Prognose eines Ahnungslosen

7.3.2019 – Ich gebe zu, ich habe das Geschäftsmodell von Wefox noch nicht verstanden. Ich verstehe auch nicht, wieso sich Versicherungen an einer Plattform beteiligen (sollten), die den Anspruch formuliert, die weltweit größte Versicherung zu werden.

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Und ich verstehe erst recht nicht, dass mit derartigen Geschäftsideen 110 Millionen Euro einzusammeln sind. Aber nach einem Jahrzehnt der Nullzinsen sucht Kapital halt Enfaltungspotential – das erleben wir in der Finanzbranche ja dauernd.

Allerdings ist die Lebenszeit von den vielen Schwammerln, die aus dem Boden schießen, meist sehr gering – aber es gibt auch highflyer. Ob Wefox ein solcher für die Investoren wird, das wird sich ja zeigen.

Ob Makler ihre Bestände einspielen und daraus Nutzen ziehen, müssen sie selbst entscheiden. Aber dass Wefox die größte Versicherung wird – das kann ich mir nicht vorstellen.

Sollte das der Fall sein, dann wäre unser bekanntes Geschäftsmodell aber längst tot. Denn was offenbar bei der Werbung von Wefox in Österreich untergegangen ist – es handelt sich um die Tochter eines Online-Versicherers.

Aber wer weiß? Lenin schrieb schon vor 100 Jahren den bedeutsamen Satz: „die Kapitalisten werden uns noch den Strick verkaufen, an dem wir sie aufhängen werden.”

Rudolf Mittendorfer

r.mittendorfer@verag.at

zum Artikel: „Wefox will „größte Versicherungsgesellschaft der Welt“ werden”.

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