Wie viele Österreicher auf Reisen versichert sind

12.4.2019 – Mehr als drei Viertel der Österreicher schauen bei der Wahl eines Reiseziels auf den Sicherheitsstandard eines Landes. Darüber informieren sie sich hauptsächlich über das Internet. Der Abschluss von Reiseversicherungen gehört aber nur für eine Minderheit zu den üblichen Reisevorbereitungen. Viele fühlen sich durch E-Card, Kreditkarte oder Autofahrerclub ausreichend geschützt.

Das Marktforschungsinstitut Marketagent.com hat im Auftrag von Allianz Partners Österreich im Dezember des Vorjahres in einer repräsentativen Online-Studie 500 Personen ab 18 Jahren in Österreich zum Thema „Sicherheit auf Reisen“ befragt.

Der Sicherheitsstandard eines Landes hat für 77,6 Prozent der Befragten einen hohen oder sehr hohen Einfluss auf die Wahl als Reiseziel. Wichtiger sind den Österreichern laut Studie nur Landschaft (84,0 Prozent) und Sauberkeit (79,0 Prozent).

Als sicherstes Land empfinden 71,6 Prozent der Befragten Österreich, Deutschland mit 8,2 Prozent und Kroatien mit 7,2 Prozent folgen mit großem Abstand dahinter. Dementsprechend ist das Inland auch die beliebteste Destination heimischer Touristen, so die Allianz.

Reisewarnungen des Außenministeriums haben auf die Reiseplanung für 36,8 Prozent sehr großen und für weitere 28,2 Prozent großen Einfluss. Überhaupt nicht beeindrucken lässt sich immerhin rund jeder Zwanzigste Österreicher (4,8 Prozent) von Reisewarnungen.

Wie Reiserisiken eingeschätzt werden

So schätzen die Österreicher Reiserisiken ein (Quelle: Allianz Partners)
So schätzen die Österreicher Reiserisiken ein
(Quelle: Allianz Partners).
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Erkrankungen stellen für 17,4 Prozent der Befragten, Unfälle für 16,6 Prozent ein sehr hohes oder hohes Risiko auf einer Reise dar.

Als größte Risikofaktoren auf einer Reise schätzen allerdings 41,2 Prozent das Risiko eines Staus ein, 32,2 Prozent rechnen mit Schlechtwetter und 28,0 Prozent mit Verspätungen.

Frauen haben auf Reisen ein größeres Sicherheitsbedürfnis als Männer, dasselbe gilt für Über-60-Jährige gegenüber Jüngeren, so ein weiteres Studienergebnis. Regional betrachtet sei Sicherheit für Wiener weniger wichtig als für den Rest der Österreicher.

Informationsbeschaffung

Informationen über die Sicherheit eines Reisezieles werden von mehr als der Hälfte der Befragten über Internet oder Social Media eingeholt (53,4 Prozent). Zweitwichtigste Informationsquelle sind Medienberichte (34,4 Prozent), gefolgt von der Website des Außenministeriums (29,4 Prozent).

Vom Reisebüro oder Reiseveranstalter holt mehr als ein Viertel (27,6 Prozent) Informationen ein, von Freunden oder Bekannten 18,4 Prozent.

Wie sich Österreicher auf eine Reise vorbereiten

Wie sich die Österreicher auf eine Reise vorbereiten (Quelle: Allianz Partners)
Wie sich die Österreicher auf eine Reise
vorbereiten (Quelle: Allianz Partners).
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Die Mitnahme von Kredit- bzw. Bankomatkarte, E-Card und Handy betrachten jeweils mehr als achtzig Prozent der Befragten als übliche Vorbereitungsmaßnahme für eine Reise. Drei Viertel von ihnen nehmen auch alle notwendigen Medikamente mit.

Der Abschluss einer Reiseversicherung gehört dagegen nur für 31,4 Prozent zu den Vorbereitungen.

Aufklärungsbedarf, vor allem was mögliche Lücken betreffe, ortet Allianz Partners zu diesem Thema. Bei der Frage, welcher Versicherungsschutz üblicherweise auf Reisen genützt wird, nehmen Reiseversicherungen nur die hinteren Plätze ein.

Lücken beim Versicherungsschutz

Wie viele eine Reiseversicherung abschließen (Quelle: Allianz Partners)
Wie viele eine Reiseversicherung abschließen
(Quelle: Allianz Partners).
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Für 47,2 Prozent der Befragten stellt die E-Card einen üblichen Versicherungsschutz dar, für 43,4 Prozent die Kreditkarte und für 38,0 Prozent die Mitgliedschaft in einem Autofahrerclub.

Stornoschutz- bzw. Ticketversicherungen werden von 20,4 Prozent üblicherweise genutzt. Einen Reiseversicherung-Jahresschutz haben 16,6 Prozent der Befragten abgeschlossen, 14,8 Prozent nützen eine Einzelreiseversicherung.

Erik Heusel, Geschäftsführer von Allianz Partners Österreich, erkennt hier einen Trend in Richtung umfassender Jahresschutzpolizzen.

Im Vorjahr (VersicherungsJournal 4.7.2018) hatten 15,8 Prozent einen Jahresschutz und 16,6 Prozent eine Einzelreiseversicherung als „üblich“ genannt.

Wenn der Notfall eintritt

Für mehr als zwei Drittel der Studienteilnehmer ist in einem Notfall die ärztliche Beratung bzw. Versorgung „besonders wichtig“. Auch die Organisation einer Rück- oder Weiterreise (56,2 Prozent) und die persönliche Unterstützung vor Ort (40,0 Prozent) werden als besonders wichtig eingestuft.

Schlusslicht bei dieser Frage ist die finanzielle Absicherung bei Reiseabbruch: Nur jeder Vierte (24,2 Prozent) empfindet sie als besonders wichtig.

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Darlehen · Marktforschung · Reiseversicherung · Social Media
 
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