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Das geben Staat und Privat für Gesundheit aus

19.6.2020 – Österreich gab 2019 nach vorläufigen Daten 44,37 Milliarden Euro für Gesundheit aus. Davon sind 32,70 Milliarden dem öffentlichen, 11,67 dem privaten Sektor zuzurechnen. Nach Ausgabeart waren rund 93 Prozent laufende Ausgaben, der Rest Investitionen.

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2019 wurden in Österreich 44,37 Milliarden Euro für Gesundheit ausgegeben (+4,2 Prozent gegenüber 2018). Das geht aus einer am Donnerstag von der Statistik Austria veröffentlichten „Schnellschätzung“ hervor.

Knapp 73,7 Prozent davon waren öffentliche Ausgaben, also von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherungsträgern. In einer absoluten Zahl ausgedrückt, handelt es sich um 32,70 Milliarden Euro – gegenüber 2018 ein Plus von knapp fünf Prozent.

Der Rest waren private Ausgaben, also solche privater Haushalte, privater Versicherungsunternehmen und privater Organisationen ohne Erwerbszweck, nämlich 11,67 Milliarden Euro (+2,2 Prozent).

Zur besseren Einordnung: Das österreichische Bruttoinlandsprodukt (BIP) belief sich im vergangenen Jahr auf zirka 399 Milliarden Euro.

Gesundheitsausgaben im öffentlichen und im privaten Bereich sowie Summe aus beiden Teilbereichen (Daten: Statistik Austria, Grafik: Lampert)

Gesundheitsausgaben im öffentlichen …

Von den Gesundheitsausgaben im öffentlichen Sektor waren rund 95 Prozent oder 31,21 Milliarden Euro laufende Ausgaben, der Rest Investitionen.

Fast die Hälfte der laufenden Ausgaben (45,8 Prozent) machten 2018 (neuere Daten liegen nicht vor) Leistungen der stationären Gesundheitsversorgung inklusive stationäre Pflegeleistungen aus, etwas mehr als ein Viertel (26,5 Prozent) ambulante Leistungen. Auf pharmazeutische Erzeugnisse und medizinische Ge- und Verbrauchsgüter entfielen 13,5 Prozent, auf häusliche Pflege 8,0 Prozent.

Der durchschnittliche jährliche Anstieg im Zeitraum 2004 bis 2018 war dabei laut Statistik in den Bereichen Krankentransport und Rettungsdienste (5,0 Prozent) sowie ambulante Leistungen (4,4 Prozent) am stärksten.

Deutlich unter dem Schnitt der jährlichen Steigerung der öffentlichen laufenden Gesundheitsausgaben (4,0 Prozent) lagen die Bereiche Verwaltung (3,2 Prozent) sowie pharmazeutische Erzeugnisse und medizinische Ge- und Verbrauchsgüter (3,1 Prozent).

Gesundheitsausgaben im öffentlichen Bereich (Daten: Statistik Austria, Grafik: Lampert)

… und im privaten Bereich

Im privaten Bereich waren 2019 88,0 Prozent laufende Ausgaben, 12,0 Prozent Investitionen.

Private Haushalte und Versicherer gaben 2018 – auch hier gibt es noch keine neueren Daten – 9,35 Milliarden Euro für Gesundheitsleistungen aus.

„Für die ambulante Gesundheitsversorgung wurden 31,3 Prozent aufgewendet, für pharmazeutische Erzeugnisse und medizinische Ge- und Verbrauchsgüter 28,7 Prozent und für Leistungen der stationären Gesundheitsversorgung 28,3 Prozent“.

Gesundheitsausgaben im privaten Bereich (Daten: Statistik Austria, Grafik: Lampert)

Veränderungen im privaten Sektor

Im Schnitt wuchsen die Ausgaben der privaten Haushalte und Versicherer für Gesundheitsleistungen von 2004 – damals betrugen sie 5,90 Milliarden Euro – bis 2018 jährlich um 3,3 Prozent.

Ein „starkes Wachstum“ in diesem Zeitraum stellt die Statistik Austria bei der häuslichen Pflege fest, „die durchschnittlichen jährlichen Ausgaben wuchsen um 17,6 Prozent“.

Dieser Anstieg lasse sich unter anderem damit begründen, dass ab 2008 Daten für die 24-Stunden-Betreuung berücksichtigt worden sind. Betrachtet man nur die Hauskrankenpflege ohne 24-Stunden-Betreuung, so betrage das Wachstum 7,8 Prozent.

Am zweitstärksten gewachsen seien bei den privaten Ausgaben Krankentransport und Rettungsdienste (4,0 Prozent), gefolgt von Prävention und stationärer Gesundheitsversorgung (jeweils 3,5 Prozent).

Schlagwörter zu diesem Artikel
Gesundheitsreform · Sozialversicherung
 
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