Kfz-Haftpflicht: Der Inflationsindex der Versicherungsleistungen

21.8.2019 – Der „KVLPI“ misst die Preisentwicklung der wichtigsten Versicherungsleistungskomponenten in der Kfz-Haftpflichtversicherung. Er dient damit auch als Maßstab für Prämienanpassungen. Im Index, der das Jahr 2016 als Referenz mit 100 Prozent ansetzt, kletterte der Indexwert bei Kfz-Sachschäden per Juni 2019 auf 105,8 Prozent, bei Personenschäden und „sonstigen Sachschäden“ auf jeweils 104,1.

Wie entwickeln sich die Preise der wichtigsten Leistungskomponenten in der Kfz-Haftpflichtversicherung? Dies darzustellen, ist Zweck des „Kraftfahrzeughaftpflicht-Versicherungsleistungspreisindex“.

Er misst die durchschnittliche Preisentwicklung der wichtigsten Versicherungsleistungskomponenten, die in der Kfz-Versicherung entstehen, erläutert die Statistik Austria, die den „KVLPI“ im Auftrag des Versicherungsverbandes (VVO) erstellt.

„Die Leistungen der Kfz-Haftpflichtversicherung an die Versicherten unterliegen Preisschwankungen, welche bei der Prämienberechnung der Polizzen einfließen sollen“, so die Statistik Austria. „Bei vertraglichen Prämienanpassungsklauseln kann als Maßstab (für Prämienänderungen) der von der Bundesanstalt Statistik Austria verlautbarte KVLPI herangezogen werden.“

Index mit drei Teilindizes

Der KVLPI-Warenkorb (PDF-Dokument, 38,5 KB) setzt sich aus drei Teilindizes (Hauptgruppen) mit unterschiedlicher Gewichtung zusammen:

  • Kfz-Sachschäden (Gewichtung: rund 62,7 Prozent),
  • Personenschäden (rund 21,7 Prozent) und
  • „sonstige“ Schäden (rund 15,5 Prozent), beispielsweise Straßenschäden und Anwaltskosten.

Zugrunde gelegt wird dem Index und seinen Teilindizes das Basisjahr 2016, es wird mit 100 Prozent angesetzt.

Größte Erhöhung bei Kfz-Sachschäden

2017 kletterte der Gesamtindex auf 102,5 Punkte, 2018 auf 105,2 Punkte. Hierbei handelt es sich um Jahresdurchschnittswerte; der Tiefstwert 2018 betrug 104,6 Prozent im Jänner, im Dezember 2018 hatte er bereits 106,1 erreicht.

Am stärksten gestiegen ist der Teilindex Kfz-Sachschäden, von 100 Punkten 2016 auf durchschnittlich 105,8 im Jahr 2018; für den Monat Dezember 2018 werden 106,1 Prozent ausgewiesen.

KVLPI im Jahresschnitt

Hauptgruppe

2016

2017

2018

Kfz-Sachschäden

100,0

102,8

105,8

Personenschäden

100,0

102,0

104,1

Sonstige Sachschäden

100,0

102,0

104,1

Gesamt

100,0

102,5

105,2

Die Entwicklung im ersten Halbjahr 2019

Für das erste Halbjahr 2019 liegen seit Dienstag ebenfalls endgültige Daten vor.

In der Kategorie Personenschäden war der Indexwert – nachdem er in drei Monaten sogar leicht rückläufig war – zur Jahresmitte gleich groß wie zu Jahresbeginn; bei den „sonstigen Sachschäden" lag er im Juni um einen halben Zähler höher als im Jänner.

Bei Kfz-Sachschäden ging er deutlich stärker nach oben: von 108,1 Prozent im Jänner auf 109,7 im Juni.

KVLPI von Jänner bis Juli 2019

Hauptgruppe

Jän.

Feb.

Mär.

Apr.

Mai.

Jun.

Jul.*

Kfz-Sachschäden

108,1

109,2

109,3

109,2

109,2

109,6

109,7

Personenschäden

105,5

105,3

105,3

105,3

105,5

105,5

105,5

Sonstige Sachschäden

104,9

104,9

104,8

105,0

105,6

105,6

105,4

Gesamt

107,0

107,7

107,7

107,7

107,8

108,1

108,1

Die langfristige Steigerung seit 2010

Noch „eindrucksvoller“ ist die Steigerung in einer längerfristigen Betrachtung. Die Statistik Austria hat auch einen Index erstellt, in dem das Jahr 2010 als Basis verwendet und dementsprechend mit einem Wert von 100 Prozent angesetzt wird.

In diesem „KVLPI 2010“ ist der Gesamtindexwert per Juni 2019 auf 128,6 Punkte gestiegen. In den einzelnen Kategorien liegen die Kfz-Sachschäden am höchsten (132,7), gefolgt von Personenschäden (125,2) und sonstigen Sachschäden (116,1).

Der KVLPI 2010, von 2011 bis Juli 2019 (Quelle: Statistik Austria)
Der KVLPI 2010, von 2011 bis Juli 2019. Zum Vergrößern Grafik anklicken.
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Haftpflichtversicherung · Kfz-Versicherung
 
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