Unverständlich positive Aussagen über „Altprodukte“

9.9.2013 – Das Gesicht der Vergangenheit! Solange selbst, wie kürzlich in einem Presseartikel gelesen, CEOs von Versicherungsuntrnehmen noch immer die so genannte Er- und Ablebensversicherung als gutes und kundenorientiertes Produkt bezeichnen, fürchte ich tatsächlich um die Zukunft der Lebensversicherung.

Mir persönlich zeigen solche Aussagen lediglich, dass offenbar die Branche nicht gewillt ist, ihr selbstverständlich vorhandenes Wissen auf Produktebene umzusetzen. Was soll an einem Produkt, welches mehr oder weniger die Summe der einbezahlten Prämien als Todesfallschutz festlegt, bedarfsorintiert sein? Was an einem Produkt, das zwei diametral gegeneinanderlaufende Ziele hat, einerseits lange die Pension (lukrativ) zu genießen, andererseits das Ableben zu versichern?

Kein Makler, der auf sich hält, wird ein solches Produkt verkaufen, es sei denn, der absolute Überzufall, nämlich eine Deckungsgleichheit der vom Kunden tatsächlich benötigten Ablebenssumme mit der Todesfallsumme der Polizze würde eintreffen, und dazu will der Kunde noch eine garantierte Pension in Euro.

Viel effizienter wäre, statt auch nur einen Marketing-Euro in solche Produkte zu werfen, eine neue Form der klassischen Deckungsstockversicherung zu kreieren, ähnlich den neuen Veranlagungskriterien der Zukunftsvorsorge, mit garantierter Mindestrente, dafür aber 50 Prozent variablem Veranlagungsteil. Garantien kann es im 3. Jahrtausend, wenn überhaupt, nur noch zum Ablauf geben.

Dazu eine transparente Obergrenze an Gesamtkosten, wo jeder Gesellschaft überlassen bleibt, wie sie diese zwischen Vertieb und Verwaltung und Investment aufteilen möchte (was wiederum den Wettbewerb fördern würde und bedeutet, alle Kosten, auch Managment fees oder ähnlich sind in der Kostenquote enthalten und ausgewiesen). Dazu noch eine frei vom Kunden wählbare Todesfallsumme, von Null bis zu einer sinnvollen, sich aus der Prämie ergebenden Obergrenze, das wäre ein Ansatz zu einem Produkt, welches viel Kritik aus den Segeln nimmt. Und könnte der dann „klassischen LV neu“ in eine sinnvolle Zukunft helfen.

Glücklicherweise weiß ich, dass in den Gesellschaften durchaus an solchen oder ähnlichen Szenarien intensiv gearbeitet wird, umso weniger verstehe ich allzu positive Aussagen über die „Altprodukte“, hat doch fast jede Gesellschaft duchaus brauchbare Lösungen im Fondspolizzenbereich auf Lager.

Walter Schuster

walter.schuster@gmx.eu

zum Artikel: „Der VKI, die Makler und die Lebensversicherung”.

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