Schnellere Behandlung sollte im Vordergrund stehen

13.9.2012 – Grundsätzlich stimme ich Frau Wehselys Meinung zu, denn im Gegensatz zu vielen anderen Nationen zählt die Grundversorgung der österreichischen Krankenversicherung (abgesehen von den skandinavischen Ländern) weltweit zu einer der besten.

Das Grundproblem ist aber die mangelnde Kapazität der zur Verfügung stehenden Betten in der öffentlichen Klasse und die damit verbundenen langen Wartezeiten.

Zusätzlich wird in den öffentlichen Spitälern aus Kostengründen der Patient so schnell wie möglich von der Station entlassen, obwohl er oft noch nicht richtig genesen ist. Die Nachversorgung findet daher des Öfteren zu Hause statt, es wird in Kauf genommen, dass sich der Heilungsprozess dadurch deutlich verlängert. Die daraus entstehenden Mehrkosten aufgrund der längeren Krankenstände werden vorwiegend über die Privatwirtschaft finanziert.

Mich interessiert auch, wie zukünftig das Problem der Krankenbetten am Gang gelöst werden wird, denn trotz Sechs-Bett-Zimmern reichen oft die bestehenden Kapazitäten nicht aus.

Habe ich aufgrund meines beruflichen Status gute Kontakte zu Ärzten und das nötige Einkommen, dann kann ich mich auch in einen öffentlichen Spital von einem Arzt meines Vertrauens operieren bzw. behandeln lassen und zahle den Aufpreis für das Einbettzimmer aus meiner eigenen Tasche. Dies ist aber für den Großteil der Menschen nicht möglich und daher müssen diese auf eine private Zusatzversicherung zugreifen.

Meiner Meinung nach sollte das Argument für den Abschluss einer privaten Zusatzversicherung nicht das „Hotelambiente” sein, sondern die schnellere Behandlung und der damit verbundene bessere Heilungsprozess sollten im Vordergrund stehen. Den Vorschlag von Herrn Peter Kranz mit der Aufschlüsselung der Kapazität — 25 Prozent für Privatbetten — halte ich für sehr gut. Denn wenn jemand bereit ist sich zusätzlich zu versichern, muss auch ein Vorteil für den einzelnen bestehen.

Johann Nowak

hansnowak@inode.at

zum Artikel: „Private Krankenversicherung „braucht man nicht“”.

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