Versicherer mit Außendienst werden keine Alliierten der Makler sein

19.4.2013 – Mich verwundert immer wieder, wenn Vermutungen aufkommen, die großen Versicherungskonzerne mit gebundenen Vertrieben hätten irgendein Interesse, ungebundene Vermittler zu unterstützen. Dass sie das derzeit schaumgebremst tun, liegt eben daran, wie der Markt momentan gestaltet ist, und da kann niemand auf den Umsatz von Maklern und anderen Unabhängigen verzichten.

Gäbe es aber eine Möglichkeit, sogar aus der EU verordnet, die unabhängige Vertriebswege klar benachteiligt, würde doch jeder Vorstand, der eine solche Chance nicht wahrnimmt, fahrlässig handeln. Also sollte man das realistisch sehen, und nicht hoffen, dass die großen Gesellschaften an der Seite von unabhängigen Beratern in Brüssel kämpfen. Ganz im Gegenteil.

Persönlich sehe ich die einzige reale Chance, sinnlose Kämpfe aufzugeben und alle Kraft darauf zu verwenden, was machbar ist. Es wird eine Provisionsoffenlegung geben, wenn nicht sogar ein Verbot.

Daher: Nicht gegen Honorare wettern, sondern Wege suchen, wie man ergänzend und vorbereitend im Kreise seiner Kunden seine Leistungen ausweist. Daher: Nicht gegen transparente Kostenoffenlegungen kämpfen, aber sehr wohl gegen Provisionsoffenlegung.

Es ist doch so einfach: Gesamtkosten in Euro sind dem Kunden offenzulegen. Damit ist völlig egal, welcher Vertriebsweg nun der Vermittler ist, und gleichzeitig sind die einzig für den Kunden interessanten Kosten ausgewiesen, nämlich alle. Was außer Neid soll denn bitte die ganze Provisionsoffenlegung bringen?

Kampf für die Gesamtkostenquote, in absoluten Zahlen, je Vertrag. Das ist argumentierbar und umsetzbar. Und weg von den Nebenkriegsschauplätzen.

Walter Schuster

walter.schuster@gmx.eu

zum Artikel: „Die Provisionsoffenlegung und ihre möglichen Folgen”.

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