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Kann ein Image „gerecht” sein?

21.10.2019 – Diese Frage kann man wohl generell mit "Nein" beantworten. Weder wird ein Image – egal ob gut oder schlecht – automatisch auf den Einzelnen zu übertragen sein, noch kann davon ausgegangenen werden, dass Betroffene und Beurteilende jemals pauschal zu übereinstimmenden Ergebnissen kommen.

Dennoch sollten wir das schlechte Image der Branche (die Unterschiede zwischen Versicherungsunternehmen, Angestellten, Agenten und Maklern sind ja gering, da die Mehrheit der Bevölkerung eben nicht unterscheidet) ernst nehmen. Denn das schlechte Image führt (auch) dazu, dass gute Leute nicht in die Branche kommen!

Dass Images veränderbar sind, zeigt die Katholische Kirche. Diese hatte im Wesentlichen bis zum Bekanntwerden der Missbrauchsfälle in den 80er-Jahren ein hervorragendes Image. Dieses ist nun nachhaltig beschädigt.

Ich denke auch deshalb, weil es der Kirche nie gelungen ist, wirklich reinen Tisch zu machen und für Sauberkeit und Transparenz in den eigenen Reihen zu sorgen. Auch der aktuell amtierende Papst kämpft gegen die alten Strukturen.

Und wie ist es bei uns? Die Versicherungsbranche hat lange Zeit Anträge genommen – ohne sich allzusehr um deren Zustandekommen zu kümmern; selbst wenn dieses bekannt wurde.

Wir wissen ja, welchen Vorkommnissen wir die IMD und die IDD „verdanken”. Nun werden wir zu vielen Pflichten gezwungen, die Kunden wie Berater als überzogen empfinden.

Zu Recht, aber die Pendeltheorie besagt eben, dass nach einem Extrem zunächst das andere kommt, und es einige Zeit dauert, bis eine ruhige Mitte gefunden ist. Vielleicht gelingt es uns, in zehn Jahren zu lebbareren Bedingungen im Versicherungsvertrieb zu kommen – momentan sind diese geradezu unerfüllbar.

In dieser Zeit müssen wir leider auch das Image korrigieren. Um das zu erreichen, muß man lange Zeit viel besser sein, bis das von einem relevanten Prozentsatz der Bevölkerung verinnerlicht wird.

Daher liegt in der konsequenten Umsetzung der neuen Regeln für Berufszugang, Ausübung und Weiterbildung wohl der Schlüssel zu einem besseren Image.

Nicht nur Stunden sammeln, sondern wirklich qualitativ weiterbilden auf Seiten der Berater. Seitens der Versicherungen heißt das wohl auch, sich von problematischen Verbindungen zu trennen.

Wir werden dieses korrigierte, bessere Image brauchen – alleine schon wegen der Konkurrenz durch Online-Versicherungen und Roboadviser.

Rudolf Mittendorfer

r.mittendorfer@verag.at

zum Artikel: „Umfrage: Vertrauensproblem für Versicherungswirtschaft”.

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