Wie viel die private Krankenversicherung wofür leistet

7.6.2018 – Österreichs private Krankenversicherer haben 2017 in Summe 1,36 Milliarden Euro an Versicherungsleistungen gezahlt, um 4,3 Prozent mehr als 2016. Rund zwei Drittel entfielen auf den Krankenhauskosten-Ersatz. Am stärksten zugelegt haben die Ausgaben für Medikamente.

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Österreichs gesetzliche Krankenversicherung hat 2017 Versicherungsleistungen in Höhe von 17,46 Milliarden Euro erbracht; das waren 4,2 Prozent mehr als 2016. Die Ausgaben sind damit stärker gestiegen als von 2015 auf 2016 (+3,7 Prozent).

Die größten Posten waren Anstaltspflege (5,25 Milliarden Euro; +4,8 Prozent), ärztliche Hilfe und gleichgestellte Leistungen (4,43 Milliarden; +4,3 Prozent), Heilmittel (3,57 Milliarden; +3,8 Prozent) und Zahnbehandlung sowie Zahnersatz (1,02 Milliarden; +0,8 Prozent).

Private Krankenversicherer leisteten 1,36 Milliarden Euro

Österreichs private Krankenversicherer zahlten 2017 nach Daten des Versicherungsverbandes (VVO) 1,36 Milliarden Euro aus. Gegenüber 2016 ist das ein ähnlich hoher Anstieg wie in der gesetzlichen Krankenversicherung, nämlich um 4,3 Prozent (2016: +3,4 Prozent).

Das Prämienvolumen erhöhte sich um 3,8 Prozent auf 2,13 Milliarden Euro, die Anzahl der versicherten Risiken um 2,0 Prozent auf 3,25 Millionen. An Schaden- und Leistungsfälle wurden 2,74 Millionen registriert – im Vergleich zum Vorjahr ein Anstieg um 7,3 Prozent (2016: +6,4 Prozent).

Krankenhauskosten-Ersatz macht größten Teil aus

Die mit Abstand größte der elf Positionen auf der Ausgabenliste der privaten Krankenversicherung ist der Krankenhauskosten-Ersatz. Knapp zwei Drittel (64,7 Prozent) des Leistungsvolumens wurden hierfür aufgewandt. Mit 881,8 Millionen Euro legte sie um 4,0 Prozent zu, nachdem sie 2015 auf 2016 um 1,2 Prozent gewachsen war.

Am stärksten zugelegt haben aber die Aufwendungen für Medikamente. Hier kam es zu einem Plus von 11,5 Prozent, wenngleich der Anteil an den Gesamtausgaben mit 35,1 Millionen Euro vergleichsweise gering ist (2,6 Prozent).

Das zweithöchste Wachstum zeigt die Statistik mit plus 9,4 Prozent auf 129,49 Millionen Euro im Bereich der Arztleistungen. Es fiel aber niedriger aus als noch im Jahr davor (+11,6 Prozent).

Leistungen in fünf Kategorien zurückgegangen

Fünf Leistungskategorien – auf die insgesamt rund zwölf Prozent aller Versicherungsleistungen entfallen – entwickelten sich rückläufig, nämlich Sterbegeld, Spitalgeld, Zahnbehandlung, Kurleistung und Begleitperson.

Ein Jahr zuvor waren in drei Kategorien – Sterbegeld, Begleitperson, Spitalgeld – Rückgänge verzeichnet worden (VersicherungsJournal 13.9.2017).

Versicherungsleistungen der privaten Krankenversicherung 2017

Leistungskategorie

Anteil

Mio. Euro

+/– ggü. ’16

Krankenhauskosten-Ersatz

64,7 %

881,77

+4,0 %

Besondere Untersuchungen, Behandlungen u. Heilbehelfe

10,0 %

135,88

+9,3 %

Arztleistungen

9,5 %

129,49

+9,4 %

Spitalgeld

6,6 %

89,75

–4,6 %

Zahnbehandlung

2,8 %

37,55

–0,9 %

Kurleistung

2,8 %

37,75

–0,2 %

Medikamente

2,6 %

35,08

+11,5 %

Auslands-Reiseversicherung

0,7 %

9,74

+4,0 %

Krankengeld

0,4 %

4,95

+9,1 %

Begleitperson

0,1 %

0,93

–0,1 %

Sterbegeld

0,0 %

0,08

–19,4 %

Summe

100 %

1.361,95

+4,3 %

Schlagwörter zu diesem Artikel
Gesetzliche Krankenversicherung · Reiseversicherung
 
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