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Das Warten auf den Anlaßfall

27.6.2022 – Wenn ein Auto mit Kennzeichen – aber ohne gültige Versicherung – einen Schaden verursacht, dann springt die Versichertengemeinschaft aller Kfz-Versicherer ein. Die braven Prämienzahler sponsern also auch jene, deren Vertrag außer Deckung ist.

Wie ist das bei Scootern und Radfahrern? Haben die alle eine Privat-und Sporthaftpflichtversicherung? Wohl nein. Angeblich beträgt die HHV-Durchdringung in Österreich 80 Prozent.

Das bedeutet, daß 20 Prozent der potentiellen Verursacher eines Rad-oder Scooterunfalles keinen Versicherungsschutz haben. Wie sieht das dann aus der Sicht des Geschädigten aus? Egal ob Autofahrer, Fußgänger oder ebenfalls Rad-oder Scooterfahrer?

Sobald einmal eine Existenz vernichtet ist und kein Schuldiger adressiert werden kann, werden sich die Medien und danach die Politik mit dem Thema, welches täglich wachsende Relevanz bekommt, beschäftigen müssen. Das hilft dem „Anlaßfall” dann wenig. Abgesehen davon, daß es längst welche geben wird, die halt nicht so heftig waren, als dass sie das Licht der öffentlichen Aufmerksamkeit erreicht hätten.

Ich verstehe wohl, dass das Thema am Land weniger relevant ist, aber zum einen leben mehr als 50 Prozent der ÖsterreicherInnen in Städten, und zum anderen kann so ein „unversicherter Unfall” überall passieren; mit unterschiedlicher Wahrscheinlichkeit halt.

Das bürokratische Monster wird man irgendwie lösen müssen. Aber dass vermehrt Räder und Scooter mit steigender Geschwindigkeit (Akkus) durch Land und Stadt brausen ohne versichert zu sein, das kann ich mir nicht vorstellen.

Rudolf Mittendorfer

r.mittendorfer@verag.at

zum Leserbrief: „Im ländlichen Raum nicht angebracht”.

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