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Pensions- und Vorsorgekassen: Drei Ziele für die Branche

27.1.2026 – Die Performance der Pensionskassen lag im Vorjahr knapp am langjährigen Durchschnitt, die Vorsorgekassen erzielten ein deutlich überdurchschnittliches Ergebnis. Für die Zukunft wünscht sich Fachverbandsobmann Andreas Zakostelsky den flächendeckenden Ausbau der zweiten Säule, Maßnahmen, um die Performance zu verbessern, und steuerliche Erleichterungen.

Fachvwrbandsobmann Andreas Zakostelsky (Bild: FV Pensions- und Vorsorgekassen)
Fachvwrbandsobmann Andreas
Zakostelsky (Bild: FV Pensions-
und Vorsorgekassen)

Trotz des herausfordernden Umfelds sei 2025 für alle Menschen in Österreich, die einen Pensionskassenvertrag haben, ein ausgesprochen gutes Jahr gewesen. Das sagte Andreas Zakostelsky, Obmann des Fachverbands der Pensions- und Vorsorgekassen, bei der traditionellen Jahrespressekonferenz.

Mit einer Performance von 4,88 Prozent seien die Pensionskassen „knapp am langjährigen Durchschnitt“ gewesen, so Zakostelsky: Dieser liege seit 1991 bei 5,02 Prozent, über drei Jahre sogar bei 6,35 Prozent. Mit 3,64 Prozent deutlich niedriger ist allerdings der Wert für die letzten zehn Jahre.

Bei der langfristigen Performance „müssen wir uns nicht verstecken“, betonte Fachverbands-Geschäftsführer Stefan Pichler: Kumuliert betrage diese seit 1991 175,9 Prozent, bei einer kumulierten Inflation von 86,6 Prozent.

Bei den Kosten sei Österreich Europameister, so Pichler; laut einer Analyse des europäischen Aufsichtsbehörde Eiopa würden die Kosten der Pensionskassen hierzulande rund 2,5 Prozent betragen, was der niedrigste Wert unter zwölf untersuchten Ländern sei.

Größter privater Pensionszahler

Das verwaltete Vermögen stieg per Ende des Vorjahres auf 30,6 Milliarden Euro (Ende 2024: 29,0 Milliarden). Im Laufe der 35 Jahre seit der Gründung hätten die Pensionskassen 27,7 Milliarden Euro eingenommen und 14,0 Milliarden ausbezahlt. Die Differenz zum aktuellen Vermögen von knapp 17 Milliarden Euro sei der erwirtschaftete Wertzuwachs.

Ausgezahlt an die rund 160.000 Pensionsbezieher wurden im Vorjahr 939 Millionen Euro. Damit habe jeder Pensionsbezieher 14-mal jährlich durchschnittlich 419 Euro erhalten. Die Gesamtzahl der Anwartschafts- und Bezugsberechtigten stieg auf Jahressicht um 3,1 Prozent auf 1.133.153.

Die Pensionskassen seien „in die Breite gekommen“, so Zakostelsky, auch wenn der endgültige Durchbruch noch nicht gelungen sei. Aber immerhin seien sie klar der größte private Pensionszahler in Österreich, Menschen würden hierzulande an der internationalen Wirtschaftsentwicklung partizipieren.

Auch Vorsorgekassen mit guten Ergebnissen

Weit überdurchschnittlich hätten auch die Vorsorgekassen im Vorjahr abgeschnitten, erläutert Pichler. Die Performance betrug 3,64 Prozent bei einem langjährigen Durchschnitt von 2,3 Prozent – und das trotz der „viel konservativeren“ Veranlagung.

Fast alle Österreicher würden sich inzwischen im System der „Abfertigung Neu“ befinden, die Vorsorgekassen zählten 2025 rund vier Millionen Anwartschaftsberechtigte. An etwa 500.000 Menschen wurden Leistungen ausbezahlt.

Das Veranlagungsvolumen der Vorsorgekassen betrug im vergangenen Jahr rund 23,7 Milliarden Euro, die Beitragsleistung der heimischen Wirtschaft summierte sich auf 2,7 Milliarden Euro.

Für eine flächendeckende zweite Säule

Den flächendeckenden Ausbau der betrieblichen Altersvorsorge, die Performance verbessernde Maßnahmen sowie steuerliche Maßnahmen nennt Zakostelsky als Ziele für die Branche.

Zwar sei in den letzten Jahren bereits einiges in Bewegung gekommen – so wurde die Einführung des Generalpensionskassenvertrags im Dezember vom Ministerrat beschlossen –, die vorgeschlagenen Maßnahmen sollten aber dazu beitragen, ein möglichst gutes System für die Kunden aufzubauen.

Besonders wichtig wäre es, die gesetzliche Liegedauer bei den Vorsorgekassen bis zum Pensionsantritt auszudehnen. Zakostelsky: „Je länger die Liegedauer, desto besser die Performance.“

Ideen, bei Pensionsantritt Entnahmemöglichkeiten bei den Pensionskassen zu schaffen, erteilt er eine Absage: „Die Verrentung kann als Solidarsystem nur funktionieren, wenn alle im System bleiben“. Das gelte für die zweite Säule genauso wie für die dritte.

Steuerliche Erleichterungen derzeit wenig realistisch

Als performanceverbessernde Maßnahmen wünscht sich Zakostelsky für die Vorsorgekassen den Entfall der Bruttokapitalgarantie. Garantien seien zwar eine „heilige Kuh“, bei einer Verlängerung der Liegedauer wären sie aber nicht nötig.

Ebenfalls auf der Wunschliste: ein automatisches Lebensphasenmodell bei den Pensionskassen. Das gleiche Veranlagungsmodell für Jüngere und Ältere sei nicht sinnvoll. Die Möglichkeit, aus dem automatischen Lebensphasenmodell heraus zu optieren, sollte aber gegeben sein.

Schließlich gehe es auch um steuerliche Maßnahmen, wie die Förderung von Arbeitnehmerbeiträgen, ein Äquivalent für Geringverdiener und die Möglichkeit steuerlicher Absetzbarkeit für geschäftsführende Gesellschafter.

Gerade bei der steuerlichen Absetzbarkeit von Arbeitnehmerbeiträgen zeigt sich Zakostelsky aber angesichts der budgetären Lage realistisch: Dies jetzt zu fordern, wäre blauäugig, eine Realisierung in den nächsten zwei bis drei Jahren hält er kaum für möglich.

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Altersvorsorge · Pensionskasse
 
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