Wo bleibt da der Verbraucherschutz?

23.11.2013 – Wo bleibt da der Verbraucherschutz? Eine schöne Geschichte, die Standard Life hier vorbereitet hat und uns wohl einige Punkte „g’schmackig” machen soll. Zwei davon greife ich kurz heraus.

1) Es heißt hier: „Viele Banken, so McFayden, haben ihr Versicherungsgeschäft zurückgefahren – also etwa auf Kunden ab einem bestimmten Investmentvolumen eingeschränkt – oder überhaupt aufgegeben, ..., da am Bankschalter auch Provisionen verrechnet worden seien, die doppelt so hoch gewesen seien wie die Provision eines Maklers.“

Ja, das wäre tatsächlich auch hier ein wünschenswerter Vorgang, wenn Banken ihren Versicherungsvertrieb aufgeben würden. Aus meiner täglichen Praxis sehe ich, wie oberflächlich, unqualifiziert und ohne Wissen beraten wird und teure Standardprodukte ohne Rücksicht auf den tatsächlichen Kundenbedarf verkauft werden.

Leider scheint das Abstellen dieser – nicht konsumentenfreundlichen! – Praxis aber nicht im Vordergrund der Bemühungen zu stehen ...

2) „30 Prozent sehen das größte Problem darin, Kunden mit kleineren Volumen zu servicieren.“ — Und: „Zur Zielgruppe gehören Gewerbekunden und Professionisten. Wilson berichtete von seinen Erfahrungen mit der Regulierung – und warum er den Umstieg auf Honorarberatung empfiehlt“ — „Trennung von einem Großteil der Kunden: Begleitet war die Umstellung auf Honorar von einer Fokussierung auf höhervolumiges Geschäft.“

Hier steht mal wieder schwarz auf weiß, was in England offenbar auch keinen stört: Gute Beratung wird bei Umstellung auf ein reines Honorarsystem Kunden mit höherem Volumen vorbehalten sein – die Profiteure sind also Gewerbekunden, Professionisten und allenfalls Besserverdiener!

Von einem Großteil der Kunden (Schlechterverdiener, kleine und mittlere Angestellte) wird man sich als gut ausgebildeter und erfahrener Berater wohl – so wie in England – trennen müssen, wie uns das vergleichende Beispiel zeigt.

Treten dafür unsere und europäische Konsumentenschutz-Organisationen so stark ein? Oder nutzt es hierzulande nicht doch nur den Banken – siehe Punkt 1?

Wo bleibt er da – der Verbraucherschutz?

Tibor Nehr

t.nehr@unabhaengigeswirtschaftsforum.at

zum Artikel: „Was die Regulierung für Vermittler bedeuten kann”.

Ihr Wissen und Ihre Meinung sind gefragt

Ihre Leserbriefe können für andere Leser eine wesentliche Ergänzung zu unserer Berichterstattung sein. Bitte schreiben Sie Ihre Kommentare unter den Artikel in das dafür vorgesehene Eingabefeld.

Die Redaktion freut sich auch über Hintergrund- und Insiderinformationen, wenn sie nicht zur Veröffentlichung unter dem Namen des Informanten bestimmt ist. Wir sichern unseren Lesern absolute Vertraulichkeit zu! Schreiben Sie bitte an redaktion@versicherungsjournal.at.

Allgemeine Pressemitteilungen erbitten wir an meldungen@versicherungsjournal.at.

weitere Leserbriefe
28.11.2013 – Walter Michael Fink zum Artikel „Was die Regulierung für Vermittler bedeuten kann” mehr ...
 
21.11.2013 – Herwig Heschl zum Artikel „Was die Regulierung für Vermittler bedeuten kann” mehr ...
 
21.11.2013 – Gerald Winterhalder zum Artikel „Was die Regulierung für Vermittler bedeuten kann” mehr ...