24.8.2026 – Die Bundesregierung reagiert mit einem Maßnahmenpaket auf die Folgen der Trockenheit für die Landwirtschaft. Unter ihnen findet sich eine einmalige Erhöhung des Prämienzuschusses zur Dürreversicherung in der Hagelversicherung von 55 auf 65 Prozent.

„Die vergangenen zwölf Monate werden als die trockensten seit Messbeginn im Jahr 1850 in die Geschichte eingehen.“ Mit diesen Worten wurde Klimaforscher Klaus Haslinger von Geosphere Austria vergangene Woche in einer Mitteilung des Instituts zitiert.
Von 1. Jänner bis 12. August 2026 hat es laut Geosphere auf 72 Prozent der österreichischen Landesfläche mehr trockene Tage gegeben als in jedem der vergangenen 65 Jahre.
Seit 23. Februar herrsche in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland „ein nahezu durchgehendes Niederschlagsdefizit“, fügte Geosphere-Klimatologe Peter Müller hinzu.
Von 23. Februar bis 9. August fielen laut Geosphere nur 210,9 statt der üblichen 405 Millimeter – laut Müller „die niederschlagsärmste vergleichbare Periode seit zumindest 1961“. Dieser Wert unterbietet deutlich die bisherigen Tiefstwerte von 2003 (265,8 mm) und 2015 (275 mm).
Erst vor wenigen Tagen hatte die Österreichische Hagelversicherung von enormen Dürreschäden in Österreichs Landwirtschaft berichtet. Sie sprach für den bisherigen Jahresverlauf von einem Gesamtschaden von rund einer Milliarde Euro (VJ 11.8.2026).
Vor diesem Hintergrund meldete das Landwirtschafts- und Klimaschutz-Ministerium, nach „langen intensiven Verhandlungen“ sei nun eine Einigung auf ein Dürre-Hilfspaket erzielt worden.
Das „bewährte österreichische System der landwirtschaftlichen Risikoversicherung“ bilde die zentrale Säule zur Absicherung der Betriebe, betont das Ministerium.
Hier setzt denn auch eine der vier Maßnahmen des Hilfspakets an: Geleistet wird eine einmalige Anhebung des öffentlichen Prämienzuschusses zur Dürreversicherung in der Österreichischen Hagelversicherung. Ziel sei es, „die Durchversicherungsraten in der Dürreversicherung zu steigern“.
Um einen Anreiz zu schaffen, werden diese Prämienzuschüsse einmalig 2027 um 10 Prozentpunkte auf 65 Prozent erhöht. Auch bei Neueintritten in diesem Jahr komme es zu Prämienzuschüssen. Insgesamt seien für den Zuschuss 50 Millionen Euro veranschlagt.
Zweite Maßnahme ist eine befristete Entlastung bei den Sozialversicherungsbeiträgen. „Sie bringt den landwirtschaftlichen Familienbetrieben eine spürbare Entlastung. Dafür wurden 140 Millionen Euro ausverhandelt“, erklärt das Ministerium.
Drittens werde zur Sicherung der Liquidität der Betriebe ein „breit angelegtes Modell“ für Betriebsmittelkredite geschaffen. Damit könne etwa der Zukauf von Futter oder Saatgut finanziert werden. Hier stehen 25 Millionen Euro für Zinszuschüsse zur Verfügung.
Viertens soll es Stundungen bei bestehenden Rückzahlungsverpflichtungen von Agrarinvestitionskrediten geben. Hierfür sind 25 Millionen Euro vorgesehen.
Neben diesen Maßnahmen hat sich die Bundesregierung im Rahmen des Dürrepakets laut der Mitteilung auch darauf verständigt, „zentrale umwelt- und klimapolitische Vorhaben voranzutreiben“.
Wie es weiter heißt, werden das Klimagesetz, eine Novelle zur Beschleunigung von Umweltverträglichkeitsprüfungen und das Carbon-Capture-and-Storage-Gesetz zeitnah in Begutachtung geschickt.
Beim Bodenschutz werde zudem bis Ende 2026 ein Zielpfad mit Maßnahmen für die Erreichung des 2,5-Hektar-Ziels erarbeitet. Nach Angaben des Österreichischen Gemeindebundes von Ende letzten Jahres wurden 2022 bis 2025 im Schnitt täglich rund 6,5 Hektar neu verbraucht.
Wie das Ministerium weiter mitteilt, werde das Ziel, Österreich bis 2040 klimaneutral zu machen, „klar gesetzlich verankert“. Der „Klimafahrplan“ werde bis Ende 2027 von der Bundesregierung beschlossen und an diesem Ziel ausgerichtet.
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