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Fondspolizzen: Wie viel Rendite nach Kosten und Steuern bleibt

29.10.2020 – Mehr als 50.000 Produkt-Anlage-Kombinationen hat Fynup unter die Lupe genommen und dabei sowohl die eigentlichen Veranlagungen wie Investmentfonds und ETFs als auch die Produkthüllen Lebensversicherung und Wertpapierdepot analysiert. Mehr als 50 Prozent der Rendite müssen durchschnittlich für Kosten und Steuern aufgewendet werden, so das Ergebnis. Und: Die Veranlagung in Fondspolizzen sei nicht generell günstiger als jene in Wertpapierdepots.

In einer groß angelegten Studie hat das österreichische Fintech Fynup GmbH Kosten und Steuern von Finanzanlageprodukten verglichen und ist dabei der Frage nachgegangen, „wie gratis“ diese sind.

Überprüft wurden Wertpapierdepots und Lebensversicherungen (Fondspolizzen) einerseits und die „eigentlichen“ Veranlagungen (wie Investmentfonds oder ETFs) andererseits. Entscheidend für eine Kosten- und Steuerbetrachtung sei immer die Kombination.

In der Finanzindustrie gebe es ein „schwer durchschaubares Konstrukt aus Kosten und Provisionen“, das es Anlegern nahezu unmöglich mache, den Verlust durch die Inflation auszugleichen, heißt es dazu in einer Pressemitteilung.

Gesamtkostenvergleich nötig

Für eine realistische Beurteilung sei die Betrachtung aller Kostenbestandteile und der Steuersituation des jeweiligen Gesamtpakets unumgänglich. so Fynup. Allerdings würden Gesamtkosten-Vergleiche in Österreich in der Regel nicht stattfinden.

Grund dafür seien die Komplexität der einzelnen Produkte sowie die große Anzahl der Produkte und Investmentfonds. Außerdem seien die Kostenstrukturen höchst unterschiedlich und ließen sich bisher nicht automatisiert vergleichen.

Fynup habe für die Studie in, wie es heißt, „jahrelanger Kleinarbeit“ Verträge und Bedingungen analysiert, in ein System eingespielt und mit Fondsdaten kombiniert. Insgesamt seien 54.381 Produkt-Anlage-Kombinationen analysiert worden.

Bei diesen wurden drei Zahlungsvarianten (Sparplan, Einmalzahlung und gemischte Variante), zwei Produkthüllen (Wertpapierdepots sowie Fondsgebundene Lebensversicherungen) und vier Veranlagungskategorien (Anleihe- und Mischfonds sowie aktive und passive Aktienfonds) unterschieden.

Halbe Rendite wird für Kosten und Steuern aufgewendet

Studie zur Auswirkung von Kosten und Steuern auf die Rendite (Cover; Quelle: Fynup)
Studie zur Auswirkung von Kosten und Steuern
auf die Rendite (Cover; Quelle: Fynup)

Ausgangsbasis der Fynup-Berechnungen sind die sogenannten Marktrenditen. Für Aktienmärkte ergebe sich diese aus langfristigen, historischen Ergebnissen mit breiter Branchen-Streuung, für Anleihenmärkte kommt ein Mix von historischen Renditen und aktuellem Zinsumfeld zur Anwendung.

Von dieser Marktrendite werden laufende Fondskosten ohne Performance Fees und Transaktionskosten, Produktkosten für Fondspolizzen bzw. Wertpapierdepot sowie Steuern (Versicherungssteuer bzw. Kapitalertragsteuer) abgezogen.

Im Durchschnitt aller untersuchten Veranlagungen würden dadurch mehr als 50 Prozent der Rendite verloren gehen, resümiert Fynup. Dies sei „überwiegend“ den Provisionen, die sowohl im Fonds als auch in der Produkthülle stecken, geschuldet.

Bei gezillmerten Fondspolizzen würden durchschnittlich 15,4 Jahre lang die gesamte Renditen durch Kosten und Steuern aufgebraucht werden; mehr als ein Fünftel aller untersuchten Veranlagungen würden es in 30 Jahren nicht schaffen, die Inflation auszugleichen, so einige der Ergebnisse.

Wertpapierdepot versus Lebensversicherung

Keine großen Unterschiede macht die Studie beim Vergleich zwischen Wertpapierdepots und Fondspolizzen aus. Bei einem 150-Euro-Sparplan über 30 Jahre komme es bei ersteren im Durchschnitt zu einem Renditeverlust von 50,966 Prozent, bei zweiteren zu einem von 51,76 Prozent.

Auch bei „gemischter“ Zahlungsweise (15.000 Euro Barerlag plus 300-Euro-Sparplan über 25 Jahre) sei das Ergebnis ähnlich. Einzig bei Einmalerlägen schneide die fondsgebundene Lebensversicherung mit durchschnittlich 45,2 Prozent Renditeverlust besser ab als das Wertpapierdepot (50,8 Prozent).

Damit seien die „vielfachen Behauptungen, wonach eine Veranlagung in Fondspolizzen generell günstiger wäre als in Wertpapierdepots“ widerlegt, so Fynup.

Die Rolle der Steuern

Über die absolute Höhe der Steuer entscheide die Rendite, wird in der Studie betont. Bei hohen Renditen wirke sich die gewinnorientierte 27,5-prozentige Kapitalertragsteuer in Wertpapier-Depots nachteiliger aus als bei geringen Renditen.

Umgekehrt könne sich die prämienbezogene Versicherungssteuer von vier Prozent bei sehr geringen Renditen nachteiliger auswirken.

Daraus ergebe sich, dass Fondspolizzen im Allgemeinen umso günstiger seien, je länger die Laufzeit und je höher die Rendite ist. Wertpapierdepots wären dagegen bei kürzeren Laufzeiten und niedrigerer Rendite günstiger.

In der Praxis erfolge die Wahl häufig umgekehrt: Fondspolizzen würden meist mit Garantien, Garantiefonds, Anleihen- oder Mischfonds mit niedrigen Rendite-Erwartungen kombiniert, während Investoren mit höherer Rendite-Erwartung eher Wertpapierdepots bevorzugen würden.

Umfangreiche Dezailergebnisse

Fynup geht in der Studie auch detailliert auf Unterschiede der einzelnen Instrumente und Produkte ein.

Bei Fondspolizzen wird unter anderem der Renditeverlauf von gezillmerten und ungezillmerten Tarifen verglichen: Bei ersteren werde der Break-even erst nach 15 Jahre erreicht, bei zweiteren schon nach sechs Jahren; zum Ablauf werden die Verluste „im Schnitt ausgeglichen“.

Bei den untersuchten Fonds zeige sich, dass kein einziger Anleihefonds den Inflationsverlust ausgleichen kann; auch bei Mischfonds bestehe trotz des höheren Risikos kaum Chance auf einen Realwert-Erhalt. Den geringsten Renditeverlust würden reine Aktienfonds in ungezillmerten Fondspolizzen aufweisen.

Passive Investments wie Exchange Traded Funds (ETFs) würden große Kostenvorteile zeigen; der geringste Renditeverlust sei mit der Kombination aus Fondspolizze und Indexfonds/ETFs möglich. Zu beachten seien aber unter anderem die Kosten der Produkthülle.

Zum Herunterladen

Die komplette Studie kann von der Website der Fynup als PDF-Dokument (4,6 MB) heruntergeladen werden.

Schlagwörter zu diesem Artikel
Fintech · Fondspolicen · Investmentfonds · Lebensversicherung · Provision · Steuern · Versicherungsteuer
 
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