15.9.2026 – „Cyber“ ist nicht nur ein IT-Thema und keine „isolierte“ Versicherungssparte, sondern integrales Element des betrieblichen Risikomanagement. Das war beim Expertentreffen bei einer Podiumsdiskussion zu hören. Makler betrifft dies zweifach: bei der Vorsorge fürs eigene Büro als auch im Vertrieb von Cyberversicherungen. Weil aber Makler nicht „Experten für alles“ sein können, sei gegebenenfalls auch zu überlegen, ob man sich beim Anbieten solcher Lösungen nicht leichter tut, wenn man mit externen Partnern zusammenarbeitet.

Beim „Expert:innentreffen der Versicherungsmakler 2026“ am vergangenen Donnerstag stand der erste Teil des Tages im Zeichen von „Cyber“-Themen und künstlicher Intelligenz (VJ 14.9.2026).
Eine Gesprächsrunde befasste sich in diesem Rahmen mit Aspekten dieses Gebiets sowohl aus der Perspektive des Maklervertriebs als auch der Betroffenheit im Maklerbüro selbst.
Verena Becker, Referentin der Bundessparte Information und Consulting in der Wirtschaftskammer Österreich, rief in Erinnerung: Es sei wichtig, die grundlegenden Risiken zu kennen und die eigene Cybersicherheit auf ein angemessenes Niveau heben. Das sei machbar und sollte auch unbedingt gemacht werden.
Die Einstellung „Ich kaufe einmal beim IT-Dienstleister ein, und gehe dann davon aus, dass der alles macht“ lässt Becker nicht gelten: „Cyberrisk“ sei vielmehr „ein laufender Prozess“ und „de facto Risikomanagement“, das man nicht auslagern kann.
Und: „Sicherheit kostet Geld“, so Becker weiter. „Das ist die Realität, wenn wir die Vorteile der Digitalisierung in Anspruch nehmen wollen.“ Wer in Prävention investiere, spare sich dadurch aber mehr Geld, als im Notfall an Verlusten drohe.
Timo Kreitmair, beim Spezialrisiko-Versicherer Hiscox Vertriebsmanager für Bayern, Baden-Württemberg und Österreich, stellte fest: Wichtig sei, Sensibilisierung zu schaffen – zumal zahlreiche Klein- und Mittelunternehmen bereits von Angriffen betroffen gewesen seien.
Zudem werde es mit einer gesamtheitlichen Kundenbetreuung schwierig, wenn der Bereich Cyber ausgeklammert werde. Schließlich könne eine Attacke ein gesamtunternehmerisches Risiko darstellen und sei „nicht nur ein IT-Thema“.
Er hob in dem Zusammenhang die Wichtigkeit von Präventionsmaßnahmen ebenso hervor wie jene der Verfügbarkeit von Assistance und der Durchführung von Mitarbeiter-Schulungen. Notfallpläne für die Wiederherstellung des Betriebs parat zu haben, „ist unabdingbar“.
Der Cyberversicherungsmarkt sei durch künstliche Intelligenz stark im Wandel. Ein „schnelles Abhaken“ von Risikofragebögen werde in Zukunft „so nicht mehr ausreichend sein“.
Auch Kerstin Keltner, Managing Director und Head Specialty beim Versicherungsmakler Aon Austria, unterstrich die Bedeutung von Prävention und Soforthilfe.
Sie warnte zudem vor überzogenen Erwartungen an die Makler selbst: Man könne von einem Makler genauso wenig wie von einem Arzt verlangen, Experte für jedes Fachgebiet zu sein.
Dies müsse man auch den Kunden klarmachen. Keltner kritisierte, das Gesetz stelle in dieser Hinsicht zu hohe Anforderungen an Versicherungsmakler.
Den Maklern selbst legte sie nachdrücklich ans Herz, Cyberrisikovorsorge im eigenen Büro zu betreiben – dies komme nicht zuletzt der Glaubwürdigkeit beim Vertrieb von Cyberlösungen zugute.
Philip Steiner, Leiter des Arbeitskreises Digitalisierung im Fachverband der Versicherungsmakler, stimmte zu: Ein Versicherungsmakler könne nicht Experte für alles sein, sondern müsse entscheiden: Welche Dienstleistungen kann und will ich anbieten, was lagere ich aus, wo arbeite ich mit Partnern zusammen?
Abseits dessen betrachtete Steiner das Thema noch unter praktischen Gesichtspunkten: Er betonte die Vorteile einer Multi-Faktor-Authentifizierung und empfahl zweitens, Passwortmanager zu verwenden – das sei nicht nur bequem, es diene auch der Sicherheit.
Sein dritter Tipp: regelmäßig Backups erstellen. Damit sei man in der Vorbereitung auf Fälle, in denen ein Datenzugriff nicht mehr möglich ist, „einen guten Schritt weiter“.
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