Welches Einkommen ist für einen Makler angemessen?

11.4.2013 – Von 52 Jahreswochen verbleiben einem EPU ohne Mitarbeiter nach Abzug von Aus- und Weiterbildung, Urlaub und Zeit für die persönliche Fitness, um nicht vorzeitig ausgebrannt und berufsunfähig zu sein, rund 42 Leistungswochen à 60 Wochenstunden, das sind 2.520 Leistungsstunden, die im Idealfall den Klienten in Rechnung gestellt werden können.

Gehen wir zum Beispiel von 75 Prozent verrechenbarer Zeit aus und nehmen wir als Stundensatz 40 Euro exkl. MWSt. für einen Experten an, ergäbe sich ein Jahresumsatz von 75.600 oder 6.300 Euro pro Monat.

Wie hoch ist der durchschnittliche Betriebsaufwand? Miete, Energie, Kommunikation, Mobilität, Weiterbildung, VSH, Sonstiges. Sind 3.600 Euro inkl. MWSt wegen unechter MWSt-Befreiung zu viel oder zu wenig?

Verbleiben als Bruttoeinkommen 2.700 p.m. Euro oder netto rund 1.700 Euro monatlich. Ist das ein angemessenes Einkommen für eine hohe Leistungsbereitschaft, hohes Haftungsrisiko und umfassendes Wissen?

Optimierung: Anstellung eines Vollzeitmitarbeiters. Monatsgehalt btto 1.600 Euro, das sind Durchschnittskosten von 2.500 Euro monatlich. Um das Bruttoeinkommen von oben zu sichern, ist ein Jahres-Mehrumsatz von 30.000 Euro nötig. Die 2.520 Leistungsstunden sollten jetzt zu 100% verrechnet werden können, das heißt Jahresumsatz 100.800 Euro, hoppla um 4.800 Euro zu wenig!

Es stimmt der Klienten-Stundensatz mit 40 Euro einfach nicht, eher pro Viertelstunde. Es kann daher nur der Entgelt-Mix aus Courtage als Basis und einem Honorar für die überwiegende Fülle an nicht vermittlungsakzessorischer Beratungsleistung in jedem Einzelfall frei vereinbart werden, wie es das Maklergesetz vorsieht und ermöglicht, um den nachhaltigen Bestand und das Wachstum für ein Maklerunternehmen mit angemessenem Einkommen zu sichern.

Provisionsverbot und Honorarzwang vernichten den Wettbewerb ohne Qualitätsgewinn für den Klienten. Grundlage professioneller Arbeit für den Klienten ist die Vertrauensbildung durch die einzig wichtige Transparenz: die detaillierte Dienstleistungspalette als Sicherheits- und Wissensmanager, die allein im Auftrag und Interesse des Klienten für ihn erbracht wird.

Walter Michael Fink

office@RMF.at

zum Artikel: „Wie aufwendig „eine Stunde Beratung“ tatsächlich ist”.

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