21.9.2026 – Coface rechnet für Österreich mit einem BIP-Wachstum von 0,5 Prozent in diesem Jahr und 0,8 Prozent 2027. Für CEE insgesamt erwartet der Kreditversicherer 2,0 bzw. 2,3 Prozent. Der Wettbewerbsdruck auf lokale Hersteller in der Region steige, da die chinesischen Importe 2025 angewachsen seien. Zudem wirke sich der Konflikt im Persischen Golf auf ganze Lieferketten aus.
Kreditversicherer Coface geht davon aus, dass sich das regionale Wirtschaftswachstum in CEE von 2,1 Prozent 2025 leicht auf 2,0 Prozent 2026 abschwächt, ehe es 2027 auf 2,3 Prozent steigt.
Das Unternehmen hat kürzlich seine „Branchen-Risikokarte CEE 2026“ vorgestellt, das sich auf 13 Länder bezieht. Neben Österreich sind das Estland, Lettland, Litauen, Polen, Tschechien, die Slowakei, Ungarn, Slowenien, Kroatien, Serbien, Rumänien und Bulgarien.
„Die Unterschiede zwischen den Branchen sind inzwischen größer als jene zwischen den Ländern“, sagt Mateusz Dadej, Regional Economist, Coface Central & Eastern Europe Region.
So herrschen laut Coface im Einzelhandel in einigen Märkten günstige Bedingungen, während in anderen erhöhte Risiken bestehen. Entscheidend seien die jeweilige Wirtschaftslage, Fiskalpolitik und Entwicklung des Verbrauchervertrauens.
„Künftiger Erfolg wird weniger vom allgemeinen Wirtschaftswachstum abhängen als davon, wie wirksam sich die Branchen an veränderte Kostenstrukturen, den technologischen Wandel und den globalen Wettbewerb anpassen“, fügt Dadej hinzu.
Der Ausblick für Österreich bleibt weiterhin verhalten. sagt Dagmar Koch, Country Managerin von Coface in Österreich: „Für 2026 wird ein BIP-Wachstum von 0,5 Prozent erwartet, das sich 2027 leicht auf 0,8 Prozent verbessert.“ Zum Vergleich: 2025 betrug es 0,6 Prozent, 2024 war es mit –0,7 Prozent negativ.
„Die Metallindustrie steht aufgrund eines schwachen Geschäftsklimas, rückläufiger Produktion und eines erneuten energiebedingten Kostendrucks unter Belastung und wird daher mit einem sehr hohen Risiko bewertet“, führt Koch weiter zur Lage in Österreich aus.
Demgegenüber hebe sich die IKT-Branche positiv ab: „Sie profitiert von einem zweistelligen Wachstum bei den Auftragseingängen, einer steigenden Produktion elektrischer Ausrüstungen und verbesserten Vertrauensindikatoren.“
Die gesamte Region ist laut Coface damit konfrontiert, dass es chinesische Hersteller aufgrund schwacher Binnennachfrage verstärkt auf die Exportmärkte zieht, insbesondere nach Europa. Die chinesischen Importe in die Region seien 2025 um rund 17 Prozent gestiegen.
„Diese Entwicklung setzt lokale Produzenten unter Druck, schmälert ihre Margen und verschärft den Wettbewerb in mehreren Industriezweigen. Zu den am stärksten betroffenen Branchen zählen die Automobilindustrie, die Chemieindustrie und die Metallindustrie“, erläutert Koch.
Nicht alle Branchen entwickeln sich in dieselbe Richtung. Die IKT-Branche zähle nicht nur in Österreich, sondern in ganz Mittel- und Osteuropa zu den positiven Sektoren. Sie profitiere von Programmen zur digitalen Transformation, einer starken Nachfrage nach Technologiedienstleistungen und hoch qualifizierten Arbeitskräften.
Zum Wettbewerbsdruck infolge zunehmender Importe aus China kommt hinzu, dass sich die Störungen des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus auf weit mehr als nur die Energiemärkte auswirken, wie Coface weiter anmerkt.
Steigende Kosten für Öl, Erdgas, Düngemittel, Aluminium und petrochemische Erzeugnisse belasten die gesamten Lieferketten, erhöhen den Kostendruck auf die Hersteller und tragen zu einem erneuten Inflationsdruck in der Region bei, erläutert Coface.
Vor diesem Hintergrund identifiziert die Analyse wichtige Faktoren für die Widerstandsfähigkeit.
Investitionen, die durch die „Aufbau- und Resilienzfazilität“ und das „Security Action for Europe“-Programm (SAFE) der EU unterstützt werden, dürften die Bauwirtschaft, das Gesundheitswesen, die Digitalisierung und Infrastrukturprojekte in der gesamten Region wesentlich fördern, so Coface.
„Diese Investitionen tragen dazu bei, einen Teil der wirtschaftlichen Auswirkungen geopolitischer Unsicherheit abzufedern und die Geschäftstätigkeit in mehreren Branchen zu stützen.“
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