Wie Smile den Online-Vertrieb vorantreiben will

25.9.2026 – Noch werden über die eigene Website von Smile nur Kfz-Versicherungen angeboten. Aktuell wird aber an einer Einbindung der Haushaltsversicherung gearbeitet, weitere Sparten könnten folgen. Voraussetzung seien einfache und wenig beratungsintensive Produkte. Sollte ein Kunde aber Beratung benötigen, greife man auf das Service der Helvetia zu.

Patrick Madl, neuer Managing Director von Smile (Bild: Helvetia)
Patrick Madl, neuer Managing Director von Smile (Bild: Helvetia)

Seit Juli ist Patrick Madl Managing Director von Smile Österreich, dem Online-Versicherer der Helvetia (VJ 18.8.2026). Im Interview mit dem VersicherungsJournal spricht er über die Zukunft des Online-Geschäfts, über Ziele und Strategien sowie die Bedeutung der Beratung.

Online-Versicherungsabschlüsse sind in Österreich immer noch ein Minderheitenprogramm. Die Online-Schiene werde vor allem zur Recherche genutzt, Abschlüsse erfolgen meist über den persönlichen Vertrieb, sagt auch Madl.

Die Akzeptanz für Online-Versicherungen sei aber in den letzten Jahren gestiegen. Mit einer einfachen, verständlichen Abschlusstrecke könne es gelingen, Bedenken aus dem Weg zu schaffen und Kunden für sich zu gewinnen.

Zielgruppe seien dabei Kunden, die einfache, standardisierte Geschäfte abschließen wollen, vorrangig digital affine Menschen zwischen 18 und 50 Jahren, aber auch alle jene, die selbst agieren wollen.

Einfache, verständliche Produkte

Über die eigene Website bietet Smile nur die Kfz-Versicherung an, die Haushaltsversicherung wird über die Vergleichsplattform Durchblicker vertrieben. Hier werde sich aber in den nächsten Monaten etwas ändern.

Die Haushaltsversicherung soll rechtlich und technisch „in unsere Welt eingebunden werden“, so Madl. Dies erfordere lediglich eine IT-Umstellung, die aktuell passiere. Und grundsätzlich seien auch andere Sparten wie Rechtsschutz-, Eigenheim- oder Reiseversicherung für einen Online-Vertrieb geeignet.

Voraussetzung sei, dass es sich um standardisierte, wenig beratungsintensive und leicht verständliche Produkte handelt. „Der Kunde muss es verstehen, die Deckung muss klar sein und die Versicherung muss schnell abschließbar sein. Dann funktioniert die Skalierung“, erklärt Madl.

Beratung gewährleistet

Mit nur zwei Sparten habe es Smile geschafft, rund 20.000 Kunden zu gewinnen. Kurzfristig stehen Wachstum bestehender Produkte und Profitabilität im Vordergrund, langfristig könne man durch neue Sparten aufgrund ähnlicher länderspezifischer Merkmale ein Prämienvolumen wie in der Schweiz anstreben.

Ganz ohne Menschen geht es aber auch bei einem Online-Versicherer nicht. Man benötige sie dort, wo es komplexer wird, sagt Madl. So stehe auch Smile-Kunden eine Telefonnummer und damit ein Ansprechpartner zur Verfügung, hier nutze man Synergien mit Helvetia.

Auch beim Life-Chat stehen Menschen dahinter, betont Madl. Das gewährleiste, dass der Kunde am Point of Sale die Informationen bekommt, die er braucht. Und auch im Schadenfall sei Beratung gewährleistet: „Jeder Kunde greift auf das volle Service der Helvetia zu.“

Synergien genutzt

Auch im Bereich der künstlichen Intelligenz nutze Smile Synergien mit Helvetia. Gleichzeitig habe man als reiner Digitalanbieter Vorteile gegenüber anderen Versicherern, weil man durchgehend über Daten mit hoher Qualität verfüge.

Noch sei KI nicht stark sichtbar, doch Smile wolle „First Mover“ werden und sie bei der Unterstützung von Kunden einsetzen: Die Zukunft sei KI-getrieben, man müsse „schauen, was der Kunde braucht“. Derzeit liege der Fokus vor allem auf Pricing, Risikoeinschätzung und Betrugsbekämpfung.

Markenbekanntheit steigern

Aufgefallen ist Smile zuletzt mit einer großen Werbekampagne – auch offline, mit Plakaten. Dabei sei es darum gegangen, insbesondere Autofahrer zu adressieren: Man wollte Personen, die das bisher nicht getan haben, davon überzeugen, „den digitalen Weg mit uns zu gehen“.

Daneben habe man auch Online-Werbung geschaltet. Madl: „Werbung ist für uns wichtig, um unsere Produkte sichtbar zu machen.“ Es würden sich auch erste Ergebnisse zeigen: Die Such- und Abschlussanfragen würden ebenso steigen wie die Markenbekanntheit.

 
Ihr Wissen und Ihre Meinung sind gefragt

Ihre Leserbriefe können für andere Leser eine wesentliche Ergänzung zu unserer Berichterstattung sein. Bitte schreiben Sie Ihre Kommentare unter den Artikel in das dafür vorgesehene Eingabefeld.

Die Redaktion freut sich auch über Hintergrund- und Insiderinformationen, wenn sie nicht zur Veröffentlichung unter dem Namen des Informanten bestimmt ist. Wir sichern unseren Lesern absolute Vertraulichkeit zu! Schreiben Sie bitte an redaktion@versicherungsjournal.at.

Allgemeine Pressemitteilungen erbitten wir an meldungen@versicherungsjournal.at.

Täglich bestens informiert!

Der VersicherungsJournal Newsletter informiert Sie von montags - freitags über alle wichtigen Themen der Branche.

Ihre Vorteile

  • Alle Artikel stammen aus unserer unabhängigen Redaktion
  • Die neuesten Stellenangebote
  • Interessante Leserbriefe

Jetzt kostenlos anmelden!

VersicherungsJournal in Social Media

Besuchen Sie das VersicherungsJournal auch in den sozialen Medien:

  • Facebook – Ausgewähltes für den Vertrieb
  • Twitter – alle Nachrichten von VersicherungsJournal.at
  • Xing News – Ausgewähltes zu Karriere und Unternehmen
Diese Artikel könnten Sie noch interessieren
2.11.2022 – Der Versicherer will damit „die führende Online-Versicherung Österreichs“ werden. (Bild: Helvetia) mehr ...
 
25.9.2015 – Videoberatung und Online-Services: Wir haben nachgefragt, für welche Versicherungen das ein Thema ist und für welche nicht – 18 Assekuranzen und ihre Antworten. mehr ...