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Rücktrittsrecht: Verfahren VKI gegen FWU beginnt

22.9.2020 – In Sachen Spätrücktritt hat am Montag ein Verfahren begonnen, das der VKI gegen die FWU Life Insurance Austria AG angestrengt hat. Der VKI spricht von rund 1,7 Millionen Euro Kapitalverlust, die man nun einklage. Hinzu kommen Zinsforderungen für die eingezahlten Prämien.

Wir erinnern uns: In Folge der höchstgerichtlichen Rechtsprechung zum „ewigen Rücktrittsrecht“ hatte der Verein für Konsumenteninformation (VKI) 2016 eine Aktion zur Polizzenprüfung gestartet.

Versicherungsnehmer konnten Vertragsunterlagen einreichen und kontrollieren lassen, ob allenfalls eine fehlerhafte Belehrung über das Rücktrittsrecht vorlag (VersicherungsJournal 12.2.2016).

Rahmenvereinbarung – aber nicht mit allen

Im Oktober 2017 meldete der VKI, man habe in der Sache mit einigen Versicherern eine Rahmenvereinbarung getroffen (VersicherungsJournal 31.10.2017).

Einer jener Versicherer, die sich nicht an dieser Vereinbarung beteiligten, war die FWU Life Insurance Austria AG, die frühere Skandia Leben.

Im Oktober 2019 reichte der VKI schließlich unter anderem gegen die FWU Life Insurance Austria Klage ein (VersicherungsJournal 23.10.2019).

Verfahrensbeginn am Wiener Handelsgericht

Am Montag habe nun das diesbezügliche Verfahren vor dem Handelsgericht Wien begonnen, teilte der VKI gestern in einer Aussendung mit. Er vertrete 464 Betroffene, die, so der Verein, vor dem 1. Jänner 2019 den Rücktritt von ihrer Lebensversicherung erklärt hatten.

Der VKI erhebt den Vorwurf, Informationen zum Rücktritt seien für die Betroffenen nur an „versteckten“ Stellen in den Unterlagen zu finden gewesen. Damit könne nicht von einer korrekten Belehrung gesprochen werden.

„Manche Betroffene haben bis zu 20.000 Euro bei ihrer Lebensversicherung verloren. Konsumentinnen und Konsumenten müssen vor solchen Verlusten geschützt werden“, sagt Thomas Hirmke, Leiter des Bereichs Recht im VKI.

1,7 Millionen Euro plus Zinsen

Eingeklagt werde ein Kapitalverlust, der sich auf rund 1,7 Millionen Euro belaufe. Die Summe ergebe sich aus der Differenz zwischen eingezahlten Prämien und ausgezahltem Rückkaufswert.

Zusätzlich werden für die Prämienzahlungen Zinsen in Höhe von vier Prozent eingefordert.

Unter dem Strich beträgt der Gesamtstreitwert nach Angaben des Vereins für Konsumenteninformation somit etwa 5,9 Millionen Euro.

Das VersicherungsJournal hat die FWU schriftlich zu einer Stellungnahme eingeladen. Eine Rückmeldung lag bis Redaktionsschluss nicht vor.

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Lebensversicherung
 
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