14.7.2026 – In einer Umfrage unter mehr als 1.000 Autofahrern gaben fast alle an, Mobilität werde zunehmend teurer, für vier Fünftel wird das Auto mehr und mehr zum Luxus. Zugleich sagten 90 Prozent, sie könnten sich ohne Auto nicht so fortbewegen, wie sie möchten. Die Hälfte würde beim nächsten Kauf einen E- oder Hybridantrieb in Betracht ziehen.
Der Pkw-Bestand und der Kfz-Bestand insgesamt sind in Österreich in den letzten Jahren laufend gewachsen.
Ende 2023 waren um 1,0 Prozent mehr Kfz als im Jahr davor zugelassen, der Pkw-Bestand wuchs um 0,7 Prozent (VJ 15.1.2024). 2024 waren es noch höhere +1,2 bzw. +0,9 Prozent (VJ 26.2.2025).
2025 brachte abermals Zuwächse: Ende des Jahres waren 7,51 Millionen Kfz zugelassen (+1,2 Prozent), der Pkw-Bestand belief sich auf 5,29 Millionen (+1,0 Prozent) (VJ 25.2.2026).
Der in Lieboch bei Graz ansässige Gebrauchtwagenhändler Onlinecars sieht allerdings ein Dilemma: Das Auto bleibe zum einen zentral für die eigene Unabhängigkeit, gelte aber zum anderen „zunehmend als Luxus“, werde immer schwerer leistbar und führe schon heute zu spürbarem Verzicht.
Das zur französischen Aramis Group gehörende Unternehmen stützt sich mit dieser Aussage auf Ergebnisse einer Umfrage, die das Meinungsforschungsinstitut Opinionway für Aramis durchgeführt hat.
Opinionway hat von 14. bis 23. April mehr als 7.000 Personen in sieben europäischen Ländern befragt, davon 1.014 in Österreich, die anderen in Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien.
Laut den veröffentlichten Ergebnissen empfinden 96 Prozent der Österreicher Mobilität als zunehmend teuer. 81 Prozent sehen den eigenen Pkw mittlerweile als Luxus. Zugleich geben 90 Prozent an, sie könnten sich ohne Auto nicht so fortbewegen, wie sie möchten.
92 Prozent rechnen damit, dass internationale Spannungen die Treibstoffpreise dauerhaft prägen. Die Zustimmung zu staatlichen Eingriffen ist infolgedessen auch hoch: 91 Prozent befürworten einen Preisdeckel, 85 Prozent die befristete Senkung der Mineralölsteuer.
Auch Sparmaßnahmen werden ergriffen: 62 Prozent haben nicht notwendige Fahrten reduziert, 39 Prozent einen Autowechsel aufgeschoben, 28 Prozent nicht dringende Wartungen oder Reparaturen verschoben.
Der Betrag, der der Finanzierung eines neuen Pkws gewidmet werden kann, variiert von Land zu Land: Mit 283 Euro pro Monat ist er in Frankreich am niedrigsten. In Deutschland sind es 387 Euro. Der höchste Wert wurde in Österreich ermittelt, hier sind es 443 Euro.
„Dieser Wert liegt am hohen Stellenwert des Autos, ist aber auch durch die hohen Nebenkosten getrieben, die oftmals deutlich über jenen anderer europäischer Staaten liegen“, kommentiert Onlinecars.
50 Prozent würden laut der Umfrage beim nächsten Kauf einen E- oder Hybridantrieb in Betracht ziehen. Dies sei der niedrigste Wert aller an der Umfrage beteiligten Länder – den höchsten weist Spanien auf (70 Prozent).
Dass Europa beim Verbrenner-Aus wieder auf die Bremse gestiegen ist, bewerten 58 Prozent als positiv. Die Zahlen deuten für Onlinecars aber „weniger auf eine Ablehnung der Elektrifizierung“ hin als auf „Zurückhaltung gegenüber einem Wandel, der als schwer finanzierbar oder schwer planbar empfunden wird“.
Martin Oraze, Head of Sales bei Onlinecars: „Österreich zeigt ein klares Bild: Hohe Verbundenheit mit dem Verbrenner und überdurchschnittliche Kaufkraft treffen auf hohen Kostendruck und Skepsis im Hinblick auf die Zukunft.“
Das Plus bei Pkw-Neuzulassungen hat sich indes im ersten Halbjahr 2026 fortgesetzt.
Von Jänner bis Juni 2026 wurden laut Daten, die die Statistik Austria letzte Woche bekanntgab, 164.529 Pkw neuzugelassen. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2025 ist das ein Zuwachs um stolze 15,0 Prozent.
Wie im ersten Halbjahr 2025 entfielen rund zwei Drittel (64,2 Prozent) aller Pkw-Neuzulassungen auf juristische Personen, Firmen und Gebietskörperschaften, das restliche Drittel (35,8 Prozent) dementsprechend auf private Fahrzeughalter.
Zwei Drittel (65,6 Prozent) aller neuzugelassenen Pkw hatten laut Statisitk Austria alternative – also Elektro-, Hybrid- oder sonstige alternative – Antriebe.
Von den Elektro-Pkw-Neuzulassungen entfiel ein Drittel (34,2 Prozent) auf private Fahrzeughalter; bei Benzin-Hybrid-Pkw waren es 39,5 Prozent, bei Diesel-Hybrid-Pkw 25,6 Prozent.
Von sämtlichen 58.881 privaten Pkw-Neuzulassungen entfielen 23,3 Prozent auf Elektro- und 40,8 Prozent auf Hybridantriebe – insgesamt 64,1 Prozent aller privaten Fahrzeughalter entschieden sich bei der Neuzulassung also für alternative Antriebe.
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