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Corona und wechselndes Interesse an Versicherungen

16.10.2020 – Mit dem Lockdown im März hat der „Durchblicker“ Veränderungen im Vergleichsverhalten der Österreicher bemerkt. So wurden etwa in Kfz- und Rechtsschutz-Versicherung deutlich weniger Vergleiche angestellt, mehr etwa bei Hunde- und E-Bike-Versicherungen.

Wenige Wochen nach dem Lockdown, vom 17. bis 23. April, hatte die Respondi AG für das Tarifvergleichsportal Durchblicker (Yousure Tarifvergleich GmbH) 1.200 Personen unter anderem gefragt, inwiefern die Corona-Krise sie zu Kosteneinsparungen veranlasste.

Überwiegend betrafen die Budgetkürzungen die Bereiche Urlaub sowie Fitness und Hobby, Kleidung und Accessoires. Diese Posten wurden von jeweils mehr als 70 Prozent genannt. Nur 9 Prozent gaben an, bei Versicherungen den Rotstift anzusetzen (VersicherungsJournal 6.5.2020).

„Wie ein Seismograph“

In den Tarifrechnern des Durchblickers – von Strom und Gas über Internet und Telefon bis Finanzen und Versicherungen – werden nach eigenen Angaben zirka zehn Millionen Vergleiche im Jahr durchgeführt.

Im Rückblick hat die Vergleichsplattform seit März je nach Versicherungssparte verschiedene Tendenzen im Kundeninteresse festgestellt, wie Geschäftsführer Reinhold Baudisch am Dienstag, dem zweiten Tag des Insurance Forum Austria 2020 in Rust, darlegte.

Die Entwicklung der Anzahl der Vergleiche sei „wie ein Seismograph“ gewesen, der zeigte, was die Menschen gerade beschäftigt.

Verlagerung der Nachfrage

In der Phase vor dem Lockdown habe sich das Interesse an Reiseversicherungen noch verdoppelt, und sei dann mit dem Zeitpunkt, in dem Corona sozusagen offiziell zur Pandemie wurde, fast auf null gesunken. „Das hat sich auch kaum wieder gefangen.“

In der Kfz-Versicherung sei das Interesse um 40 Prozent zurückgegangen und im Rechtsschutz etwa in derselben Größenordnung gesunken. Zugenommen habe es hingegen in der Hunde- und in der E-Bike-Versicherung.

Auch bei den Vergleichen zu Internettarifen sei eine gesteigerte Nachfrage festzustellen gewesen – vermutlich, weil die Verlagerung ins Homeoffice nach leistungsfähigeren Angeboten suchen ließ. Das Segment Strom und Gas habe im Gegensatz dazu geringeren Zulauf gehabt.

Nachholeffekt – mit anhaltender Wirkung

Was im März und April ausgelassen wurde, sei – abgesehen von der Reiseversicherung – über den Sommer nachgeholt worden, führte Baudisch weiter aus. Das Vergleichsaufkommen in der Auto- und in der Haushaltsversicherung sei besonders stark.

„Wir dachten zuerst an einen Nachzieheffekt. Die Zahlen bleiben aber oben.“ Er glaubt deshalb, dass es einen „positiven E-Commerce-Trend“ gibt.

Möglicherweise Preiskämpfe?

Johann Oswald, früheres Vorstandmitglied der Allianz-Gruppe Österreich und seit 2018 CEO der slowenischen Merkur zavarovalnica d.d., resümierte, dass die Versicherung dem Kauf- und Freizeitverhalten folge, welches seinerseits wiederum vom Angebot abhänge.

„Es gab sicher eine Fokussierung auf die Bestandskunden“, so Oswald weiter. Der E-Commerce sei gestärkt worden, einige Sparten hätten sich etwas resistenter gezeigt als andere. Für die Ertragssituation sei dabei die Struktur der Häuser maßgeblich.

Kosteneinsparungen und geringeres Schadenaufkommen durch das Herunterfahren des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens, dazu ein relativ geringerer Einbruch als in anderen Industrien – „das müsste eine Mischung sein, aus der künftige Preiskämpfe entstehen“, meinte Oswald.

Wie sich Corona langfristig auswirkt, wisse man aber freilich nicht. „Die Krise ist noch nicht vorbei.“

 
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