Finanzthemen interessieren nur die Minderheit der Frauen

6.3.2019 – Sechs von zehn Frauen interessieren sich für Wirtschafts-, vier von zehn für Finanzmarkt-Themen. Das sind Ergebnisse aus einer Umfrage der Erste Bank. Fonds- und Aktieninvestments sind grundsätzlich eher ein „Minderheitenprogramm“, unter den Frauen herrscht hier aber noch mehr Zurückhaltung als unter den Männern: Während 22 Prozent der Herren in Fonds investieren, tun dies nur 11 Prozent der Damen. Zwei Drittel der Frauen halten ihr Wissen über Wertpapiere für nicht ausreichend.

Anlässlich des Weltfrauentags am 8. März hat die Erste Bank der oesterreichischen Sparkassen AG eine Umfrage in Auftrag gegeben, die den Wirtschafts- und Finanzinteressen der Österreicher sowie deren Assoziationen rund um das Thema Wertpapiere nachgeht.

Die Sensor Marktforschung hat hierfür im Jänner 1.003 Personen online befragt, die Umfrage ist repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 18 Jahren.

Dem Ergebnis zufolge neigen Männer eher dazu, sich für Themen wie Wirtschaftsentwicklung, Konjunktur und wirtschaftliche Zusammenhänge zu interessieren: Während 77 Prozent der Männer diesbezügliches Interesse angaben, waren es bei den Frauen mit 58 Prozent deutlich weniger.

Interesse an Wirtschaft (Grafik: Erste Bank)
Interesse an Wirtschaft (Grafik: Erste Bank). Zum Vergrößern Grafik anklicken.

Finanzthemen „noch uninteressanter“ als Wirtschaft

Allgemeine Finanzthemen wie Finanzmarkt, Finanzmarktentwicklung, Aktienkurse und ähnliches ziehen sowohl bei Männern als auch Frauen weniger Interesse als „Wirtschaft“ auf sich. Zusätzlich ist der Unterschied zwischen den Geschlechtern hier vergleichsweise noch größer.

So sagten 61 Prozent der Männer, sie seien an Finanzthemen interessiert. Bei den Frauen äußerten sich nur 41 Prozent in diesem Sinn.

Interesse an Finanzthemen (Grafik: Erste Bank)
Interesse an Finanzthemen (Grafik: Erste Bank). Zum Vergrößern Grafik anklicken.

Jede sechste Frau findet Wertpapiere ein „spannendes Feld“

17 Prozent der Frauen stimmten der Aussage zu: „Wertpapiere sind ein spannendes Feld, mit dem ich mich gerne beschäftige.“ Bei den Männern identifizierten sich 35 Prozent mit ihr.

Die Mehrheit der Frauen (68 Prozent) ist der Meinung, dass Wertpapiere viel Wissen benötigen, das sie aber nicht haben.

40 Prozent der Frauen assoziieren mit Wertpapieren „Ertrag“, 39 Prozent „Chance“, aber 71 Prozent „Risiko“; bei den Männern sind es 54 bzw. 46 und 70 Prozent.

Ausgeprägte Sicherheitsorientierung

Sozusagen passend zur häufig genannten „Risiko-Assoziation“ bestätigt die Umfrage den weit verbreiteten Zuspruch zu den „Klassikern“ beim Sparen und Anlegen, und zwar bei beiden Geschlechtern.

Bei den Frauen ist er aber noch etwas häufiger festzustellen: 85 Prozent der Damen ordnen sich der „sicherheitsorientierten Fraktion“ zu, bei den Herren tun dies 75 Prozent.

Sicherheitsorientierung (Grafik: Erste Bank)
Sicherheitsorientierung (Grafik: Erste Bank). Zum Vergrößern Grafik anklicken.

Fonds häufiger bei Männern als bei Frauen vorzufinden

Besonders deutlich werde die Kluft zwischen Männern und Frauen wiederum bei Wertpapieren, sagt Karin Kiedler, Leiterin der Marktforschung in der Erste Bank Oesterreich.

„Männer haben laut der aktuellen Umfrage doppelt so oft Fonds und dreimal so häufig Einzeltitel in ihrem Portfolio wie Frauen“, zitiert Kiedler aus den Ergebnissen. Fondssparen wird von 21 Prozent der Männer und von 14 Prozent der Frauen betrieben.

„Stark präsent“, so die Erste, sei nach wie vor der Glaube, dass für die Veranlagung in Wertpapiere große Summen nötig seien. Unter den Frauen nehmen dies 45 Prozent an, unter den Männern 31.

Investments in Wertpapiere (Grafik: Erste Bank)
Investments in Wertpapiere (Grafik: Erste Bank). Zum Vergrößern Grafik anklicken.
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Konjunktur · Marktforschung
 
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