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Nach Unwetterschaden: Niederschlags- oder Sickerwasser?

6.11.2019 – Starker Regen hat an einem Gebäude zu einem Feuchtigkeitsschaden geführt. Der Versicherer verweigerte die Zahlung, weil Schäden aus Sickerwasser nicht versichert seien. Die Versicherungsnehmerin argumentierte, es habe sich um Niederschlagswasser gehandelt. Die Rechtsservice- und Schlichtungsstelle der Versicherungsmakler schloss sich dieser Ansicht an, der genaue Sachverhalt müsste aber gerichtlich festgestellt werden.

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Herbst 2018: Starke Regenfälle führen dazu, dass Wasser in ein Gemeindeamt eindringt und sich über die Bodenaufbauten verteilt. Die Wände werden durchnässt, der Sturmschadenversicherer weigert sich, für die Feuchtigkeitsschäden aufzukommen.

Wasserschäden seien nicht versichert, wenn sie nicht unvermeidliche Folge eines versicherten Ereignisses waren, so die Versicherungsbedingungen. Wenn Niederschlagswasser durch feste oder ordnungsgemäß verschlossene Gebäudeteile eindringt und Schäden verursacht, dann aber schon.

Dem Versicherer zufolge habe es sich aber nicht um Niederschlagswasser gehandelt. Das Wasser sei über das Erdreich eingedrungen, womit es nicht mehr Niederschlag, sondern Sickerwasser wäre. Somit bestehe kein Versicherungsfall.

Die Versicherungsnehmerin sah dies anders, es habe sich um Niederschlagswasser gehandelt. Es sei weder vor diesem Schadenereignis noch nach der Trocknung zu einem ähnlichen Schaden gekommen.

Unterschiedliche Ursachen – Begriffsabgrenzung

Sie wandte sich daher an die Rechtsservice- und Schlichtungsstelle des Fachverbandes der Versicherungsmakler und Berater in Versicherungsangelegenheiten (RSS) mit einem Schlichtungsantrag.

Der Versicherer nahm am Verfahren nicht teil, weshalb der Entscheidung allein die Ausführungen der Antragstellerin zugrunde gelegt wurden.

Es finde sich keine Definition von Niederschlagswasser in den Versicherungsbedingungen, also sei vom allgemeinen Sprachgebrauch auszugehen, so die RSS. Demzufolge sei Regen Niederschlag; sobald er ins Erdreich eindringt, spreche man aber von Sickerwasser.

Empfehlung aufgrund des dargelegten Sachverhalts

Dem dargelegten Sachverhalt zufolge sei das Eindringen von Niederschlagswasser die Schadensursache gewesen. In einem allfälligen Verfahren brauche es aber eine rechtlich bindende Feststellung, ob der Schaden durch Niederschlagswasser oder bereits ins Erdreich eingedrungenes Sickerwasser verursacht wurde.

Dass Schäden an der Außenseite von Gebäuden laut Versicherungsbedingungen nicht versichert sind, könne sich nur auf Schäden außerhalb des Gebäudes beziehen; nichts deute darauf hin, dass das auch eindringendes Wasser umfasse. Es wurde die Zahlung empfohlen.

Die Empfehlung der RSS kann als PDF-Dokument (382 KB) von der Website des Fachverbandes heruntergeladen werden.

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Versicherungsmakler
 
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