Städtische: 2021 bei Unwetterschäden „Rekordjahr“

10.1.2022 – Eine Verdreifachung der Schadenssumme in Folge von Unwettern registrierte die Wiener Städtische von 2020 auf 2021: Mehr als 48.000 Schäden mit einem Volumen von knapp 200 Millionen Euro seien angefallen. Eine Steigerung der Schadenleistungen sei seit Jahren zu beobachten. In Haushalts- und Eigenheimversicherungen werde allerdings oft nur eine Basisabdeckung gewählt.

Die Wiener Städtische Versicherung AG spricht in Bezug auf 2021 von einem Rekordjahr, was Unwetterschäden angeht. Es sei das Jahr mit dem „höchsten Schadensaufwand in ihrer Unternehmensgeschichte“ gewesen, ist einer Mitteilung von Anfang Jänner zu entnehmen.

Die Hagelstürme und Gewitter im Sommer verursachten nach Angaben des Versicherers mehr als 48.000 Schäden und ein Schadensvolumen von knapp 200 Millionen Euro. Von Juni bis Ende August seien nahezu täglich heftige Unwetter über Österreich gezogen. Betroffen gewesen seien vor allem

  • Oberösterreich mit 9.500 Schäden und mehr als 42 Millionen Euro Schadenvolumen,
  • Niederösterreich mit mehr als 10.000 Schäden und rund 35 Millionen Euro,
  • Salzburg mit rund 4.400 Schäden und 18 Millionen Euro sowie
  • die Steiermark mit mehr als 5.600 Schäden und 13 Millionen Euro.

Dreifache Schadenssumme von 2020

„Gegenüber dem Jahr davor verzeichneten wir im Vorjahr eine Verdreifachung der Schadenssumme“, sagt Generaldirektor Ralph Müller. „Und die Hagelunwetter im Juni waren überhaupt das teuerste Ereignis in den letzten 20 Jahren.“

Für ihn zeigt diese Schadensbilanz, „dass der Klimawandel längst bei uns angekommen ist“.

„Zudem bemerken wir, dass die Ereignisse tendenziell kleinräumiger und heftiger ausfallen, Hagel oder Stürme betreffen oftmals eine kleine Fläche, richten aber immensen Schaden an“, so Müller.

„Wir rechnen in Folge des Klimawandels, dass durch Naturkatastrophen verursachte Schäden künftig weiter steigen werden.“

Anstieg der Schadenzahlungen in Schüben

Die Städtische beobachtet seit Jahren einen Anstieg der Schadensleistungen nach Unwettern, wie sie weiter feststellt. Allerdings gehe dieser nicht linear vor sich, sondern in Schüben.

Das Voranschreiten des Klimawandels lasse sich durch das häufigere Auftreten von Naturkatastrophen in den Schadenszahlungen ablesen. Seit 2009 habe sie mehr als eine Milliarde Euro für Schäden aus Naturkatastrophen gezahlt.

Haushalt/Eigenheim: oft nur Basisabdeckung vorhanden

Aufgrund höherer Besiedlungsdichte und größerer Vermögenswerte steige auch das Schadenvolumen im Naturkatastrophenfall.

Soweit es die Haushalts- und Eigenheimversicherung betrifft, sei wichtig, die Versicherungssummen individuell anzupassen, betont Müller. Aber: „Oftmals wurde lediglich eine Basisabdeckung gewählt, die im Schadensfall nicht ausreichend ist.“

In diesem Zusammenhang erinnerte die Städtische an das schon seit langem vorliegende Konzept einer Natkat-Versicherungslösung mit staatlicher Beteiligung. Eine solche könnte „mehr Versicherungsschutz bieten als bisher – und das auf leistbarem Niveau“.

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