Jeder achte Pensionist armutsgefährdet

12.2.2020 – 14,5 Prozent (2018) der Pensionisten ab 65 Jahren in der EU sind mit der Problematik der Altersarmut konfrontiert, die Bandbreite unter den Ländern ist enorm. Österreich gehört mit 12,9 Prozent zu jenen mit vergleichsweise niedrigem Anteil. Dafür ist hierzulande wiederum der Unterschied zwischen den Geschlechtern groß: Von den Männern sind 9,1 Prozent betroffen, von den Frauen 16,2 Prozent.

Frauen haben im Schnitt ein niedrigeres Pensionseinkommen als Männer: 2018 waren es in der EU (ohne Großbritannien) knapp 30 Prozent weniger. Die Größe dieser Lücke unterscheidet sich von Land zu Land allerdings stark (VersicherungsJournal 11.2.2020).

Neben diesen Daten hat das europäische Statistikamt Eurostat (für das Jahr 2018) auch Zahlen zum Altersarmutsrisiko bei Pensionisten veröffentlicht. Als von diesem betroffen gilt, wessen verfügbares (Äquivalenz-)Nettoeinkommen weniger als 60 Prozent des nationalen Medianeinkommens ausmacht.

2018 traf dies im EU-Schnitt auf 14,5 Prozent der mindestens 65-jährigen Pensionisten zu. „Anders als die Geschlechter-Pensionslücke ist die Armutsrisikorate für Pensionisten seit 2013 sukzessive gestiegen“, stellt Eurostat fest. Damals betrug sie 13,3 Prozent.

Jeder siebte Pensionist vom Altersarmutsrisiko betroffen

Auch hier sind die Unterschiede innerhalb der EU jedoch beträchtlich, wobei die Länder-Rankings anders aussehen als bei der „Geschlechter-Pensionslücke“.

Während zum Beispiel in Estland der Unterschied zwischen den Geschlechtern in der durchschnittlichen Pensionshöhe fast gleich null und damit EU-weit am niedrigsten ist, ist es zugleich das Land mit dem größten Anteil an armutsgefährdeten Pensionisten: 53,8 Prozent der ab 65-jährigen Pensionisten haben ein Einkommen unterhalb der kritischen Marke.

Dahinter folgen die beiden anderen baltischen Staaten – Lettland (50,4 Prozent) und Litauen (41,1 Prozent) – vor Bulgarien, Kroatien und der Schweiz. Am niedrigsten ist der Anteil in der Slowakei (6,4 Prozent). Österreich gehört mit 12,9 Prozent zu den Ländern, die besser liegen als der EU-Schnitt.

Anteil der vom Altersarmutsrisiko Betroffenen (Daten: Eurostat; Grafik: Lampert)

Die Situation in Österreich

In Österreich sind 12,9 Prozent der ab 65-jährigen Pensionisten mit dem Risiko der Altersarmut konfrontiert. Gegenüber 2017 ist das eine Zunahme um fast einen Prozentpunkt. Der höchste Wert im Zeitraum 2010 bis 2018 war mit 16,1 Prozent 2010 erreicht worden, der niedrigste 2017 (12,0 Prozent).

Analog zur Pensionslücke zwischen Männern und Frauen zeigen auch die Zahlen zum Altersarmutsrisiko einen deutlichen Abstand zwischen den Geschlechtern: 2018 hatten 9,1 Prozent der Pensionisten ein Niedrigeinkommen (EU: 12,7), bei den Pensionistinnen war der Anteil mit 16,2 Prozent (EU: 16,2) fast doppelt so hoch.

Vom Altersarmutsrisiko betroffene Pensionisten in Österreich (Daten: Eurostat, Grafik: Lampert)

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Altersarmut · Ranking · Senioren
 
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