8.4.2026 – Fakt ist, dass nicht alle Risiken versicherbar sein werden, die durch den Klimawandel entstehen. Unternehmen müssen sich der Risiken bewusst sein, sich die Frage stellen, welche Risiken sie tragen können, und was sie bereit sind, für Versicherungen zu bezahlen.

Wie man Klimarisiken erkennen und damit den Unternehmenserfolg sicherstellen kann und was Versicherungen dazu beitragen können, war im März Thema des abschließenden Panels beim 14. Insurance Forum Austria von Business Circle in Stegersbach.
Auf die Folgen des Klimawandels für Österreich ging Sylvia Bauer-Beck, Generaldirektorin der Geosphere Austria, des nationalen österreichischen Dienstes für Geologie, Geophysik, Klima und Meteorologie, einleitend ein.
Heute schon messbar seien beispielsweise Auswirkungen der Hitzebelastung auf Gesundheit, Lebensqualität und Arbeitsproduktivität, von Unwettern auf Infrastruktur und Siedlungen oder der Trockenheit auf Ernteerträge, Ökosysteme und Wasserbedarf.
Es gebe allerdings auch positive Themen, so Bauer-Beck: So könnte der Raum über 1.000 Höhenmetern besser für Tourismus genutzt werden und der Heizbedarf würde abnehmen. Sicher sei aber: „Die Hitzebelastung ist gekommen, um zu bleiben.“
Ausgehend von Gefahren wie Hitze, Trockenheit oder Überschwemmungen könne das Risiko für Unternehmen ermittelt werden: Dabei gehe es darum, welche Gefährdungen relevant sind, welche Anfälligkeiten bestehen und wie sehr das Unternehmen exponiert, also raum-zeitlich betroffen sein kann.
„Fakt ist, wir werden nicht alle Risiken versichern können“, betonte Olivera Böhm-Rybak, CEO von Uniqa Sustainable Business Solutions, der auf Risk Engineering, Business Resilience und Nachhaltigkeitsberatung spezialisierten Tochter des Versicherungskonzerns.
Der Klimawandel bringe andere Wahrscheinlichkeiten für versicherte wie für nicht versicherte Risiken mit sich; damit werden sich die Kunden auseinandersetzen müssen, so Böhm-Rybak. Es stelle sich die Frage, was Unternehmen mit Risiken machen, die sich nicht mehr rechnen lassen.
Unternehmen müssten sich die Frage stellen, welche Risiken sie tragen können und aus welchen sie herausgehen müssen. Dafür sei eine Klimarisikoanalyse notwendig, so Bauer-Beck; dazu verweist sie auf den Klimaleitfaden (siehe untenstehenden Link), der von der Geosphere mit herausgegeben wurde.
Im Rahmen einer evidenzbasierten Risikoanalyse können Wirkungsketten ermittelt werden: von der Gefährdung über Auswirkungen bis zu den Risiken für Ergebnisse oder sogar den Fortbestand des Unternehmens. Schließlich müssten Klimarisiken in die Bilanzen „übersetzt“ werden, um die Zukunft einzupreisen, ergänzt Böhm-Rybak.
Wichtig sei es, aufbauend auf Daten, Analysen und Klimaszenarien mit den Kunden über künftige Risiken und Gegenmaßnahmen zu sprechen. Denn: „Wenn das Problem da ist, wird es richtig teuer.“ Dabei fange Uniqa Sustainable dort an, wo Risiken nicht versichert sind.
Herausforderung sei es, die Produktion für die Zukunft anzupassen und bereits heute über Investitionen in drei Jahren nachzudenken. Der Kunde müsse wissen, was ihn sein Risiko kostet – Versicherungen seien in vielen Fällen möglich, die Frage sei, was der Kunde dafür zu zahlen bereit ist.
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