Wie und wie viel die Österreicher heuer sparen wollen

8.2.2024 – Sparbuch oder Sparkarte bleiben die beliebteste Anlageform der Österreicher. Deutliche Zuwächse verzeichneten zuletzt aber Lebensversicherungen und Pensionsvorsorge, insgesamt steige das Interesse an langfristigen Veranlagungsformen, so die Erste Bank. Mit ihrer finanziellen Situation sind drei von fünf Befragten zufrieden, die Zahl jener, die keine Geldanlage planen, sank deutlich.

Das Marktforschungsinstitut Integral hat für die vierteljährlich erstellte Spar- und Kreditprognose der Erste Bank der oesterreichischen Sparkassen AG im Dezember 1.000 Interviews in Form einer Hybridstichprobe (Telefon- und Online-Interviews) geführt.

Ziel sei die Ermittlung der geplanten Spar- und Anlageformen, der dafür vorgesehenen Höhe der aufgewendeten Geldsummen sowie der geplanten größeren Anschaffungen, der Ausgaben dafür und ihrer Finanzierungsformen gewesen.

Zusätzlich wurde die Zufriedenheit mit der persönlichen finanziellen Situation abgefragt. Die Studie sei repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 14 Jahren, so Integral.

Zuwächse für Lebensversicherung und Pensionsvorsorge

Quelle: Erste Bank/Integral
Quelle: Erste Bank/Integral. Zum Vergrößern Grafik anklicken.

Nach wie vor die beliebteste Anlageform der Österreicher ist das Sparbuch bzw. die Sparkarte. 61 Prozent der Befragten planen, diese in den nächsten zwölf Monaten zu nutzen. Damit steigt diese Form der Geldanlage in der Beliebtheit gegenüber dem Vergleichszeitraum 2022 um sieben Prozentpunkte.

Deutliche Zuwächse verzeichnen aber auch Lebensversicherung (32 Prozent, nach 27 Prozent im vierten Quartal 2022) sowie Pensionsvorsorge (32 Prozent, viertes Quartal 2022: 24 Prozent).

Unverändert zeigt sich in der aktuellen Studie das Interesse an Wertpapieren: Der Nettowert aus Fonds, Aktien und Anleihen beträgt weiterhin 32 Prozent.

Längerfristige, alternative Veranlagungsformen würden weiterhin an Beliebtheit gewinnen, heißt es dazu in einer Pressemitteilung. Diese Entwicklung sei erfreulich, so Gerda Holzinger-Burgstaller, Vorstandsvorsitzender der Erste Bank Österreich, da die Realverzinsung am Sparkonto weiterhin negativ ist.

Interesse an Veranlagung gestiegen

Deutlich zurückgegangen ist der Anteil jener, die in den nächsten zwölf Monaten überhaupt keine Geldanlage planen: von 20 Prozent im vierten Quartal 2022 auf nunmehr 16 Prozent. Der durchschnittlich für die Veranlagung vorgesehene Betrag sank aber von 7.200 auf 5.600 Euro.

Starke Unterschiede zeigen sich aber nach demographischen Gesichtspunkten. So planen 88 Prozent der Männer, aber nur 80 Prozent der Frauen in den nächsten zwölf Monaten zumindest eine Form der Geldanlage.

Unter den 14- bis 29-Jährigen wollen 92 Prozent Geld anlegen, unter den über-50-Jährigen nur 79 Prozent. Und während 93 Prozent der Maturanten und Universitätsabsolventen veranlagen wollen, sind es unter jenen, die nur eine Pflichtschule abgeschlossen haben, nur 74 Prozent.

Holzinger-Burgstaller zeigt sich aber optimistisch: Die Finanzbildungsstrategien von Finanzwirtschaft und Politik scheinen anzukommen, die Menschen würden beginnen, ihr Finanzleben aktiver anzugehen.

Meist zufrieden mit finanzieller Lage

Trotz Pandemie, Inflation und geopolitischer Krisenherde sei die Zahl der Österreicher, die mit ihrer finanziellen Situation zufrieden sind, weiterhin hoch, so ein weiteres Ergebnis der Befragung: 61 Prozent sind sehr oder eher zufrieden, nur drei Prozent überhaupt nicht zufrieden.

Gegenüber der letzten Abfrage im zweiten Quartal 2022 ist damit der Anteil der Zufriedenen an der Gesamtbevölkerung deutlich gestiegen (damals: 55 Prozent) und hat wieder den Wert des vierten Quartals 2018 erreicht.

Auch hier zeigen sich Unterschiede nach Geschlecht, Alter und Bildung. Während 69 Prozent der Männer mit ihrer finanziellen Situation sehr oder eher zufrieden sind, sind es bei den Frauen nur 55 Prozent.

Und 70 Prozent der über-50-Jährigen, 56 Prozent der 30- bis 49-Jährigen, aber nur 48 Prozent der 14- bis 29-Jährigen sind zufrieden. Bei Maturanten und Universitätsabsolventen sind es 70 Prozent, bei jenen mit Fachschul- oder Lehrabschluss 58 Prozent, bei Pflichtschulabsolventen 59 Prozent.

Wieder mehr Pläne für größere Anschaffungen

Nachdem im vierten Quartal 2022 nur 30 Prozent der Studienteilnehmer angegeben hatten, im nächsten Jahr eine größere Anschaffung zu planen, ist dieser Anteil nun auf 33 Prozent gestiegen. Unter den 14- bis 29-Jährigen sind es sogar 39 Prozent, unter höhere Gebildeten 40 Prozent.

Finanziert werden soll das hauptsächlich mit eigenen Ersparnissen (89 Prozent). Elf Prozent wollen einen Bankkredit oder ein Bauspardarlehen aufnehmen, fünf Prozent werden das Geld von Freunden oder der Familie erhalten und vier Prozent sich Geld privat ausleihen (Mehrfachantworten waren möglich).

Leicht gesunken ist bei einer Finanzierung über Bankkredit oder Bauspardarlehen die geplante Kreditsumme: von 109.300 Euro im vierten Quartal 2022 auf 105.400 Euro. Zwei Drittel der Befragten denken aber für die Anschaffung an einen Betrag von weniger als 50.000 Euro.

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Bausparen · Darlehen · Lebensversicherung · Marktforschung
 
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