Die D&O-Versicherung, rechtlich aufgearbeitet

14.9.2018 – Schon in seiner Dissertation hat sich der Autor, ein promovierter Jurist, mit der D&O-Versicherung beschäftigt. Diese ist auch Basis für das nun erschienene Buch, das sich sowohl den dogmatischen Grund- und Strukturfragen als auch praxisrelevanten Streitfragen widmet. Im Vordergrund stehen dabei die Bedürfnisse der Praxis.

Neu bei Facultas: D&O-Versicherung (Bild: Facultas)
Neu bei Facultas: D&O-Versicherung
(Bild: Facultas)

Bei Facultas ist mit dem Buch „D&O-Versicherung – Dogmatische Grundlagen und ausgewählte Praxisfragen“ zu diesem Thema eine Monografie zum österreichischen Recht erschienen.

Die aus dem anglo-amerikanischen Raum stammende D&O-Versicherung habe in den vergangenen Jahren in Europa weite Verbreitung gefunden, so Autor Martin Ramharter einleitend.

Auch in Österreich sei dieses Instrument zur Absicherung der Organhaftung für Manager und Aufsichtsräte, die sich mit einem immer komplexeren wirtschaftlichen und regulatorischen Umfeld konfrontiert sehen, inzwischen weit verbeitet.

Demgegenüber stehe die juristische Aufarbeitung der D&O-Versicherung hierzulande aber erst am Anfang.

Grundlegende Aufarbeitung der österreichischen Rechtslage

Bereits in seiner Diplomarbeit an der Wirtschaftsuniversität Wien hatte sich der Autor nach einem Forschungsaufenthalt an der New York University, School of Law, mit der „Directors’ and Officers’ Liability Insurance“ beschäftigt.

Basis für das nun erschienene Buch ist seine 2017 erschienene Dissertation an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien. Für diese wurde er 2018 mit dem „Preis des Verbands österreichischer Banken und Bankiers“ ausgezeichnet.

Ausgangssituation für Ramharters Arbeit ist das, wie er schreibt, mittlerweile fast unüberschaubare deutsche Schrifttum zur D&O-Versicherung. Das deutsche Recht sei dem österreichischen immer noch zu ähnlich, um die Diskussion in Deutschland zu ignorieren.

Die feinen Unterschiede in Gesetz und Rechtsprechung würden aber zu besonderer Vorsicht mahnen. Daher sei es notwendig gewesen, das Thema D&O-Versicherung für das österreichische Recht grundlegend anzugehen – „selbstverständlich unter Berücksichtigung des Meinungsstands in Deutschland“.

Bedürfnisse der Praxis im Vordergrund

Im Zentrum der Betrachtung stünden dabei, so Ramharter, die zentralen dogmatischen Grund- und Strukturfragen sowie eine Auswahl praxisrelevanter Streitfragen. Vor allem erstere sollen „den Bedürfnissen der Praxis gerecht werden“.

In Wirklichkeit seien die oft zitierten Besonderheiten „in der D&O“ nämlich Ausdruck mangelnder dogmatischer Aufarbeitung versicherungsrechtlicher Prinzipien und zentraler haftpflichtversicherungsrechtlicher Wertungen.

Nach einem Abschnitt über die Grundlagen der D&O-Versicherung folgen Kapitel über die Rechtsverhältnisse, den Versicherungsfall, das versicherte Risiko, die Leistungspflicht des Versicherers sowie über die vorvertragliche Anzeigepflicht.

Dabei wird in insgesamt 2.424 Fußnoten ausführlich auf Lehre und Rechtsprechung Bezug genommen. 26 Seiten Literaturverzeichnis und eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse runden das Buch ab.

Der Autor

Der promovierte Jurist Ramharter ist seit 2012 Legist im Finanzministerium. Zu seinen Tätigkeitsschwerpunkten zählen Versicherungs-, Gesellschafts- und Rechnungslegungsrecht.

Seit 2016 ist er darüber hinaus Mitglied der Expert Group on Banking, Payments and Insurance (EGBPI) bei der Europäischen Kommission.

Davor war Ramharter von 2007 bis 2011 Universitätsassistent am Institut für Zivil- und Unternehmensrecht der Wirtschaftsuniversität Wien sowie wissenschaftlicher Mitarbeiter am Obersten Gerichtshof.

Das Buch

„D&O Versicherung – Dogmatische Grundlagen und ausgewählte Praxisfragen“

  • Autor: Martin Ramharter
  • 2018, Facultas Verlags- und Buchhandels AG
  • 370 Seiten
  • ISBN 978-3-7089-1723-8
  • Preis: 84,– Euro
  • Link zur Produktseite beim Verlag mit Bestellmöglichkeit
Schlagwörter zu diesem Artikel
Haftpflichtversicherung · Managerhaftpflicht · Mitarbeiter
 
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