Was die Österreicher für ihre Pension erwarten

24.1.2019 – Finanzielle Sicherheit rangiert für die Österreicher hinter Gesundheit an zweiter Stelle bei den Wünschen für das eigene Alter, so eine aktuelle Studie. Viele sind allerdings skeptisch, dass sie ihren Lebensstandard halten werden können, ein Drittel glaubt sogar, dass es die staatliche Pension dann nicht mehr geben werde. Vom staatlichen Gesundheitssystem erwarten sie keine ausreichende Behandlung.

Schaufler und Bartalszky bei der Studienpräsentation (Bild: VersicherungsJournal)
Thomas Schaufler (links) und Manfred Bartalszky bei der
Präsentation der Studie (Bild: VersicherungsJournal)

Im Auftrag der S-Versicherung, der Bankversicherung der Wiener Städtischen Versicherung AG, sowie der Erste Bank der oesterreichischen Sparkassen AG hat das Marktforschungsinstitut Imas International GmbH im September und Oktober 2018 eine Online-Umfrage zu Pensions- und Gesundheitsthemen durchgeführt.

Im Rahmen der Studie wurden 1.000 Österreicher zwischen 16 und 65 Jahren befragt. Es handelt sich dabei um eine disproportionale Stichprobe, wobei pro Bundesland mindestens 100 Interviews geführt wurden.

Anschließend wurden die Gesamtergebnisse repräsentativ gewichtet, so Imas. Die Schwankungsbreite lag bei +/–3,16 Prozent.

Präsentiert wurde die Studie gestern im Erste Campus von Wiener-Städtische-Vorstand Manfred Bartalszky und Erste-Bank-Österreich-Vorstand Thomas Schaufler.

Wünsche für die Pension

An vorderster Stelle steht für die Befragten der Wunsch, in der Pension keine größeren gesundheitlichen Probleme zu haben. Für 87 Prozent zählt dies zu den Top-Themen für ihr Alter.

Finanzielle Themen rangieren unmittelbar dahinter: 73 Prozent wünschen sich, sich keine finanziellen Sorgen machen zu müssen, für 66 Prozent wäre eine ausreichend hohe Pension wichtig.

Gesundheit schließe auch die finanzielle Gesundheit ein, kommentiert Schaufler: „Geld und Gesundheit sind eng miteinander verbunden.“ Weil die Menschen immer älter werden, müssten sie auch für eine längere Zeitspanne vorsorgen als früher.

Was sich die Österreicher für ihre Pension wünschen (Quelle: S-Versicherung/Erste Bank/Imas)
Was sich die Österreicher für ihre Pension wünschen (Quelle: S-Versicherung/ Erste Bank/Imas). Zum Vergrößern Bild anklicken.

Pessimismus für das eigene Alter

Zwar seien 48 Prozent der Befragten überzeugt, dass es bei ihrem eigenen Pensionsantritt noch eine staatliche Pension geben werde. Ein Drittel der Österreicher glaube allerdings, dass dies nicht der Fall sein werde, so das Ergebnis der Studie.

Auch was den Lebensstandard im Alter betrifft, zeigen sich die Befragten wenig euphorisch. 69 Prozent von ihnen sind überzeugt, ihren Lebensstandard mit der staatlichen Pension „überhaupt nicht halten“ zu können. Nur 27 Prozent erwarten keine Änderung.

Für Bartalszky bedeutet das, dass „wir ein umfassendes Fördermodell brauchen“. Für die betriebliche Vorsorge fordert er höhere Freibeträge, für die private Vorsorge steuerliche Anreize oder Prämien.

Auch Gesundheitssystem wird kritisch gesehen

Ähnlich skeptisch zeigen sich die Studienteilnehmer bei der Gesundheitsvorsorge. 53 Prozent sind der Meinung, dass sie durch das öffentliche Gesundheitssystem „medizinisch überhaupt nicht ausreichend behandelt werden“. 45 Prozent rechnen mit einer ausreichend guten Behandlung.

Dies zeige, wie wichtig eine ergänzende Gesundheitsvorsorge sei, betonte Bartalszky. Dementsprechend registriere man altersunabhängig ein deutlich steigendes Interesse an Produkten der privaten Gesundheitsvorsorge, ergänzte Schaufler.

Für immerhin 86 Prozent der Befragten ist finanzielle Vorsorge folgerichtig wichtig, davon für 44 Prozent sogar „sehr wichtig“. Bartalszky empfiehlt dazu eine „Faustformel“: Man sollte 15 Prozent des Nettoeinkommens auf die Seite legen, damit könne man „sehr vernünftig etwas tun“.

Die wichtigsten Vorsorgethemen

Bei der Frage, welche Vorsorgethemen den Österreichern wichtig sind, konnten mehrere Antworten gegeben werden. An erster Stelle liegt hier die Pension; sie wurde von 71 Prozent angegeben.

Knapp dahinter folgen Gesundheitsthemen (70 Prozent). Mit 33 Prozent an letzter Stelle rangiert die Pflege. Baratlszky bedauert dies, Pflege habe in Österreich „noch nicht so einen großen Stellenwert“.

Die wichtigsten Vorsorgethemen (Quelle: S-Versicherung/Erste Bank/Imas)
Die wichtigsten Vorsorgethemen (Quelle: S-Versicherung/Erste Bank/Imas).
Zum Vergrößern Bild klicken.
Schlagwörter zu diesem Artikel
Gesundheitsreform · Marktforschung · Pension
 
WERBUNG
Ihr Wissen und Ihre Meinung sind gefragt

Ihre Leserbriefe können für andere Leser eine wesentliche Ergänzung zu unserer Berichterstattung sein. Bitte schreiben Sie Ihre Kommentare unter den Artikel in das dafür vorgesehene Eingabefeld.

Die Redaktion freut sich auch über Hintergrund- und Insiderinformationen, wenn sie nicht zur Veröffentlichung unter dem Namen des Informanten bestimmt ist. Wir sichern unseren Lesern absolute Vertraulichkeit zu! Schreiben Sie bitte an redaktion@versicherungsjournal.at.

Allgemeine Pressemitteilungen erbitten wir an meldungen@versicherungsjournal.at.

Täglich bestens informiert!

Der VersicherungsJournal Newsletter informiert Sie von montags - freitags über alle wichtigen Themen der Branche.

Ihre Vorteile

  • Alle Artikel stammen aus unserer unabhängigen Redaktion
  • Die neuesten Stellenangebote
  • Interessante Leserbriefe

Jetzt kostenlos anmelden!

VersicherungsJournal in Social Media

Besuchen Sie das VersicherungsJournal auch in den sozialen Medien:

  • Facebook – Ausgewähltes für den Vertrieb
  • Twitter – alle Nachrichten von VersicherungsJournal.at
  • Xing News – Ausgewähltes zu Karriere und Unternehmen
  • Youtube – Hintergründe zum Buchprogramm
Diese Artikel könnten Sie noch interessieren
28.1.2019 – Welche Auswirkungen die Österreicher vom demografischen Wandel erwarten und was das für sie persönlich bedeutet, hat das Marktforschungsinstitut Imas in einer Online-Studie erhoben. (Bild: S-Versicherung/Erste Bank/Imas) mehr ...
 
25.1.2019 – Das Marktforschungsinstitut Imas hat die Österreicher unter anderem dazu befragt, wie sie die zukünftige Entwicklung des staatlichen Pensionssystems einschätzen, welche Einstellungen sie zur privaten Gesundheitsvorsorge haben und wie viel Geld sie für Vorsorge im Monat ausgeben. (Bild: S-Versicherung/Erste Bank/Imas) mehr ...
 
18.1.2019 – In welchen Bereichen sehen die Österreicher die Zukunft eher optimistisch, in welchen eher pessimistisch? Dem ist eine Umfrage unter 1.000 Personen nachgegangen. Auch Gesundheitswesen, Sozialleistungen und Pensionen waren Thema. Schlecht abgeschnitten haben vor allem Letztere. (Bild: VJ/Lampert) mehr ...
WERBUNG