Weit entfernt vom großen Wurf

1.5.2013 – Weit entfernt vom großen Wurf, landet das Reförmchen der Zukunftsvorsorge. Was wäre das für eine Chance gewesen, zum Beispiel eine Kostenmaximierung einzuführen, erreicht über Reduktion der Verwaltungs- und Garantiekosten (die gibt ’s ja angeblich, fragt sich nur, hat davon der Kunde was?), aber auch über eine völllige Umstellung der Entlohnung dafür, zum Beispiel über laufende Provision.

Das Rechenbeispiel mit dem unglaublichen Renditeunterschied entbehrt nicht eines gewissen humoristischen Ansatzes, nimmt es doch Anlagewechsel zu den perfektesten Zeitpunkten als real an. Dabei beweisen doch die Anbieter mit den klassischen Modellen die hohe Investmentkompetenz jährlich aufs Neue. Dort wäre schon ein frei wählbarer Aktienanteil über 30 Prozent möglich, noch dazu in allen Märkten ... Und doch liegen wir, wenn wir schon (richtigerweise) Nettorenditen verwenden, real irgendwo um die 1,3 Prozent ...

Die Renditekiller der Vergangenheit waren ganz einfach auszumachen: zu enger Investmentmarkt, zu hohe Garantien für die Mindestaktienquote und zu hohe Kosten. Nur einer dieser Punkte wurde korrigiert. Es gibt weiter den Zwang, in einem Aktienmarkt zu investieren, der von keinem namhaften Investor als zukunftsversprechend oder interessant gesehen wird, durch seine Größe theoretisch leicht zu manipulieren wäre.

Und ich sehe schon die kostenintensiven Marketing- und Vertriebsaktivitäten auf die Kunden zukommen, mit denen nun vermutlich sogar der Umstieg von alt auf neu honoriert werden wird, in der Hoffnung, zu retten, was schwer zu retten ist.

Es wäre einfach schön, würden die Unternehmen ihr zweifellos vorhandenes Wissen dazu verwenden, Politik und Kunden über die Realität zu informieren. Die Realität, dass Garantien in Form garantierter Zinssätze ein Relikt aus der Vergangenheit sind und jedwede Garantie so viel Rendite kosten wird, dass man im Bestfall von einem inflationsbereinigten Kapitalerhalt ausgehen kann.

Dem Markt intelligente Lösungen auf Basis von Fondspolizzen anzubieten, statt Themen wie „Der Kunde erwartet Garantien!“ zu bringen, wäre hilfreich. In 20 Jahren werden das die Kunden danken, während ich so eine große neue Vertrauenskrise bei den Abläufern kommen sehe, wenn sie sehen, wie aus den versprochenen vier oder mehr Prozent Bruttorendite nach 15 Jahren gerade mal die eingezahlten Prämien wieder zurückgegeben werden.

In keinem entwickelten Altersvorsorgemarkt der Welt gibt es Garantiemodelle. Weder in UK, noch in Asien, noch im politisch oft so gelobten Schweden.

Walter Schuster

walter.schuster@gmx.eu

zum Artikel: „So soll die neue Zukunftsvorsorge aussehen”.

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