Das zahlt die gesetzliche Krankenversicherung

9.8.2019 – Österreichs gesetzliche Krankenversicherung zahlte 2018 insgesamt 18,2 Milliarden Euro an Versicherungsleistungen aus. Anstaltspflege, ärztliche Hilfe und Heilmittel machten zusammen drei Viertel der Ausgaben aus. Die Gesamtausgaben – einschließlich Verwaltungskosten etc. – betrugen 19,2 Milliarden Euro. Die Einnahmen lagen knapp darüber, 15,9 Milliarden Euro stammten von Versicherungsbeiträgen.

8.730.841 Personen waren 2018 im Jahresschnitt in der gesetzlichen Krankenversicherung (ohne KFA) anspruchsberechtigt. Davon leisteten 6.772.350 Personen Beiträge, 1.958.311 waren als Angehörige versichert.

In Summe ist die Anzahl der Versicherten damit neuerlich gestiegen, und zwar um 0,62 Prozent mehr Personen gegenüber 2017.

Das geht aus Daten des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger hervor.

19,26 Milliarden Euro an Einnahmen

Im Wege von Krankenversicherungsbeiträgen flossen 15,91 Milliarden Euro (+4,5 Prozent) in die Kassen. Sie steuerten 82,6 Prozent aller Einnahmen der Krankenversicherung bei.

Der Rest verteilt sich auf Leistungsersätze (10,0 Prozent oder 1,928 Milliarden Euro; +2,3 Prozent), Mittel aus dem Ausgleichsfonds, Rezeptgebühren, Vermögenserträgnisse und sonstige Einnahmen.

Insgesamt verzeichnete die gesetzliche Krankenversicherung somit Einnahmen in Höhe von 19,257 Milliarden Euro (+4,1 Prozent).

Ausgaben knapp unter den Einnahmen

Dem standen Ausgaben im Ausmaß von 19,152 Milliarden Euro (+3,9 Prozent) gegenüber. Mit anderen Worten: Die Ausgaben entsprachen 99,5 Prozent der Einnahmen – ein Saldo von +105 Millionen Euro.

Von den Ausgaben gingen 0,95 Milliarden Euro in Verwaltungsaufwand (495 Millionen Euro; +3,4 Prozent), Überweisungen an den Ausgleichsfonds, Abschreibungen und die Position „sonstige Ausgaben“.

Der Löwenanteil von 18,20 Milliarden Euro, das ist im Jahresvergleich ein Plus von 4,4 Prozent, wurde freilich für Versicherungsleistungen aufgewandt.

Versicherungsleistungen: Ausgaben stiegen in allen Kategorien

Eine Kostenzunahme war nach den vorläufigen Zahlen in allen 14 ausgewiesenen Leistungskategorien festzustellen. Sieht man von Mutterschaftsleistungen ab, belief sie sich in jeder Kategorie auf mindestens zwei Prozent.

Die höchsten Steigerungen gab es in der medizinischen Hauskrankenpflege mit +11,1 Prozent, allerdings auf niedrigem Niveau: Mit 22 Millionen Euro ist sie der kleinste Einzelposten. Hoch waren die Zunahmen auch bei Heilbehelfen und Hilfsmitteln (+8,8 Prozent) und beim Rehabilitationsgeld (+7,7 Prozent).

Die in absoluten Zahlen größten Kategorien unter den Versicherungsleistungen waren Anstaltspflege, ärztliche Hilfe und Heilmittel mit Volumina von 5,45 beziehungsweise 4,68 und 3,66 Milliarden Euro. Die Zuwächse beliefen sich hier auf 3,9 beziehungsweise 5,9 und 3,0 Prozent.

Versicherungsleistungen der gesetzlichen Krankenversicherung 2018

Kategorie

in Millionen Euro

in % der Einnah-men

Einnahmen +/–
ggü. 2017

Anstaltspflege

5.454

28,3 %

+3,9 %

Ärztliche Hilfe

4.684

24,3 %

+5,9 %

Heilmittel

3.660

19,0 %

+3,0 %

Zahnbehandlung, -ersatz

1.058

5,5 %

+4,7 %

Krankengeld

775

4,0 %

+6,9 %

Mutterschaftsleistungen

705

3,7 %

+0,9 %

Medizinische Rehabilitation

494

2,6 %

+4,6 %

Rehabilitationsgeld

364

1,9 %

+7,7 %

Heilbehelfe, Hilfsmittel

302

1,5 %

+8,8 %

Fahrtspesen und Transportkosten

251

1,3 %

+3,4 %

Früherkennung von Krankheiten und Gesundheitsförderung

244

1,3 %

+2,1 %

Gesundheitsfestigung und Krankheitsverhütung

100

0,5 %

+6,2 %

Medizinische Hauskrankenpflege

22

0,1 %

+11,1 %

Sonstige Leistungen

89

0,5 %

+2,0 %

Summe

18.202

94,5 %

+4,4 %

Schlagwörter zu diesem Artikel
Gesetzliche Krankenversicherung · Gesundheitsreform · Sozialversicherung
 
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