Totale Umstellung auf Honorar kann nicht funktionieren

11.4.2013 – Die totale Umstellung auf das Honorarsystem im Privatgeschäft und für den gewerblichen Bereich kann nicht funktionieren! Die Kunden dieser Gruppe zeigen wenig Bereitschaft, 30 Euro je Stunde auszugeben.

Der Beratungsaufwand für eine Eigenheimversicherung mit Risikobesichtigung im Umkreis von 25 Kilometern, Planeinschau, Vergleichsberechungen und Besprechung der Angebote beträgt mindestens sechs Stunden. Jede Schadenbearbeitung müsste in der Folge separat verrechnet werden.

Eine Überschlagsrechnung für Betriebe mit ungefähr 15 Personen ergab folgende Zahlen: 52 Wochen, abzüglich Urlaub, Krankheit und Pflege, gesetzliche Feiertage sind 42 Wochen und somit rund 1.600 gesetzliche Produktivstunden im Jahr. Der Durchschnittsumsatz durch die Gesamtstunden dividiert wurde mit rund 40,- Euro je Stunde errechnet. Die hier angegebenen 30,- Euro stimmen, weil die Arbeitsstunden im allgemeinen über der gesetzlichen AZ liegen (müssen).

Der österreichische Durschschnittskunde zahlt diesen Stundenbetrag, wie schon wiederholt erhoben und festgestellt wurde, keinesfalls. Er profitiert vom Kollektiv der Kundengruppe. Da nur für zirka jede fünfte Polizze ein Schaden angemeldet wird, erhält er durch das derzeitige Provisionssystem die Beratungsleistungen viel günstiger.

Die zusätzlichen Honorarvergütungen für besondere Kundenleistungen des Maklers werden aufgrund der ausgelagerten Arbeitsbereiche zunehmen.

Akad. Vkfm. Paul Veselka

p.veselka@verag.at

zum Artikel: „Wie aufwendig „eine Stunde Beratung“ tatsächlich ist”.

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