10.7.2026 – Individualmobilität genießt bei jungen Menschen nach wie vor großen Stellenwert: Fast allen 16- bis 24-Jährigen ist es wichtig, einen B-Führerschein zu besitzen – wenngleich laut KFV viele meinen, dass öffentliche Verkehrsmittel an Bedeutung gewinnen werden. Wie das KFV aus seiner Umfrage weiters abliest, werden Unfallrisiken vielfach unterschätzt. Geradezu besorgniserregend sei etwa, dass jeder Vierte bereits alkoholisiert im Straßenverkehr unterwegs war.

„Das unterschiedliche Fahrverhalten sowie die geringere Fahrpraxis junger Menschen sind in den Verkehrsunfallstatistiken deutlich ablesbar“, stellt das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) aufgrund einer aktuellen Untersuchung fest.
Wenn Personen im Alter von bis zu 24 Jahren beim Lenken eines Pkw in einen Unfall mit Personenschaden verwickelt sind, dann seien sie in 67 Prozent der Fälle die Hauptunfallverursacher.
Wenn ältere Pkw-Lenker (25 bis 65 Jahre alt) in einen Unfall verwickelt sind, dann seien diese „nur“ in 52 Prozent der Fälle die Hauptunfallverursacher.
Es handelt sich bei den genannten Daten um Durchschnittswerte des Zeitraums 2021 bis 2025.
Um das Verhalten und die Bedürfnisse junger Menschen im Straßenverkehr besser zu verstehen, hat das KFV im Mai 1.000 Personen im Alter von 16 bis 24 Jahren befragt.
Deren Antwort: Der B-Führerschein ist ein wichtiger Faktor. 67 Prozent haben bereits einen, 26 Prozent wollen einen machen.
Einen Motorrad-Führerschein haben derzeit 11 Prozent, 33 Prozent wollen einen machen.
Zehn Prozent streben einen Lkw-Führerschein an.
„Zugleich glauben aber auch viele, dass Autos mit Verbrennungsmotoren in den kommenden fünf bis zehn Jahren an Bedeutung verlieren werden, während die Bedeutung öffentlicher Verkehrsmittel steigt“, berichtet das KFV.
Dies spiegle sich in den Antworten auf die Frage wider, was für junge Leute die wichtigste Maßnahme für mehr Sicherheit im Straßenverkehr wäre.
Fast die Hälfte (45 Prozent) nennt kostenlose öffentliche Verkehrsmittel. 39 Prozent sähen bessere Verbindungen in den ländlichen Raum mit ebendiesen als vorteilhaft an, und 36 Prozent hielten ein größeres Nachtbus-Angebot für eine geeignete Maßnahme. Mehrfachantworten waren möglich.
Die Teilnehmer wurden auch gefragt, welche Tätigkeiten sie beim Gehen im Straßenverkehr schon häufig ausgeübt haben.
Musikhören mit Kopfhörern wurde besonders oft genannt (67 Prozent), danach folgen das Schreiben von Nachrichten auf dem Handy (45 Prozent), die Nutzung von Social Media (35 Prozent) und Telefonieren (35 Prozent).
Beim Lenken eines Fahrzeugs – Auto, E-Scooter, Fahrrad usw. – telefonierten 26 Prozent, 14 Prozent schrieben auf dem Smartphone Nachrichten, 13 Prozent nutzten Social Media.
„Die Gefahren durch Unaufmerksamkeit und Ablenkung werden nicht nur von Erwachsenen massiv unterschätzt, sondern auch schon von jungen Menschen“, kommentiert Klaus Robatsch, Leiter des Bereichs Verkehrssicherheit im KFV, die Ergebnisse.
„Bei 28 Prozent der von 16- bis 24-Jährigen verursachten Unfälle mit Personenschaden ist Unaufmerksamkeit oder Ablenkung die Hauptunfallursache“, geht Robatsch ins Detail.
„In absoluten Zahlen verursachen junge Menschen durchschnittlich 1.853 Verkehrsunfälle pro Jahr aufgrund von Unaufmerksamkeit und Ablenkung.“
Als besorgniserregend stuft das KFV die Ergebnisse zum Risikoverhalten im Zusammenhang mit Alkohol und Drogen ein.
„Hast du schon einmal ein Fahrzeug im Straßenverkehr gelenkt (z. B. Fahrrad, E-Scooter, Moped, Auto), obwohl du zuvor Alkohol konsumiert hattest?“ 26 Prozent bejahten dies. Unter Drogeneinfluss sind bereits 5 Prozent gefahren.
„Bist du schon einmal mit jemandem im Auto mitgefahren, obwohl du wusstest, dass die Person am Steuer Drogen oder zu viel Alkohol konsumiert hatte?“ Hier sagten 22 Prozent „ja“. Rund drei Viertel von ihnen (16 Prozent der Befragten) fuhren mit, weil sie meinten, der Lenker könne noch sicher fahren, die anderen 6 Prozent, „weil sie selbst auch etwas konsumiert hatten und daher zu leichtsinnig waren“.
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