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Bedeutung der finanziellen Vorsorge auf Allzeithoch

13.1.2022 – Noch nie war finanzielle Vorsorge so wichtig wie heute, zeigt eine aktuelle Studie zum Vorsorgeverhalten der Österreicher. Corona habe einen positiven Einfluss auf das Vorsorgeverhalten bewirkt, die Österreicher würden erkennen, dass Handlungsbedarf gegeben ist.

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Virtuelle Pressekonferenz zur Präsentation der Vorsorgestudie 2022 (Screenshot)
Virtuelle Pressekonferenz zur Präsentation der Vorsorgestudie 2022: Gerda Holzinger-Burgstaller, Vorstandsvorsitzende der Erste Bank Österreich, und Manfred Bartalszky, Vorstandsmitglied der Wiener
Städtischen (Bild: Screenshot).

Erste Bank der oesterreichischen Sparkassen AG und Wiener Städtische Versicherung AG haben ihre „Vorsorgestudie 2022“ präsentiert. Die empirische Untersuchung wurde von Imas International – Institut für Markt- und Sozialanalysen Ges.m.b.H. durchgeführt.

Befragt wurden in Online-Interviews zwischen 2. und 14. November tausend Personen zwischen 16 und 65 Jahren; dabei habe es sich um eine disproportionale Stichprobe mit mindestens 100 Interviews pro Bundesland gehandelt, so Studienautor Paul Eiselsberg. Die Ergebnisse seien repräsentativ.

Ziel sei es gewesen, das Bewusstsein und das Verhalten der Österreicher im Hinblick auf das Thema Vorsorge zu erheben. Besonderes Augenmerk sei dabei auf den Einfluss von Corona auf die Vorsorgestrategien gelegt worden.

Kurzfristig überwiegen Sorgen und Skepsis

Seit 2020 sei die Grundstimmung gedämpft und sorgenvoll, so Eiselsberg; dies stehe „im direkten Zusammenhang mit der Pandemie“. Vor allem Frauen und Menschen mit geringerer Bildung seien eher skeptisch, was die Zukunft betrifft.

Insgesamt sehen 26 Prozent der Befragten mit Sorge und 38 Prozent mit Skepsis auf die nächsten zwölf Monate; demgegenüber sind nur 33 Prozent zuversichtlich. Für die nächsten zwei bis drei Jahre sieht es besser aus: 44 Prozent sind zuversichtlich, 33 Prozent skeptisch und 20 Prozent sorgenvoll.

Einen Hoffnungsschimmer sieht Eiselsberg darin, dass die Grundstimmung sehr volatil ist: Mit einer Veränderung der Pandemie könnte sie sich bereits im Frühjahr wieder verbessern.

Was die Entwicklung der wirtschaftlichen Verhältnisse und die Lebensqualität in Österreich betrifft, glauben 52 Prozent, dass sich diese in den kommenden Monaten verschlechtern werden, nur 16 Prozent erwarten eine Verbesserung. Im Vergleich mit dem Vorjahr habe sich die Einschätzung aber verbessert.

Vorsorge so wichtig wie nie zuvor

Neben den gesundheitlichen habe die Corona-Pandemie auch finanzielle Auswirkungen, betonte Manfred Bartalszky, Vorstandsmitglied der Wiener Städtischen, bei der Studienpräsentation: „Die Bedeutung der finanziellen Vorsorge hat ein All-time-high erreicht.“

Für 89 Prozent der Befragten sei finanzielle Vorsorge nun sehr oder eher wichtig; vor einem Jahr hatten dies nur 80 Prozent so beurteilt. Für Frauen hat das Thema eine noch größere Bedeutung: 91 Prozent finden finanzielle Vorsorge sehr oder eher wichtig, bei Männern sind es „nur“ 86 Prozent.

Die Pandemie habe einen positiven Einfluss auf das Vorsorgeverhalten bewirkt, so Bartalszky: „Die Österreicher sehen, dass Handlungsbedarf gegeben ist.“ Vor allem 16- bis 29-Jährige würden die Bedeutung von Vorsorge sehr hoch einschätzen.

Insgesamt haben laut Studie 26 Prozent der Österreicher aufgrund von Corona ihr Vorsorgeverhalten verändert; von diesem wiederum würden 83 Prozent planen, in Zukunft mehr für ihre Vorsorge zu tun, neun Prozent hätten dagegen vor, ihre Vorsorgeaktivitäten zu reduzieren.

Die wichtigsten Themen

Vorsorge für die Gesundheit steht gemeinsam mit „finanziellen Reserven für Krisenfälle“ an der Spitze der Vorsorgethemen: Jeweils 68 Prozent bezeichnen diese als „ganz besonders wichtig“ (Mehrfachantworten waren zugelassen).

Für die Pension vorzusorgen ist laut Studie für 64 Prozent wichtig, Vorsorge für die Familie nennen 60 Prozent. Deutlich dahinter folgen kurzfristig verfügbare finanzielle Reserven, mögliche Unfälle sowie Vermögens- und Kapitalaufbau als wichtige Vorsorge-Themen.

Allerdings sei besonders für jüngere Menschen der Vermögens- und Kapitalaufbau besonders wichtig, betonte Bartalszky. Schlusslicht unter den Vorsorgethemen ist die Pflege: nur 31 Prozent bezeichnen sie als wichtig.

Auch die Ausgaben für private Pensions- und Gesundheitsvorsorge sind auf ein Allzeithoch gestiegen: Durchschnittlich 226 Euro pro Monat würden die Österreicher dafür auf die Seite legen, 2020 waren es nur 161 Euro. Männer sparen mit 277 Euro pro Monat deutlich mehr als Frauen (173 Euro).

Möglichst früh beginnen

47 Prozent der Befragten sind der Meinung, man sollte mit finanzieller Vorsorge „so früh wie möglich beginnen“. „Bereits während der Ausbildung in jungen Jahren“ sagen 15 Prozent, für 18 Prozent ist der Einstieg ins Arbeitsleben der richtige Zeitpunkt, mit finanzieller Vorsorge anzufangen.

Zwar würden sich 43 Prozent der Österreicher bereits mit unter 25 Jahren erstmals intensiv über die eigene finanzielle Vorsorge informieren, häufig würden dem aber keine Handlungen folgen, so Bartalszky: „Mit 30 ist man unsterblich.“

Im Nachhinein und mit dem Wissen von heute sind 56 Prozent überzeugt, dass es am besten wäre, sich bereits zwischen 16 und 25 erstmals mit finanzieller Vorsorge auseinanderzusetzen; 27 Prozent glauben, dass man sich spätestens mit 35 Jahren darüber Gedanken machen sollte.

Was finanzielle Vorsorge bedeutet

92 Prozent der Befragten assoziieren mit dem Begriff „finanzielle Vorsorge“ den „klassischen Notgroschen“, so Gerda Holzinger-Burgstaller, Vorstandsvorsitzende der Erste Bank Österreich. Für ebenso viele bedeutet finanzielle Vorsorge, ausreichend finanzielle Mittel zu haben.

Den Vermögensaufbau verbinden dagegen nur 77 Prozent der Studienteilnehmer sehr oder eher stark mit dem Begriff finanzieller Vorsorge. „Überraschenderweise“, wie Holzinger-Burgstaller meint, sei er doch insbesondere für die Altersvorsorge von Bedeutung.

Die wichtigsten Kriterien bei der Veranlagung – hier konnten maximal drei genannt werden – sind die Flexibilität in der Ein- und Auszahlungsphase (für 53 Prozent), ein möglichst geringes bzw. kein Risiko bei der Veranlagung (für 49 Prozent) und eine Kapitalgarantie (für 45 Prozent).

Spartrends

Klassische Sparformen werden „noch immer ganz, ganz stark verwendet“, so Holzinger-Burgstaller. Sparbuch oder Sparkarte werden von 53 Prozent der Befragten genutzt. Es zeige sich aber ein „geändertes Verhalten“: 2020 lag dieser Wert noch bei 58 Prozent.

Lebensversicherung (mit 42 Prozent, +/- null) und Bausparen (38 Prozent, 2020: 39 Prozent) blieben weitegehend unverändert, während Fondssparpläne, Aktien, Immobilien und Edelmetalle deutlich in der Gunst der Anleger gewachsen sind und auch weiter wachsen werden, wie Holzinger-Burgstaller meint.

Zunehmen dürfte auch die Bedeutung der Nachhaltigkeit bei Vorsorgeprodukten. Laut Studie ist sie bereits heute für 55 Prozent der Befragten sehr oder eher wichtig. Und 63 Prozent glauben, dass das Thema in Zukunft weiter an Bedeutung zunehmen werde.

 
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