14.1.2026 – 90 Prozent der Österreicher ist finanzielle Vorsorge wichtig, besagt die neue „Vorsorgestudie“ von Wiener Städtischer und Erste Bank. Gesundheit und Pension sind dabei dominierende Themen. Im Schnitt werden 225 Euro pro Monat für die Pensionsvorsorge aufgewandt – oftmals auf dem Sparkonto gelagert. Drei Viertel rechnen nicht mit einer „ausreichend hohen“ gesetzlichen Pension, 39 Prozent sehen für sich das Risiko der Altersarmut.

Zuletzt schätzten wieder mehr Österreicher finanzielle Vorsorge als sehr oder eher wichtig ein: 90 Prozent (2024: 86 Prozent; 2023: 85 Prozent) äußerten sich in der von Imas International durchgeführten Umfrage zur „Vorsorgestudie 2026“ in diesem Sinn. Für die Hälfte ist finanzielle Vorsorge „sehr wichtig“.
Das Marktforschungsinstitut hat im Auftrag der Erste Bank und der Wiener Städtischen von 15. bis 31. Oktober 2025 österreichweit 1.000 Personen im Alter von 16 bis 65 Jahren befragt. Ergebnisse wurden am Dienstag präsentiert.
Über das aktuelle Guthaben auf dem persönlichen gesetzlichen Pensionskonto weiß nach eigenen Angaben jeder Zweite (51 Prozent) Bescheid.
Innerhalb dieser Gruppe zeigen sich 50 Prozent mit der Höhe des Guthabens sehr oder eher zufrieden (Männer: 53 Prozent; Frauen: 47 Prozent).
45 Prozent sind eher nicht oder überhaupt nicht damit zufrieden (Männer: 43 Prozent; Frauen: 47 Prozent). Die restlichen 5 Prozent machten keine Angabe.
Im Schnitt schätzen die 1.000 Umfrageteilnehmer die Höhe ihrer künftigen Bruttopension auf 2.023 Euro pro Monat. Männer rechnen im Schnitt mit 2.254 Euro, Frauen mit 1.748 Euro.
74 Prozent meinen, dass sie keine „ausreichend hohe“ gesetzliche Pension erhalten werden. Das ist ein deutlicher Anstieg gegenüber 2024, als 62 Prozent entsprechend antworteten.
Lediglich 19 Prozent (2024: 26 Prozent) gehen von einer ausreichenden Höhe aus. 7 Prozent machten keine Angabe (2024: 11 Prozent).
Beachtliche 39 Prozent schätzen ihr Risiko, in der Pension von Altersarmut betroffen zu sein, als sehr hoch oder eher hoch ein. Unter den Frauen ist der Anteil mit 45 Prozent höher als unter den Männern (32 Prozent).
53 Prozent bewerten das Altersarmutsrisiko für sich als eher gering oder sehr gering. Zwei Prozent gaben an, bereits betroffen zu sein, 7 Prozent machten keine Angabe.
Was tun, um Altersarmut zu vermeiden? Dazu wurden den Befragten verschiedene mögliche Maßnahmen vorgelegt, die sie bewerten konnten.
Selbst Vorsorge zu betreiben, erachten fast alle als sinnvoll (47 Prozent: „sehr sinnvoll“; 39 Prozent: „eher sinnvoll“). Eine „umfassende finanzielle staatliche Förderung der privaten Altersvorsorge“ fänden rund drei Viertel sinnvoll.
Ein längeres Arbeitsleben stößt auf weniger Gegenliebe, immerhin halten das aber 38 Prozent für sinnvoll.

Dessen ungeachtet meinen 63 Prozent, dass sie in der Pension werden arbeiten müssen, um ihren Lebensstandard zu erhalten: 15 Prozent in Vollzeit, 21 Prozent in Teilzeit, 27 Prozent geringfügig.
Etwas konkreter wurde noch gefragt, welche Gründe nach Ansicht der Befragten für eine private Vorsorge für die Pension und Absicherung im Alter sprechen. Ergebnis:
Nichtsdestoweniger sagten nur 45 Prozent, dass sie eine Pensions- oder Lebensversicherung haben. 49 Prozent haben keine, die übrigen Teilnehmer machten dazu keine Angaben.
Obwohl es zwar Bewusstsein für die Altersvorsorge gebe, gebe es zugleich nach wie vor einen großen Teil, der noch nicht handelt, kommentierte Imas-Studienautor Paul Eiselsberg.

Welche Vorsorge-Themen sind den Befragten „ganz besonders wichtig“?
In der vorgelegten Liste hoben die Teilnehmer „Gesundheit“ auf Platz eins (67 Prozent; +5 Punkte gegenüber 2024), gefolgt von der „Pension“ (61 Prozent; +7 Punkte).
Auf den beiden letzten Plätzen liegen „Unfall“ (31 Prozent; –7 Punkte) und „Pflege“ (27 Prozent; +1 Punkt).
Wie Erste-Vorstandsvorsitzende Gerda Holzinger-Burgstaller anmerkte, ist Unfall ein Thema, das tendenziell eher Frauen wichtig ist, während Vermögens- und Kapitalaufbau ein eher männlich besetztes Thema sei.
Was die Umfrage noch ergab: Mehr als die Hälfte (54 Prozent) denkt heute „eher häufiger“ an die finanzielle Sicherheit in den kommenden 20 bis 25 Jahren als noch vor fünf Jahren.
Hier tut sich ein Altersgefälle auf: Der Anteil ist unter den Jüngeren (16- bis 29-Jährige) mit 64 Prozent am größten und nimmt mit zunehmendem Alter zunehmend ab – unter den 60- bis 65-Jährigen denken 39 Prozent „eher häufiger“ an die künftige finanzielle Sicherheit.
Gleich häufig wie in den letzten fünf Jahren denken 29 Prozent an dieses Thema, 15 Prozent „eher seltener“; 2 Prozent machten keine Angabe.
Im Durchschnitt werden laut der Umfrage etwa 225 Euro pro Monat in die finanzielle Pensionsvorsorge investiert. Der durchschnittliche Betrag der Männer (265 Euro) ist deutlich höher als jener der Frauen (179 Euro).
Für die persönliche finanzielle Altersvorsorge genutzt werden besonders häufig das Sparkonto (51 Prozent; –3 Punkte gegenüber 2024) und die Lebensversicherung (38 Prozent; +4 Punkte).
Holzinger-Burgstaller hob hervor, dass das Interesse an klassischen Sparformen – Sparkonto, Bausparvertrag – für die Altersvorsorge rückläufig ist, während andere Instrumente zulegen konnten. Es sei zu begrüßen, wenn vom Kapitalmarkt Gebrauch gemacht wird.
Nach Geschlechtern differenziert, sind Männer eher dem Kapitalmarkt zugeneigt als Frauen, die eher zu klassischen Sparprodukten tendieren, stellte sie weiter fest.

Holzinger-Burgstaller sprach sich dafür aus, die private Vorsorge zu stärken, indem etwa Freibeträge erhöht und steuerliche Anreize gesetzt werden. Wichtig sei, dem Thema „Raum und Aufmerksamkeit“ zu widmen.
Sonja Brandtmayer, stellvertretende Generaldirektorin der Wiener Städtischen, erinnerte an den seit langer Zeit nicht valorisierten 300-Euro-Betrag in der Zukunftssicherung nach § 3 Abs. 1 Z. 15 lit. a EStG.
Sie appellierte, nicht nur früh mit der Vorsorge zu beginnen, um den Zinseszinseffekt nutzen zu können, sondern auch, den Kapitalmarkt und das weltweite Wirtschaftswachstum zu nutzen.
Die Bundesregierung hatte im Dezember bestimmte Änderungen in der zweiten Säule in Aussicht gestellt (VJ 18.12.2025).
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