Wie man durch die Hintertür notwendige Veränderungen konterkariert

17.9.2026 – Europaweit hallen die Appelle, daß Spargelder verstärkt in den Kapitalmarkt fließen sollen. Eine besonderer Aspekt gilt dabei der Altersvorsorge – erst recht in Staaten wie Österreich, bei denen diese fast ausschließlich auf dem Umlageverfahren ruht.

Sicherheit – Ertrag – Verfügbarkeit, das ist das Dreigestirn, unter dem entsprechende Veranlagungen oder Sparformen zu betrachten sind. Logischerweise sollten gerade Versicherungen dabei eine (größere) Rolle spielen.

Doch was macht die EU? Sie torpediert schon bisher mit den überbordenden Auflagen der IDD entsprechende Vertragsabschlüsse. Anträge mit 60-80 Seiten, Wünsche und Bedürfnistest und eine Vielzahl weiterer Formulare sind abzuarbeiten.

Nun lesen und hören wir, daß mit RIS der Rucksack der Berater noch mehr mit schweren Steinen und spitzen Klingen gefüllt werden soll. Noch mehr „Transparenz“ und die Wundertüte „Value for Money“ sind nur ein Teil eines weiteren Bürokratie-Tsunamis, der die „Lust“ von Kunden wie Beratern offenbar endgültig killen soll.

Daß Behörden und Konsumentenschützer Fehlanreize im Vertrieb vermeiden wollen, ist ja verständlich und begrüßenswert. Aber wenn für Vorsorgeprodukte durch diverse Referenz-Korridore praktisch nur mehr uniforme Produkte übrig bleiben, dann kehren wir zu der Zeit vor 1994 zurück. Vorabprüfung durch die Behörde (damals das Finanzministerium) und der Unterschied in den Produkten liegt dann im wesentlichen im Logo des Versicherers auf der ersten Seite der Polizze.

Wenn man die Berater schikaniert und die Kunden mit Warnhinweisen und zig Seiten Papier bombardiert, wird es nix werden mit mehr Investitionen in den Kapitalmarkt und mehr privater Vorsorge für das Alter. Macht nichts – denn die Pensionen sind ja sicher! Sagen manche, aber die Höhe weiß man halt nicht, und ab wann, wohl auch nicht.

Rudolf Mittendorfer

rudolf.mittendorfer@ruhestandsplaner.at

zum Artikel: „Berghammer: Politik hat Leben-Geschäft unsympathisch gemacht”.

Ihr Wissen und Ihre Meinung sind gefragt

Ihre Leserbriefe können für andere Leser eine wesentliche Ergänzung zu unserer Berichterstattung sein. Bitte schreiben Sie Ihre Kommentare unter den Artikel in das dafür vorgesehene Eingabefeld.

Die Redaktion freut sich auch über Hintergrund- und Insiderinformationen, wenn sie nicht zur Veröffentlichung unter dem Namen des Informanten bestimmt ist. Wir sichern unseren Lesern absolute Vertraulichkeit zu! Schreiben Sie bitte an redaktion@versicherungsjournal.at.

Allgemeine Pressemitteilungen erbitten wir an meldungen@versicherungsjournal.at.

weitere Leserbriefe