtschäden im Ausmaß von 280 Milliarden US-Dollar auszugehen – nach 210 Milliarden 2020 und 166 Milliarden 2019.

Versichert waren nach Angaben der Munich Re Schäden mit einem Volumen von etwa 120 Milliarden Dollar – ebenfalls mehr als in den Vorjahren (2020: 82 Milliarden, 2019: 57 Milliarden).

„Für Versicherer war 2021 in etwa gemeinsam mit 2011 und 2005 das zweitteuerste Naturkatastrophenjahr bisher (Rekordjahr 2017: 146 Milliarden US-Dollar, inflationsbereinigt)“, stellt Munich Re fest, „die gesamtwirtschaftlichen Schäden waren die vierthöchsten (Rekordjahr 2011: 355 Milliarden US-Dollar)“.

Weltweit kamen letztes Jahr 9.200 Menschen durch Naturkatastrophen ums Leben.

Große Naturkatastrophen-Schäden

Hurrikan Ida war mit 65 Milliarden Dollar Gesamtschäden, davon 36 Milliarden versicherte Schäden, die teuerste Naturkatastrophe des Jahres, berichtet Munich Re.

In Europa hinterließen Sturzfluten nach Starkregen im Juli Schäden in Höhe von 54 Milliarden US-Dollar (46 Milliarden Euro). Rund 70 Prozent davon (33 Milliarden Euro) entfielen auf Deutschland und machten sie zur bislang teuersten Naturkatastrophe in der Bundesrepublik.

Weltkarte: Große Naturkatastrophen 2021 (Quelle: Munich Re/Natcatservice)
Zum Vergrößern Karte anklicken (Quelle: Munich Re/Natcatservice).

„Auffällige“ Klimastatistik 2021

Ernst Rauch, Chef-Klimatologe und Leiter der Abteilung Climate Solutions bei Munich Re, bezeichnet die Katastrophenstatistik 2021 als „auffällig“.

„Denn etliche der extremen Unwetterereignisse gehören zu jenen, die durch den Klimawandel häufiger oder schwerer werden“, so Rauch. „Dazu gehören Schwergewitter in den USA auch im Winterhalbjahr. Oder auch Starkregen mit Hochwasser in Europa.“

Bei den Hurrikanen erwarte die Wissenschaft, dass der Anteil der starken Stürme gepaart mit extremen Niederschlägen durch den Klimawandel zunimmt.

Rauch: „Auch wenn Ereignisse nicht einfach dem Klimawandel zugeordnet werden können, so liefert die Analyse der Veränderungen über Jahrzehnte hinweg plausible Indizien für einen Zusammenhang mit der Erwärmung der Atmosphäre und Ozeane.“

Versicherungslücke „selbst in Industrieländern noch groß“

Weltweit betrachtet, sind etwa 57 Prozent der Schäden durch Naturkatastrophen nicht versichert gewesen. In Industrieländern sei die Versicherungslücke in den vergangenen Jahrzehnten geschrumpft, in ärmeren Ländern liege sie unverändert bei mehr als 90 Prozent.

In Industrieländern hänge der Anteil der versicherten Schäden von den jeweiligen Naturgefahren ab. So sei die Versicherungsdichte bei Überschwemmungen in den USA und in Europa deutlich niedriger als bei Stürmen. In den USA sei Infrastruktur teilweise versichert, in Europa dagegen kaum.

„Eine höhere Versicherungsdichte kann dazu beitragen, dass betroffene Menschen und Länder die finanziellen Folgen einer Katastrophe besser verkraften und zu einem normalen Leben zurückkehren können“, kommentiert Rauch.

„Auch der Ausbau von Konzepten in Partnerschaft mit Staaten – Public-Private Partnerships – kann sinnvoll sein.“

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Elementarschaden · Unwetter
 
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