Die Zeit der „harten” Pillen scheint nun gekommen

6.11.2013 – Mit Zypern hat die Haircut-Welt ihren Probegalopp abgeliefert. Die Massen sind nicht auf die Straßen, die europäischen Sparer haben die Banken nicht gestürmt – die Generalprobe war folglich erfolgreich.

Nun muß es ernst werden, wie der ganzseitige Artikel in der gestrigen Ausgabe der „Presse” von Josef Urschitz lückenlos dokumentiert. Die niedrigen Zinsen führen zu keiner Kreditnachfrage, die Inflation sinkt, anstatt zu steigen – damit sind die Staatsschulden nur in Jahrzehnten wegzuinflationieren, die finanzielle Repression (Zinsertrag liegt unter der Infaltion) reicht auch nicht, die Wirtschftslage ist anhaltend schwach und die Banken müssen immer mehr faule Kredite offenlegen.

Wer erinnert sich noch, von welchen mickrigen Summen bei der blitzartigen Notverstaatlichung der Hype Alpe Adria regierungsseits gesprochen wurde? Mittlerweile sähe man die 10-fachen Beträge schon als Erfolg. Und die Bankenhilfe, die Finanzminister Pröll als „glänzendes Geschäft” für den Staat verkaufte?

Kurzum – wir sollten längst gelernt haben, dass die Aussagen der obersten Entscheidungsträger nichts anderes sind als temporäres Valium bzw. Einstiegsdrogen zu den wirklich „harten” Pillen. Deren Zeit scheint nun gekommen. Eine schwere Zeit für Berater.

Rudolf Mittendorfer

r.mittendorfer@unabhaengigeswirtschaftsforum.at

zum Artikel: „Zwangsabgabe auf Finanzvermögen „entschieden abzulehnen“”.

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