Mit Volldampf in die nächste Produktkrise

12.6.2013 – Wider alle Vernunft fährt die „Zukunftsvorsorge Neu“ mit Volldampf geradewegs in die nächste Produktkrise. Eine Langzeitsparform, die ich als Versicherungsmakler nicht empfehlen kann.

Keine Wahlfreiheit mit oder ohne Garantie wie auch keine Information über die Auswirkungen der Garantiekosten, wie es andere Produkte bereits jetzt ermöglichen. Keine Sicherung der Kaufkraft des angesparten Geldes. Das ist ein Kernfeature für die Nachhaltigkeit und Sinnhaftigkeit einer Langzeitsparform, umso mehr, wenn der Staat fördert. Denn nur die Wertsicherung der Kaufkraft schützt auch den Staat u.a. vor sozialen Unruhen in der Zukunft, wenn Altersarmut damit verhindert bzw. vermindert wird, das heißt der langfristige Erhalt der Inlandsnachfrage.

Die Zukunftsvorsorge Neu ist die Fortsetzung der „Garantie in die nachhaltige Altersarmut mit Verschleuderung von Steuergeld“ durch den bloßen Erhalt des einbezahlten Kapitals mit einer Kaufkraft von etwa 50% am Laufzeitende. Keine Individualisierung des Aktienanteils wie vor allem kein Lebensalter-Anlagemix entsprechend dem individuellen Ablaufmanagement auf die individuelle Restlaufzeit und Marktlage, insbesondere in hochvolatilen Märkten.

Die Regierungsvorlage benachteiligt Börsen und Kunden. Einzige Profiteure sind die Produktgeber, deren Mitarbeiter und Aktionäre sowie Verkäufer, die nicht den Aufklärungspflichten des Maklergesetzes unterliegen.

Mit der Beibehaltung hoher Einmal-Abschlusscourtagen samt der hohen Garantiekosten, limitierter Veranlagungsgrenzen und der Transparenz von legalisierten Kostenhalbwahrheiten, da die Management Fee als teuerste Kostenposition zur Gänze fehlt, ist die Zukunftsvorsorge Neu eine Totgeburt. Erst recht mit Gültigkeit der IMD2, die vermutlich wettbewerbsneutrale Produktinformationspflichten für alle Beraterformen bringen wird.

Walter Michael Fink

w.fink@unabhaengigeswirtschaftsforum.at

zum Artikel: „Zukunftsvorsorge neu: Regierung legt Gesetzesentwurf vor”.

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