Die häufigsten Diagnosen bei neuen Invaliditätspensionen

23.9.2020 – 17.248 Neuzugänge gab es 2019 im Bereich der Pensionen wegen geminderter Arbeitsfähigkeit bzw. dauernder Erwerbsunfähigkeit. In der Mehrheit der Fälle war eine psychiatrische Krankheit oder eine Krankheit von Skelett, Muskeln und Bindegewebe der ausschlaggebende Grund.

2019 wurden in der Sozialversicherung österreichweit 17.248 Neuzugänge bei Pensionen wegen geminderter Arbeitsfähigkeit bzw. dauernder Erwerbsunfähigkeit gezählt. 62,9 Prozent davon waren Männer, 37,1 Prozent Frauen.

Nach Alter betrachtet, war mehr als die Hälfte (55,5 Prozent) der Gruppe der 50- bis 59-Jährigen zuzuordnen, mehr als ein Fünftel war alter als 60 Jahre.

Das geht aus aktuellen Zahlen der Statistik Austria hervor. Pensionen der Versicherungsanstalt des österreichischen Notariates sind darin nicht einbezogen.

Die Daten geben auch über die Ursachen für die Gewährung einer entsprechenden Pension Auskunft. Sie sind in 47 Hauptdiagnosen aufgeschlüsselt.

Diagnosen bei Frauen

Bei den Frauen waren psychiatrische Krankheiten in etwa jedem zweiten Fall (53,09 Prozent) die Hauptdiagnose, die zu einer Pension wegen geminderter Arbeitsfähigkeit bzw. dauernder Erwerbsunfähigkeit führte.

Die anderen Diagnosen folgen mit deutlichem Abstand. Zweitgrößte Fallgruppe sind Krankheiten von Skelett, Muskeln und Bindegewebe (12,10 Prozent), gefolgt von Krankheiten des Nervensystems (6,09 Prozent) und Krebs der Brust-, Harn und Geschlechtsorgane (5,98 Prozent).

Alle anderen Erkrankungen hatten Anteile von jeweils – weitgehend deutlich – unter drei Prozent.

Die 15 häufigsten Hauptdiagnosen bei Frauen

Hauptdiagnose

Fälle

%

Hauptdiagnose

Fälle

%

Psychiatrische Krankheiten

3.401

53,09

Endokrinopathien-, Stoff-wechsel-, Immunkrankh.

113

1,76

Krankheiten von Skelett, Muskeln, Bindegewebe

775

12,10

Sonstige Symptome, Affektionen

71

1,11

Krankheiten des Nervensystems

390

6,09

Affektionen des Auges

67

1,05

Krebs der Brust, Harn- und Geschlechtsorgane

383

5,98

Hämoblastosen

61

0,95

Cerebrovaskuläre Krankheiten

164

2,56

Krankheiten der Harnorgane

58

0,91

Krebs der Verdauungsorgane

139

2,17

Sonstige Herzkrankheiten

54

0,84

Krebs der Atmungsorgane

129

2,01

Andere Hauptdiagnosen

344

5,37

Sonstige Krankheiten der Atmungsorgane

129

2,01

Sonstige solide Krebse

128

2,00

Gesamt

6.406

100,0

Diagnosen bei Männern

Bei den Männern stehen psychiatrische Krankheiten ebenfalls an erster Stelle, ihr Anteil ist hier mit 31,86 Prozent allerdings geringer. Einen relativ hohen Anteil haben dafür Krankheiten von Skelett, Muskeln und Bindegewebe mit knapp 22 Prozent.

Über der Marke von vier Prozent rangieren Krankheiten des Nervensystems (5,45 Prozent), ischämische Krankheiten (4,53 Prozent) und cerebrovaskuläre Krankheiten (4,37 Prozent).

Die 15 häufigsten Hauptdiagnosen bei Männern

Hauptdiagnose

Fälle

%

Hauptdiagnose

Fälle

%

Psychiatrische Krankheiten

3.454

31,86

Krebs der Atmungsorgane

244

2,25

Krankheiten von Skelett, Muskeln, Bindegewebe

2.346

21,64

Krankheiten der Arterien

224

2,07

Krankheiten des Nervensystems

591

5,45

Krebs der Brust, Harn- und Geschlechtsorgane

190

1,75

Ischämische Krankheiten

491

4,53

Sonstige solide Krebse

182

1,68

Cerebrovaskuläre Krankheiten

474

4,37

Sonstige Krankheiten des Verdauungssystems

148

1,37

Sonstige Krankheiten der Atmungsorgane

408

3,76

Sonstige Symptome, Affektionen

139

1,28

Sonstige Herzkrankheiten

330

3,04

Andere Hauptdiagnosen

1.011

9,32

Krebs der Verdauungsorgane

328

3,03

Endokrinopathien, Stoff-wechsel-, Immunkrankh.

282

2,60

Gesamt

10.842

100,0

Weiterführende Information

Die Liste aller 47 Hauptdiagnosen ist auf einer Webseite der Statistik Austria abrufbar.

Schlagwörter zu diesem Artikel
Erwerbsunfähigkeit · Gesundheitsreform · Pension  · Sozialversicherung
 
WERBUNG
Ihr Wissen und Ihre Meinung sind gefragt

Ihre Leserbriefe können für andere Leser eine wesentliche Ergänzung zu unserer Berichterstattung sein. Bitte schreiben Sie Ihre Kommentare unter den Artikel in das dafür vorgesehene Eingabefeld.

Die Redaktion freut sich auch über Hintergrund- und Insiderinformationen, wenn sie nicht zur Veröffentlichung unter dem Namen des Informanten bestimmt ist. Wir sichern unseren Lesern absolute Vertraulichkeit zu! Schreiben Sie bitte an redaktion@versicherungsjournal.at.

Allgemeine Pressemitteilungen erbitten wir an meldungen@versicherungsjournal.at.

Täglich bestens informiert!

Der VersicherungsJournal Newsletter informiert Sie von montags - freitags über alle wichtigen Themen der Branche.

Ihre Vorteile

  • Alle Artikel stammen aus unserer unabhängigen Redaktion
  • Die neuesten Stellenangebote
  • Interessante Leserbriefe

Jetzt kostenlos anmelden!

VersicherungsJournal in Social Media

Besuchen Sie das VersicherungsJournal auch in den sozialen Medien:

  • Facebook – Ausgewähltes für den Vertrieb
  • Twitter – alle Nachrichten von VersicherungsJournal.at
  • Xing News – Ausgewähltes zu Karriere und Unternehmen
Diese Artikel könnten Sie noch interessieren
7.11.2016 – Viele Arbeitnehmer, die durch ihre Berufsausübung so krank werden, dass sie dauerhaft erwerbsgemindert sind, haben keinen Anspruch auf Leistungen aus der gesetzlichen Unfallversicherung. (Bild: Zwick) mehr ...
 
3.6.2016 – Wie hoch die Leistungen aus der Sozialversicherung 2015 waren, wie sich die Zahl der Bezieher entwickelt, wie viele neue Anträge positiv erledigt wurden und was die Hauptursachen für Berufs- und Erwerbsunfähigkeit sind. mehr ...
WERBUNG