VIG bestätigt nach starkem Halbjahr ihren Ausblick

27.8.2026 – Die Vienna Insurance Group hat im ersten Halbjahr das Prämienvolumen um 5,4 Prozent auf rund neun Milliarden Euro gesteigert. Die Ergebnisse profitierten von niedrigeren Schäden, guten Kapitalanlageergebnissen und dem Ausbleiben eines Wertminderungsbedarfs. Das Vorsteuerergebnis stieg um mehr als 20 Prozent auf 641,5 Millionen Euro.

VIG-Generaldirektor Hartwig Löger (Bild: Marlene Fröhlich luxundlumen.com)
VIG-Generaldirektor Hartwig
Löger (Bild: Marlene Fröhlich
luxundlumen.com)

Die Vienna Insurance Group (VIG) habe mit den Ergebnissen des ersten Halbjahres 2026 ihren profitablen Erfolgskurs und ihr dynamisches Wachstum im Kernmarkt CEE fortgesetzt, so Generaldirektor Hartwig Löger in einer Investoreninformation.

Darüber hinaus habe das erste Halbjahr einen historischen Meilenstein für die VIG gebracht: Der Vollzug des Erwerbs der Nürnberger sei die größte Transaktion in der Unternehmensgeschichte gewesen; dennoch sei es gelungen, eine hohe Kapitalausstattung auszuweisen.

Die Nürnberger unterstütze die Wachstumsstrategie im Kernmarkt CEE durch die höhere Diversifikation über den deutschen Markt. Am, so Löger, „erfolgreich eingeschlagenen Transformationskurs der Nürnberger“ wirke die VIG bereits aktiv mit.

Weiter starkes Wachstum

Die gesamten verrechneten Prämien stiegen gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 5,4 Prozent auf knapp mehr als neun Milliarden Euro. Die höchste prozentuelle Steigerungsrate wies dabei mit +18,4 Prozent die Lebensversicherung ohne Gewinnbeteiligung auf.

Das Wachstum sei vor allem vom Kernmarkt CEE mit über dem Gesamtdurchschnitt liegenden Zuwachsraten getragen worden, so die VIG. Besonders gut hätten sich Polen, Tschechien und das Segment „Erweiterte CEE“ entwickelt, Österreich habe mit +3,6 Prozent einen soliden Anstieg verzeichnet.

Noch stärker als die Prämien sind die versicherungstechnischen Erträge gewachsen. Sie erhöhten sich in den ersten sechs Monaten um 7,1 Prozent auf 6.850 Millionen Euro. Alle Segmente haben Zuwächse verzeichnet, die höchsten Wachstumsraten wiesen die Spezialmärkte, Erweiterte CEE und Tschechien auf.

Bei den Sparten konnte die höchste prozentuelle Steigerungsrate mit +18,2 Prozent in der Lebensversicherung ohne Gewinnbeteiligung erzielt werden. Dahinter rangierten die Fonds- und indexgebundene Lebensversicherung mit +10,7 Prozent und die Krankenversicherung (+8,8 Prozent).

Deutliche Ergebniszuwächse

Die Netto Combined Ratio in der Schaden- und Unfallversicherung verbesserte sich von 91,9 Prozent im ersten Vorjahreshalbjahr auf 91,4 Prozent, was vorwiegend auf geringere Schadenbelastungen zurückzuführen sei. Die Netto-Schadenquote reduzierte sich von 61,8 auf 61,0 Prozent, die Netto-Kostenquote stieg von 30,1 auf 30,4 Prozent.

Deutlich positiv entwickelt hat sich das Gesamtkapitalveranlagungsergebnis mit einem Zuwachs um 26,3 Prozent auf 373,5 Millionen Euro. Zurückzuführen gewesen sei dies vorrangig auf die höheren Zinssätze an den Anleihenmärkten.

Während das Ergebnis im Vorjahr durch die vollständige Wertminderung des Geschäfts- oder Firmenwerts in Ungarn in Höhe von 72,8 Millionen Euro belastet war, fielen im heurigen ersten Halbjahr keine solchen Anpassungen an. Insgesamt stieg das Vorsteuerergebnis damit um 20,7 Prozent auf 641,5 Millionen Euro.

Kapitalbasis weiterhin stark

Das Gesamtkapitalveranlagungsportfolio betrug per 30. Juni knapp mehr als 49 Milliarden Euro, was gegenüber dem Vergleichswert des Vorjahres einem Anstieg um 4,1 Prozent entspricht. Zurückzuführen sei dies auf gestiegene Marktwerte der Investments und hohe Neuveranlagungen.

Die Solvenzquote betrug zum Ende des Halbjahres 272 Prozent und befinde sich damit, so die VIG, „weiterhin auf sehr hohem Niveau“.

Der Rückgang gegenüber dem Wert von 296 Prozent zu Ende 2025 sei im Wesentlichen auf eine vereinfachte Berücksichtigung der Nürnberger im Rahmen der Solvenzkapitalberechnung zurückzuführen.

Ausblick bestätigt

Das dezentrale Geschäftsmodell habe sich im herausfordernden geopolitischen und makroökonomischen Umfeld der letzten Jahre bewährt, heißt es im Halbjahresfinanzbericht. Im Hinblick auf die weiterhin volatilen Rahmenbedingungen sieht sich die Gruppe „operativ gut aufgestellt“.

Die Ergebnisse des ersten Halbjahres seien eine „solide Basis“, auf der die VIG auch ihren Ausblick auf das Gesamtjahr bestätige, betont Löger.

Ohne Berücksichtigung der Nürnberger-Übernahme erwartet das Management im Gesamtjahr weiterhin ein Ergebnis vor Steuern in einer Bandbreite von 1,25 bis 1,30 Milliarden Euro. Die Zahlen der Nürnberger-Gruppe werden erstmals im Konzernabschluss 2026 enthalten sein.

Vienna Insurance Group erstes Halbjahr 2026 – ausgewählte Kennzahlen

Kennzahl

Hj. 2026

Hj. 2025

Verrechnete Prämien

9.031,6

8.569,5

Versicherungstechnische Erträge

6.849,9

6.396,9

Versicherungstechnisches Ergebnis

719,4

696,1

Gesamtkapitalveranlagungsergebnis

373,5

295,6

Operatives Ergebnis

641,4

604,2

Ergebnis vor Steuern

641,5

531,4

Periodenergebnis

485,4

419,5

Kennzahl

30.6.2026

31.12.2025

Gesamtkapitalveranlagungsportfolio

49.092,1

47.151,6

Konzerneigenkapital

7.604,8

7.331,4

Solvenzquote

272 %

296 %

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Lebensversicherung · Steuern
 
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