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Financial Lines: Wo Versicherer Herausforderungen sehen

18.6.2026 – Themen des Expertenpanels waren Deckungsfragen und Deckungsausschlüsse in Cyberversicherungen im Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz und die Möglichkeit, die Schadenhäufigkeit durch Prävention zu senken.

Über Herausforderungen für Versicherer diskutierte ein Expertenpanel beim Financial Lines Summit (Bild: VJ)
Über Herausforderungen für Versicherer diskutierte ein Expertenpanel beim „Financial Lines Summit“ (v.l.n.r.): Tobias Tessartz (Hiscox), Peter Loisel (Finlex), Jana Dünkeloh (Zürich), Manuel Häusler (Markel) und Linus Töbke (Ergo). (Bild: VJ)

Die Deckung von Schäden durch den Einsatz künstlicher Intelligenz (KI) und Präventionsservices als integrierter Teil des Angebots von D&O- sowie Cyberversicherungen waren Themen beim Expertenpanel von Versicherern beim jüngsten „Financial Lines Summit“ von Finlex.

Moderiert von Finlex-Österreich-Chef Peter Loisel diskutierten Jana Dünkeloh, Head of Financial Lines bei der Zürich-Gruppe Deutschland, Manuel Häusler, Country Manager Österreich bei Markel Insurance, Tobias Tessartz, Head of Financial Lines Europe von Hiscox, und Linus Töbke, Team Lead Cyber der Ergo Group.

KI in Cyber mitversichert

Künstliche Intelligenz verändere das Wirtschaftsleben enorm und bringe neue Pflichten für Vorstände und Aufsichtsräte mit sich, betonte Dünkeloh. Der Einsatz von KI sei auch ein Governance-Thema, es gehe darum, wie gut Geschäftsführer auf regulatorische Pflichten vorbereitet sind.

Dabei entstünden – ähnlich der Cyberversicherung vor zehn Jahren – neue und komplexe Haftungsregularien. Deckungsablehnungen seien dann möglich, wenn Organe dem Thema „nicht nur fahrlässig, sondern völlig ignorant gegenüberstehen“.

Töbke und Häusler wiesen darauf hin, dass auch technische Probleme im Zusammenhang mit KI durch Bausteine der Cyberversicherung versichert werden können. Bei Bedienfehlern stünden aber höhere Versicherungssummen zur Verfügung als bei technischen Problemen, ergänzte Häusler.

Was im Schadenfall zu berücksichtigen ist

Im Zusammenhang mit der Deckung von Schäden durch KI ergebe sich eine Reihe von Fragen, betonte Tessartz: So müsse man zwischen eigenen KI-Lösungen und Produkten von Dritten unterscheiden. Auch Risikomanagement sei ein Thema, es stelle sich die Frage, wer den Schaden verursacht hat.

Daneben gehe es auch darum, ob Bedienfehler vorgelegen sind, die KI falsch trainiert wurde, Prompts – also die Eingabe, die in der KI gemacht wird – falsch waren, ob es einen kausalen Zusammenhang mit dem Schaden gibt sowie um Fragen der Nachweisbarkeit.

Häusler betonte aber, dass man bei KI über die klassische Cyberdeckung hinausgehe, weil der Schaden nicht von außen verursacht wurde. Für die gesamte Branche gelte, dass hier das unternehmerische Risiko im Rahmen der Cyberversicherung mitversichert sei.

„Besser, wenn der Schaden nicht passiert“

Es sei wichtig, Kunden zu unterstützen, damit es gar nicht erst zu Kosten kommt, so Dünkeloh; vor allem gehe es um Prävention, um die persönliche Inanspruchnahme zu verhindern: Es sei jedenfalls besser, wenn nichts passiert. In der D&O würden vorbeugende Rechtskosten aber nur selten in Anspruch genommen.

Tessartz verwies in diesem Zusammenhang auch auf Awareness-Trainingsangebote seines Unternehmens. Die Nutzungsrate sei allgemein niedrig, im Bereich Cyber etwas besser.

Während neue Produkte von Hiscox und Markel Prävention integrieren, verfolge Ergo eine andere Strategie: Der Extra-Baustein „Prävention“ koste zwar 20 Prozent mehr, die Nutzungsquote sei aber bei jenen, die ihn abschließen, höher, so Töbke.

Ein Gap zwischen Käufern und Nutzern der Prävention sieht dagegen Häusler: Bei Nutzern von Prävention sei die Schadenhäufigkeit um 15 bis 20 Prozent niedriger, was eine „Win-win-win-Situation“ bedeute. Häusler: „Cyber ist nicht nur Versicherung, wir wollen die Resilienz erhöhen.“

Schlagwörter zu diesem Artikel
Cyberversicherung · Managerhaftpflicht · Strategie
 
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