12.8.2026 – Swiss Re hat im ersten Halbjahr den Konzerngewinn um neun Prozent auf 2,8 Milliarden US-Dollar gesteigert, für den Rest des Jahres zeigt sich der Konzern vorsichtig optimistisch. Munich Re hat in den ersten sechs Monaten einen Rekordgewinn von 3,9 Milliarden Euro erzielt; im Gesamtjahr wird nun mit einem leicht niedrigeren Versicherungsumsatz als bisher gerechnet, das Ziel für ein Konzernergebnis von 6,3 Milliarden Euro wird bestätigt.

Der Schweizer Rückversicherer Swiss Re hat im ersten Halbjahr beim Versicherungsumsatz einen leichten Rückgang auf 20,3 Milliarden US-Dollar verzeichnet (erste Halbjahr 2025: 20,9 Milliarden).
Geringere Erträge bei P&C Re (Schaden/Unfall) seien wurden durch höhere Erträge bei L&H Re (Leben/Kranken) und positive Währungseffekte teilweise ausgeglichen worden.
Deutlich verbessert hat sich das versicherungstechnische Ergebnis: Es stieg von 3,5 Milliarden US-Dollar im ersten Vorjahreshalbjahr auf 3,5 Milliarden. Die Ertragskraft habe sich in allen drei Geschäftseinheiten verbessert, so der Konzern.
P&C Re setze weiterhin auf diszipliniertes Underwriting und ein aktives Zyklusmanagement, L&H Re trage mit einem umfangreichen Bestandsgeschäft zu Stabilität bei und Corporate Solutions baue die Präsenz in strategischen Wachstumsmärkten aus.
In den Sach- und Haftpflichtsparten hätten sich gute Underwriting-Ergebnisse und eine geringe Belastung durch Großschäden infolge von Naturkatastrophen positiv ausgewirkt, bei L&H Re solide Underwriting-Margen und eine günstige Sterblichkeitsentwicklung in den USA.
Zusätzlich habe ein „solides Anlageergebnis in einem äußerst volatilen Marktumfeld“ die Stabilität der Erträge gestärkt. Der Gewinn im Halbjahr stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um neun Prozent auf 2,8 Milliarden US-Dollar.
Die Kapitalausstattung sei stark geblieben, betont der Konzern in einer Pressemitteilung. Die Quote der Gruppe zum Schweizer Solvenztest lag per 1. Juli bei geschätzten 264 Prozent und damit oberhalb der Zielspanne von 200 bis 250 Prozent.
Das starke Ergebnis des ersten Halbjahres bringe Swiss Re den eigenen Finanzzielen für das Gesamtjahr einen Schritt näher, so CEO Andreas Berger. Angesichts des nahenden Höhepunkts der Hurrikansaison bleibe man aber wachsam.
Das Ziel einer Senkung der Betriebskosten bis 2028 wurde von 300 auf 500 Millionen US-Dollar erhöht. Gründe dafür seien solide Fortschritte bei der Umsetzung des bisherigen Zieles sowie weitere Möglichkeiten zur Vereinfachung der gruppeninternen Betriebsabläufe.
Längerfristig erwartet Berger „in einer sich rasch verändernden Welt eine stetig zunehmende Nachfrage nach Rück-/Versicherungslösungen und Risikokompetenz“. Um diese Nachfrage besser bedienen zu können, werde in Daten, Technologie und Künstliche Intelligenz investiert.

Auch der deutsche Rückversicherer Munich Re verzeichnete im ersten Halbjahr einen Rückgang des Versicherungsumsatzes aus abgeschlossenen Versicherungsverträgen: Dieser sank um 2,1 Prozent auf 29,96 Milliarden Euro, was vor allem auf negative Währungseffekte zurückzuführen sei,
Das versicherungstechnische Gesamtergebnis stieg dagegen um 2,6 Prozent auf 5,22 Milliarden Euro. Sehr gut habe sich das Segment Rückversicherung Leben/Gesundheit entwickelt, im Segment Rückversicherung Schaden/Unfall lag das versicherungstechnische Ergebnis auf einem ähnlichen Niveau wie im Vorjahr.
Die Schaden-Kosten-Quote im Bereich Schaden/Unfall verbesserte sich deutlich von 72,9 auf 67,9 Prozent, was auf eine geringere Belastung durch Großschäden zurückzuführen sei; die Großschadenbelastung lag bei 4,2 Prozent des Versicherungsumsatzes, erwartet worden waren 18 Prozent.
Das Ergebnis aus Kapitalanlagen verbesserte sich gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 37,9 Prozent auf 4,84 Milliarden Euro. Insgesamt konnte das Konzernergebnis damit um 23,5 Prozent auf den neuen Rekordwert von 3,93 Milliarden Euro verbessert werden.
Die Munich-Re-Tochter Ergo habe im Halbjahr ein über den Erwartungen liegendes Konzernergebnis erzielt, heißt es im Halbjahresfinanzbericht. Zurückzuführen sei dies auf ein hohes Kapitalanlageergebnis im Segment Ergo Deutschland gewesen.
Ergo Deutschland habe in den ersten sechs Monaten den Versicherungsumsatz leicht um 2,0 Prozent auf 7,59 Milliarden Euro gesteigert; wesentliche Treiber seien die positiven Entwicklungen im Gesundheits- und im Schaden/Unfall-Bereich gewesen.
Ergo International konnte den Versicherungsumsatz deutlich um 9,7 Prozent auf 3,58 Milliarden Euro steigern. Dies resultiere insbesondere aus der Integration von „Ergo Next“. Starkes organisches Wachstum verzeichnete das Schaden- und Unfallgeschäft, negativ wirkte sich die Beendigung eines Großvertrags im Gesundheitsgeschäft in Spanien aus.
Bei der Erneuerung zum 1. Juli ging das Geschäftsvolumen um 9,1 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro zurück; man habe bewusst Geschäft nicht erneuert oder gezeichnet, das nicht den erforderlichen Preisen und Bedingungen entsprach, so Munich Re; darüber hinaus hätten Preisrückgänge das Volumen reduziert.
Für die kommenden Quartale erwartet der Konzern „weiterhin positive Geschäftsmöglichkeiten“. In der Rückversicherung wird nun „auf Basis der Geschäftsentwicklung“ ein Versicherungsumsatz von 38 Milliarden Euro (bisher: 40 Milliarden) erwartet, in der Gruppe einer von 62 (bisher 64) Milliarden.
Unsicherheiten gebe es aufgrund möglicher Wechselkurs- und Kapitalmarktentwicklungen sowie des weiteren Großschadenverlaufs. Angestrebt wird aber weiterhin ein Konzernergebnis von 6,3 Milliarden Euro.
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